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Landsberg
16.05.2021

Wie die Welfenkaserne in Landsberg zu ihrem Namen kam

Kasernenkommandant Welfenkaserne, Hauptmann Gerhard Bechtold (links) und Standortältester Oberstleutnant Thomas Sandlein.
Foto: Bundeswehr

Die Welfen-Kaserne zwischen Landsberg und Igling feiert ein Jubiläum. Was sich vor 30 Jahren geändert hat.

Landsberg hat eine lange Tradition als Garnisonsstadt. Die Bundeswehr unterhielt hier bis in die 1990er-Jahre vier Kasernen. Heute existiert nur noch die Welfen-Kaserne zwischen Landsberg und Igling. Doch wie kam es zu der Namensgebung vor 30 Jahren? Kasernenkommandant Hauptmann Gerhard Bechtold hat sich auf Spurensuche begeben.

Früher war der Standort, an welchem Soldaten seit 1963 Dienst leisteten, nur unter der Bezeichnung „Bunker“ bekannt. Durch die Kriegsvergangenheit sei mit diesem Bunker ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte verbunden. Gerade deshalb war ein Anliegen des damaligen Luftwaffenversorgungsregiments 3, der Kaserne einen Namen im Sinne der Traditionspflege der Bundeswehr zu geben, so Bechtold. Eine weitere Absicht war es, den im Dienst befindlichen Soldaten zu vermitteln, sich nicht für die Vergangenheit verantwortlich fühlen zu müssen, ohne dabei die Vergangenheit zu vergessen.

Es wurden 33 Namens-Vorschläge gezählt

So begann man bereits im Jahr 1986 die Suche – zunächst innerhalb der Dienststelle – einen geeigneten Kasernennamen zu finden. Später war die Idee geboren, auch die Bevölkerung des Landkreises an der Namensgebung zu beteiligen. Für den „Gewinner des Ideenwettbewerbs“ sollte ein Hubschrauberrundflug als Preis ausgesetzt werden. Insgesamt wurden 33 Vorschläge gezählt. Eine Auswahlkommission hatte „Geschwister-Scholl-Kaserne“ ausgewählt. Daneben waren „Landrat-Müller-Hahl-Kaserne“ und „Welfen-Kaserne“ in der engeren Auswahl.

Der damalige Inspekteur Luftwaffe, Generalleutnant Horst Jungkurth ist aus den verschiedensten Gründen dem Vorschlag nicht gefolgt, sodass ein erneuter Versuch der Namensgebung angestoßen werden musste. Im Dezember 1988 riet das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Freiburg dazu, der Kasernenanlage einen „neutralen“ Namen zu geben, welcher der geografischen Umgebung entlehnt werden sollte. So kam im Januar 1990 erneut der Name „Welfen-Kaserne“ aufs Tableau.

Das Foto von der Enthüllung der Namenstafel im Jahr 1991 zeigt den damaligen Landsberger Oberbürgermeister Franz Xaver Rößle (links) und Oberst Rolf-Dieter Härms, damals Kommandeur des Luftwaffenversorgungsregiments 3.
Foto: Bundeswehr

Zur Begründung wurde damals die Verbundenheit der Soldaten zum Lechrain und dessen reiche, geschichtliche Vergangenheit aufgeführt. Dabei wurde diese Vergangenheit ganz wesentlich vom Geschlecht der Welfen geprägt. Welfenbesitz ist in diesem Gebiet in mehr als 40 Orten nachweisbar. Nach der Zustimmung des Inspekteurs Luftwaffe traf die Entscheidung über die Namensgebung letztlich der damalige Bundesminister der Verteidigung, Dr. Gerhard Stoltenberg. Schließlich fand am 15. Mai 1991 die feierliche Einweihung der Welfen-Kaserne statt.

Wer aber kam denn in den Genuss des Hubschrauberrundfluges? Leider niemand, aber all diejenigen, welche sich an der Namensgebung aktiv beteiligten, wurden im September 1989 zu einer Leistungsschau mit anschließendem „Bunkerfest“ eingeladen. (lt)

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