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Lange Nacht: Drei Volkshochschulen feiern

Lange Nacht

Drei Volkshochschulen feiern

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    VHS-Leiterin Silvia Frey-Wegele, Kulturbürgermeister Axel Förke und Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl (von links) bei der Begrüßung.
    VHS-Leiterin Silvia Frey-Wegele, Kulturbürgermeister Axel Förke und Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl (von links) bei der Begrüßung. Foto: Romi Löbhard

    Die Volkshochschulen in Deutschland feiern 100-jähriges Bestehen und zwar so, wie es sich für eine Bildungseinrichtung geziemt: Unter dem Titel „Lange Nacht der Volkshochschulen – zusammenleben. zusammenhalten.“ präsentierten sie ihr breites Angebot und setzten dabei auf viel Begegnung. 400 der rund 900 Einrichtungen deutschlandweit beteiligten sich, auch die Volkshochschulen Landsberg, Kaufering und Ammersee-Nordwest.

    Einrichtungen für die Weiterbildung gab es zwar schon im 19. Jahrhundert, mit der Aufnahme der Erwachsenenbildung als verpflichtende Aufgabe für die Kommunen in die Weimarer Verfassung erhielt dies 1919 erstmals Verfassungsrang. Daran erinnerte die Leiterin der VHS Landsberg, Silvia Frey-Wegele, in ihrer Begrüßung zum Start der Langen Nacht. Kulturbürgermeister Axel Flörke ging auf die besonderen Räumlichkeiten, ein ehemaliges Ursulinenkloster, ein, in denen die Landsberger VHS untergebracht ist. Die Ursulinen seien für Bildung und Erziehung der Mädchen und Frauen nach Landsberg geholt worden, so Flörke. Sie seien das Gegenstück zu den Jesuiten an der oberen Lechleite gewesen, bei denen nur Männer unterrichtet wurden. Im April 1719, vor genau 300 Jahren, seien die ersten Ursulinen in Landsberg angekommen, erklärte der Kulturbürgermeister. „Wir können folglich heuer zweifach Jubiläum feiern.“

    Und das in einem Gebäude, in dem von Beginn an Schul-, Fort-, und Weiterbildung eine Heimat hatte und auch heute noch hat, führte der Laudator aus. Vor einiger Zeit habe es bei der VHS eine Umfrage bezüglich Zufriedenheit unter den Nutzern gegeben. Dass das Ergebnis ein sehr positives war, machte Flörke am Engagement von Leitung und Kursleitern fest. „Die Schule hat einen sehr guten Ruf, auch weil sie das Ohr stets nah an der Bevölkerung hat.“

    Was diesen „guten Ruf“ ausmacht, das konnten die vielen Besucher der Langen Nacht sehen, hören, selbst ausprobieren. Dafür war ein bunter Querschnitt an Bewegung für Körper und Geist vorbereitet und ausgewählt worden. Da sind einmal die Sprachenkurse, neben den europäischen Sprachen wird in Landsberg auch Nah- und Fernöstliches gelehrt. Wie wär’s beispielsweise mit Arabisch bei Maher Jenoudi, der voller Begeisterung von der Melodie in seiner Sprache schwärmt?

    Oder doch lieber Deutsch, in der Schreibwerkstatt bei Uschi und Klaus Pfaffeneder: Dort rauchen schon die Köpfe, schließlich sollen etliche Wörter ohne scheinbaren Zusammenhang zu einer Geschichte werden. Wie ist eine Lese-Rechtschreib-Störung zu erkennen? Gar nicht so einfach, hören die Besucher von Monika Semin. „Die Fehlerquellen sind vielfältig.“ Roswitha Schwarzenboeck wiederum stellt Vorschläge für eine perfekte „Wohn-Raum-Gestaltung“ vor. Dabei geht es um Proportionen, Materialien, Farben.

    Das Angebot der Volkshochschulen beschränkt sich nicht allein auf geistige Nahrung: Beim Jubiläum konnte Sirtaki mit Ulrike Straßers „Kreistänzen“ oder Tango Argentino bei Alexander Hupfer und Hildegard Schwade geübt werden. Martin Schlögl führte in die Geheimnisse der Körpermusik ein, Roswitha Siegl brachte die grauen Zellen in Bewegung.

    Kunst ist selbstverständlich auch Thema: Druckwerkstatt, Projekttheater, Vortragsreihe, Beispiel „New York“ – die Auswahl ist riesig. Axel Flörke schließlich erläuterte in einem der Räume, einem ehemaligen Gästezimmer, die wechselhafte Vorgeschichte des gesamten Gebäudes. Fresken von unschätzbarem Wert seien hier unter mehr als zehn Schichten versteckt und teilweise freigelegt worden. Bedeutende Künstler des Rokoko seien hier tätig gewesen. Um das alles der Nachwelt zu erhalten, zieht Flörke, wie er ausführte, die Gründung eines Fördervereins „Ursulinenkloster“ in Erwägung. (löbh)

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