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Riederau

20.12.2018

Riederauer Pflegeheim in finanzieller Schieflage

Insolvenzverwalter Georg Stemshorn setzt mit seinem Team alles daran, den Betrieb des von Insolvenz bedrohten Senioren-Landhauses in Riederau aufrechtzuerhalten, damit Geschäftsführerin Andrea Ferling und ihre Mitarbeiter auch weiterhin die Betreuung der Bewohner garantieren können.
Bild: Thorsten Jordan

Die Zukunft des 2004 in Riederau eröffneten Alten- und Pflegeheims „Senioren-Landhaus“ steht derzeit auf wackeligen Füßen. Ein Insolvenzverwalter sorgt jetzt vorrangig dafür, dass sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeiter bleiben können.

Seit wenigen Tagen steht fest: Die Senioren-Landhaus Riederau GmbH hat Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Augsburg hat Rechtsanwalt Georg Stemshorn zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Wichtigste Nachricht für die 27 Bewohner des Alten- und Pflegeheims, deren Angehörige und die aktuell 28 Mitarbeiter: Der Geschäftsbetrieb wird nahtlos weitergeführt. „Die Mitarbeiter stehen zum Unternehmen,und die Versorgung der Bewohner ist sichergestellt“, erklärt Anwalt Stemshorn in einer Pressemitteilung.

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Bezahlung der Mitarbeiter ist gesichert

Auch die Bezahlung der Mitarbeiter sei zumindest für die kommenden drei Monate gesichert. Das sei, so Stemshorn, über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert. Vorrangiges Ziel des eingesetzten Insolvenzverwalters sei es jetzt, einen Investor für das Senioren-Landhaus zu finden und die Arbeitsplätze zu erhalten. Erste Interessenten hätten bereits Kontakt aufgenommen. „Der Investorenprozess, in dem beispielsweise Angebote umfassend geprüft werden, ist allerdings noch nicht gestartet.“ Als Grund für die finanzielle Schieflage der GmbH werden Verzögerungen bei umfangreichen Baumaßnahmen für den Erweiterungsbau und damit verbundene Zahlungsschwierigkeiten genannt. Was im Einzelnen zu den finanziellen Problemen der GmbH geführt hat, dazu könne er noch nicht viel sagen, erklärt Stemshorn schriftlich. Auf die Frage, wie es bei einer 100-prozentigen Auslastung des Hauses soweit kommen konnte, heißt es, er verschaffe sich derzeit einen Überblick.

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Bislang muss noch niemand ausziehen

Auch könne er zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussagen darüber treffen, ob mittelfristig Bewohner aus dem Pflegeheim ausziehen müssen. Stemshorn und sein Team stünden dazu im engen Austausch mit allen Beteiligten und verantwortlichen Stellen.

Eine Lösung für Bewohner und Beschäftigte

Es werde alles dafür getan, „dass es eine Lösung für die Beschäftigten und die Bewohner gibt“, heißt es in der E–Mail an das Landsberger Tagblatt weiter. 2004 wurde das Senioren-Landhaus in Riederau von der Münchner Familie Weh errichtet, die über große Erfahrungen im Bereich der Pflege verfüge. Die Familie sei schon im mobilen Pflegedienst tätig gewesen, als das Haus eröffnet wurde. Bereits 2006 habe die Auslastung bei 100 Prozent gelegen. 2016 wurde damit begonnen, im Malerweg in Riederau den Altbau umzubauen und zu erweitern. Abgeschlossen sind diese Arbeiten nach Auskunft des Insolvenzverwalters noch nicht. Auch die Außenanlagen befinden sich noch im Bauzustand. Im Rahmen des Richtfestes für den Erweiterungsbau im Frühjahr 2014 war bekannt geworden, dass im Senioren-Landhaus Riederau durch den Neubau die Empfehlungen des sogenannten Werdenfelser Weges umgesetzt werden können.

Das 2007 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen verabschiedete Konzept soll helfen, Fixierungen in Pflegeeinrichtungen zu vermeiden. Gurte, Bettgitter oder einengende Vorsatztische für unruhige Bewohner werden überflüssig. Stattdessen gibt es Niederflurbetten, die heruntergefahren werden können, oder Sensormatten, die vor das Bett gelegt werden und ein Signal abgeben, wenn jemand darauf fällt.

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