In den vergangenen Tagen gab es Bodenfrost. Rund 100 Bewohner von zwei Mietshäusern in Penzing, angrenzend an den Fliegerhorst, warteten auch zu Wochenbeginn noch darauf, dass sie wieder warmes Wasser haben und ihre Heizung funktioniert. Das war seit dem 17. August nicht mehr der Fall. Inzwischen hat sich etwas getan, und der Fall sorgte auch weit über die Landkreisgrenzen hinaus für Interesse.
Einer der Betroffenen aus den Häusern in der Kauferinger Straße, der sich an unsere Zeitung wandte, war Bewohner Klaus Förg. „Nach dem Bericht im LT haben sich auch der Bayerische Rundfunk, RTL und ProSieben gemeldet und wollten berichten“, sagt er. Und der Zeitungsbericht habe noch einen anderen positiven Effekt gehabt: „Plötzlich haben wir ein Informationsschreiben von unserem Vermieter, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), bekommen, in dem eine Reparatur bis zum Wochenende zugesagt wurde.“ Die Bewohner hatten im Gespräch mit dem LT vor allem beklagt, dass sie sich allein gelassen fühlten von ihrem Vermieter und es extrem schwer bis unmöglich gewesen sei, einen zuständigen Ansprechpartner zu finden.
Mails, Briefe und Rückrufbitten der Mieter bleiben unbeantwortet
Mails, Briefe und Rückrufbitten seien unbeantwortet geblieben, so die Bewohner. Die Pressestelle der Bima sagte damals zum Vorwurf schlechter beziehungsweise ausbleibender Kommunikation: „Wenn direkte Ansprechpartner nicht im Büro anwesend sind, wird das jeweilige Telefon auf eine Servicestelle umgeleitet. Dort wird das Anliegen entgegengenommen und die zuständige Stelle entsprechend informiert. Leider ist es derzeit nicht möglich, alle Anfragen individuell zu beantworten.“
Die erste Dusch - "Ein richtig geiles Gefühl"
Immerhin, seit diesem Mittwoch – fünf Tage später als von der Bima angekündigt – funktioniert wieder alles, berichtet Klaus Förg. „Es hieß, es gebe Probleme bei der Beschaffung der Ersatzteile“, erläutert er die neuerliche Verzögerung. Und wie war die erste warme Dusche seit acht Wochen? „Ein richtig geiles Gefühl“, sagt Förg dazu. In den zwei Monaten zuvor sei das Wasser im Boiler „mit Glück“ 40 Grad warm geworden, oft aber auch eiskalt gewesen, erinnert er sich. „Bei 15 Grad Wassertemperatur zu duschen, ist kein Vergnügen.“
Die Probleme hätten mit der Umstellung der Energieversorgung am 17. August begonnen, so Förg. Bis dahin wurden die beiden Gebäude vom Heizkraftwerk des Fliegerhorsts versorgt. Das wurde aber abgeschaltet, weil am Standort keine militärische Nutzung mehr stattfindet. Der Vermieter, die Bima, sorgte zwar in Form eines aufgestellten mobilen Heizcontainers für Ersatz, Heizungen und Wasser wurden aber nicht warm. Laut Klaus Förg wird nun mit Öl geheizt. Auf Nachfrage teilte die Pressestelle der Bima mit, dass der Container „von seiner Leistung wie energietechnisch erforderlich ausgelegt“ sei. Nach der Inbetriebnahme habe es jedoch technische Schwierigkeiten gegeben.
Gesundheitsamt Landsberg stell Legionellenbefall fest
Wie berichtet, hatten die Betroffenen im September genug und wandten sich aus Sorge vor Legionellenbefall ans Gesundheitsamt. Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts, bestätigte, dass am 22. September Proben genommen worden seien. „Dabei wurde eine geringfügige Kontamination festgestellt. Wir haben uns deswegen mit dem Vermieter in Verbindung gesetzt und auf eine schnelle Behebung des Problems gedrängt.“ In einem Schreiben an die Mieter kündigte die Bima zwischenzeitlich an, der Ursache der Verkeimung nachzugehen und Abhilfe zu schaffen.
Weil sie sich nicht zu helfen wussten und alle Bemühungen laut Mietern ins Leere gelaufen waren, verschickten die Bewohner alle einen Brief an die Bima, in dem sie eine Mietkürzung um 15 Prozent ankündigten – für jeden Tag, an dem die Wassertemperatur ab dem 1. Oktober nicht mindestens 55 Grad betrage. „Weitere Schritte, wie eine Anzeige wegen vorsätzlicher Gefährdung unserer Gesundheit behalten wir uns vor.“ Die Mieter hoffen nun, angesichts des nahenden Winters, dass die Probleme mit dem mobilen Heizcontainer ausgestanden sind.