Landsberg Geheul, Tanz, Stampfen, Klopfen – die Obertrude erscheint in der Licca Line. Gefolgt von sieben weiteren Truden auf Stelzen. Ein Spektakel wie bei der Walpurgisnacht. Die Truden freuen sich über die schlafenden jungen Menschen, die sie da sehen.... Vorsicht! Truden bringen Unheil...
„Die Obertrude ist die Anführerin, sie gibt die Anweisungen,“ sagt Alexandra Hartmann-Schöcker. Sie spielt die Truden-Chefin und ist eine der beiden professionellen Schauspieler im Licca-Line-Team. Die 41-jährige gebürtige Frankfurterin mit Wahlheimat München ist Freischaffende für alles, was im weitesten Sinne zum Bereich Theater gehört. Schauspielerin für Theater und Film, Regisseurin, Sprecherin und Theaterpädagogin. Seit 2009 spielt sie auch im Ensemble der Stelzer – in verschiedenen Walk Acts, für die Tournee „Rheingold – Die Götter lachen laut“ und nun für Licca Line. Die 17-jährige Franziska Hecht aus Landsberg spielt eine der Truden. Sie geht in die 11. Klasse des IKG. „Warum ich eine Trude darstelle? Ich bin eine der Ältesten und eine der Größten im Team – und die Größten spielen die Truden. Wir sollen eine Truppe mit viel Power und Action sein. In unseren Szenen geht es echt wild zu.“
Faszinierende Wesen
Franziska ist glücklich mit ihrer Rolle. „Etwas Böses zu spielen, finde ich super,“ sagt sie. „Anders kann man ja den ganzen Tag sein. Die Trudenkostüme sind auch toll. Ich finde die Truden ganz faszinierend. Und man kann sie auf Stelzen besonders gut darstellen, das wirkt irgendwie verzaubert, magisch, wie aus einer anderen Welt.“
Eine weitere Trude wird von der 16-jährigen Nina Kosak aus Erpfting gespielt.
Sie geht in die 10. Klasse des DZG. „Wir Truden müssen besonders viel proben,“ erzählt sie. „Das liegt daran, dass wir sehr viele Choreographien im Stück haben. Wir sind eine größere Gruppe, da muss das Zusammenspiel funktionieren.“ Die Truden waren einst eines der gefürchtetsten Übel auf dem Lande.
Vor allem ihre Haupttätigkeit jagte Angst ein: das Drucken. Dabei entzogen sie ihrem Opfer in der Nacht sämtliche Kraft und Stärke, sodass dieses anschließend schlapp und kraftlos wurde, schlecht schlief und Albträume bekam. Aus diesem Grunde wurden die Truden zuweilen auch Nachtalben genannt. Eine Vorliebe der Truden lag im Milchentziehen fremder Kühe, sodass diese keinen Nutzen mehr hatten. Den Menschen zauberten sie Krankheiten an, Mäuse auf die Felder und Kröten ins Haus. Durch Peitschen des Wassers erzeugten sie Unwetter und riefen Sturmwinde. Da müssen die Helden auf ihrer Fahrt durch das sagenhafte Damasia auf der Hut sein...!