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Serie: Eine App vermittelt Geschichte

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Eine App vermittelt Geschichte

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    Der Landsberger Wolfgang Hauck zeigt eines seiner vielen Projekte: die „Landsberg History App“. Sie soll Interessierten besondere Plätze in Landsberg und im Landkreis näherbringen. Das Projekt wird vom bayerischen Kulturfonds gefördert.
    Der Landsberger Wolfgang Hauck zeigt eines seiner vielen Projekte: die „Landsberg History App“. Sie soll Interessierten besondere Plätze in Landsberg und im Landkreis näherbringen. Das Projekt wird vom bayerischen Kulturfonds gefördert. Foto: Thorsten Jordan

    Gleich vier Projekte aus dem Landkreis Landsberg haben Fördermittel in Höhe von insgesamt 115500 Euro aus dem bayerischen Kulturfond erhalten. Das LT stellt sie in einer Serie vor.

    Nichts weniger, als durch Digitalisierung Menschen jeden Alters weg vom Computer und hinaus zu den besonderen Plätzen im Landkreis zu bringen, wo sie sich dann kostenlos mittels Smartphone-App informieren können, hat sich Wolfgang Hauck vom Landsberger Verein „dieKunstBauStelle“ vorgenommen. Was auf den ersten Blick paradox klingt, wird die Vermittlung von Geschichte revolutionieren, ist sich Hauck sicher und darf sich über vielfältige finanzielle Unterstützung für sein 158000 Euro schweres Projekt freuen.

    Für die „Landsberg History App“ hat der Verein vor Kurzem 23300 Euro Förderung aus dem Kulturfonds für das Jahr 2021 erhalten. Weitere 22700 Euro werden im kommenden Jahr fließen. Auch der Bezirk Oberbayern wird sich über zwei Jahre mit insgesamt circa 8000 Euro beteiligen, vom Landkreis Landsberg fließen 15000 Euro ein. Weitere Finanzspritzen kommen von den Gemeinden, die Projektpartner sind, also Kaufering, Fuchstal, Dießen, Schondorf und Geltendorf. Bei den Gemeinden Greifenberg, Egling und Prittriching laufen die Anfragen, so Hauck. Alle Gemeinden, die mit im Boot sind, werden vom Verein betreut und in das Projekt integriert, und ebenfalls Schulen, Historiker, Künstler und Organisationen.

    „Im nächsten Schritt bilden wir mit den Gemeinden Teams, die Mitarbeiter werden in die Software eingewiesen, und wir entwickeln gemeinsam Qualitätsstandards“, beschreibt Hauck den Ablauf. Den finanziellen Projektauftakt machte jedoch der Fonds Soziokultur mit 30000 Euro für 2021, freut sich Hauck, der aus dem Verein noch 16000 Euro an eigenen Leistungen und Rücklagen einbringen wird.

    Die Finanzen sind also gesichert für ein Projekt, wie es typisch ist für Wolfgang Hauck, der mit seinen soziokulturellen Projekten seit vielen Jahren Menschen und Kultur zusammenbringt, so mit Stelzentheater, der Papierflieger-Hommage „fliang“ an den Flugpionier Alois Wolfmüller oder mit der KunstBauStelle. Hauck, der aus der Holledau stammt und 1986 in den Landkreis Landsberg kam, seit 1999 wohnt er in Landsberg, ist seit seinem elften Lebensjahr kulturpolitisch unterwegs. Beginnend mit Ausstellungen entwickelte er neue sozial-partizipative Kulturformate und Musikformen. Der nach allen Seiten offene Kulturschaffende erlernte viele Berufe wie Goldschmied, Kachelofenbauer und Musiktherapeut, und die Kompetenzen daraus fließen jeweils in die verschiedenen Projekte ein.

    Nach Jahren, in denen er vornehmlich in Landsberg tätig war, wird er nun häufig auch von anderen Landkreisen angefragt und unterhält ein Büro in Berlin. Und genau hier schließt sich der Kreis zur Landsberg History App. Auf der Suche nach Stadtführern für die Hauptstadt stieß er auf die Berlin History App. „Ich war sehr überrascht darüber, dass es eine kostenfreie Geschichts-App mit diesem hohen technischen Entwicklungsstand schon seit acht Jahren gibt“, blickt Hauck zurück.

    Inzwischen sind alle großen Museen in Berlin Partner der Berlin History App, sie wurde als beste Museums-App ausgezeichnet und ist derzeit für den Grimme Online Award nominiert. Dass die Landsberg History App, die im Herbst an den Start gehen soll, nun sozusagen als Kind hervorgehen wird, ist Haucks ehrenamtlichem Einsatz für eine Kooperation seit 2019 zu verdanken. „Die komplett eigenständig programmierte Software ist sicher, kostengünstig und praxisbewährt und die am meisten heruntergeladene App in Berlin“, weiß der Kulturschaffende – und sollte daher auch für Landsberg geeignet sein.

    Praktisch daran ist das kompakte Format: Auf der Karte werden alle interessanten Spots angezeigt, zu denen unterhaltsame Informationen hinterlegt sind, multimedial durch verlinkte Videos, aufgelockert mit allerhand digitalen Spielereien wie Früher/Heute-Bildern, Audiotouren, 360-Grad-Rundgängen oder Virtual-Reality-Räumen. „Bei einer Tour durch ein Museum braucht man keinen Audioguide mehr“, sagt Wolfgang Hauck.

    Als Produktions- und Kommunikationsort dienen die am Geltendorfer Bahnhof stationierten „Kultainer“ mit modernster Technik zum Aufzeichnen und Schneiden der Inhalte (LT berichtete). Für diesen 120000 Euro teuren Teil des Projekts erhielt Hauck eine Förderung über 95000 Euro von der Deutschen Gesellschaft für Engagement und Ehrenamt. Anfang Juli werden die Boxen ihre Reise nach Dießen und weiter nach Schondorf antreten. Solange freuen sich die Redakteure in Geltendorf über jeden, der mit spannenden Geschichten anklopft.

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