Holzhausen Es riecht nach Farbe, nach frisch abgeschliffenen Holzböden, nach Fensterreiniger. Und nicht nur die Nase bemerkt die Veränderung in Schloss Rudolfshausen. In den vergangenen Wochen ist in dem Schmuckstück in Holzhausen augenscheinlich viel passiert. Die neue Mieterin, Helene Walterskirchen, zeigte dem LT gestern, was im Zuge der Renovierungsarbeiten alles geschehen ist, bevor sie nun am kommenden Donnerstag die Privaträume des Schlosses beziehen wird.
Staub und Dreck aus vielen Jahren des Dornröschenschlafs sind gewichen, die Fenstergläser glänzen wieder, die Rahmen sind neu gestrichen, ebenso die der Holztüren. Alle alten Holzböden sind frisch abgeschliffen und kommen wieder in ihrer ganzen Pracht zur Geltung. Die pompöse alte Treppe, die vom Foyer und den Büroräumen in den oberen Privatbereich führt, knarzt (wie es sich gehört) immer noch – aber jetzt ist das Holz der Stufen poliert. Überall wurde frisch verputzt, geweißelt, der Stuck neu gestrichen, die heruntergekommenen Fliesen gegen neue, große, helle ausgetauscht.
„Ja, es ist einiges geschafft, die Handwerker – alle aus der Gegend hier – waren sehr fleißig und haben viel Liebe in ihre Arbeit gesteckt“, freut sich Helene Walterskirchen. Einige Räume erkennt man beim Rundgang tatsächlich kaum wieder – der Hauswirtschaftsraum beispielsweise, der sich vom dunklen, modrig riechenden Gewölbe in ein schönes, einladendes Zimmer verwandelt und dabei den historischen Charme behalten hat. Ganz anders kommen jetzt auch alle sanitären Anlagen, Bäder und Küchenräume daher. Die Hausherrin hat hier auf schlichten, aber eleganten Stil geachtet. Während die Kirche – der das Schloss gehört – für die neue Heizungsanlage samt Öltanks sowie alle neuen Waschbecken und Toiletten aufgekommen ist, hat Walterskirchen aus eigener Tasche noch einiges mehr drauf gelegt, um es gemütlicher zu haben, als es beim üblichen „Pfarrhofstandart“ der Fall wäre, wie sie schmunzelnd verrät. Alle Räume erstrahlen nun hell, mit warmen Farben kombiniert, passend zum modernen Wohnstil der Mieterin, die einen Stilmix zum klassischen Schlossinventar erreichen möchte.
Viel Geld hat die Diözese in die Renovierung gesteckt, neben der Erneuerung der sanitären Anlagen auch in das Abschleifen, Lackieren oder Einlassen der Fenster- und Türrahmen, der Böden und der Heizkörper, wie Walterskirchen berichtet. Aber die Mieterin zahlte noch rund 40000 Euro selbst dazu, kam für alle neuen Bodenfliesen auf, ebenso für Malerarbeiten und Putz, für neue elektrische Schalter, Glasfaserkabel, einen Kaminofen und vieles mehr. „Ich betrachte das als Charity für das Gebäude. Außerdem wollen wir es hier schön haben und uns wohl wühlen.“ Einzige Sorge macht ihr derzeit die Heizung. „Wenn sie weiter nur so schwach läuft, kriegen wir die alten Gemäuer nie richtig warm.“ Der „Frostmodus“ der vergangenen Jahre müsse raus. Ohnehin rechnet die Schlossherrin mit Heizkosten von 1000 Euro pro Monat. Doch auch das entmutigt sie nicht. „Ich freue mich jetzt einfach auf den Einzug.“