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Ummendorf

29.01.2021

Sie hilft Jugendlichen auf dem Weg zum Traumberuf

Roswitha Friedrichsdorf vor der Schlossbergschule in Landsberg. Nachdem sie sich zur Senior-Trainerin hat ausbilden lassen, begleitet sie Jugendliche nach ihrer Schulzeit auf dem Weg zum Traumberuf.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Die „Stille Heldin“ des Monats Januar, Roswitha Friedrichsdorf aus Ummendorf, hilft Jugendlichen bei der Berufssuche. Was aus ihrer Sicht erfolgsversprechend ist.

Ummendorf Wer weiß schon mit 15 Jahren, welchen Beruf er einmal ergreifen will? Während Gymnasiasten in diesem Alter mit der Berufswahl noch etwas Zeit haben, steht sie bei Mittelschülern bereits an. Einige Schüler der Landsberger Schlossbergschule hatten das Glück, in dieser schwierigen Zeit Roswitha Friedrichsdorf an ihrer Seite zu haben. Seit über zehn Jahren ist die 69-Jährige aus Ummendorf Mentorin im Projekt „Alt hilft Jung“ der Awo in Landsberg. Und in dieser Zeit hat sie viel erlebt.

2011 hat sich Roswitha Friedrichsdorf dort zur Senior-Trainerin ausbilden lassen und bringt sich seitdem ehrenamtlich ein. Dafür wurde sie nun als „Stille Heldin“ ausgezeichnet. Meine Motivation, jungen Menschen beim Start ins Berufsleben zu helfen, kam auch daher, dass ich während meiner Tätigkeit im Bereich Einkauf der Stadtwerke stets Azubis um mich hatte“, erzählt sie. Friedrichsdorf gab unentschlossenen Schülern Hilfe bei der Berufsfindung und begleitete sie auf der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen, beispielsweise im Handwerk, Einzelhandel oder der Altenpflege.

Gutes Zusammenspiel mit Schulleiter und Jobcenter

Dabei ging es zuerst darum, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, erinnert sie sich und lobt ausdrücklich das gute Zusammenspiel zwischen der Schule unter Leitung von Rektor Christian Karlstetter, dem Jobcenter sowie auch manchen Eltern. Den Schülern Mut und Zuversicht zu geben und sie bei der Stange zu halten war ebenso wichtig, wie sie auf einen guten Schulabschluss vorzubereiten.

Ihre Erfahrung hat Friedrichsdorf gezeigt, dass es wichtig sein kann, auch nach Schule und Ausbildung den Kontakt aufrechtzuerhalten. Denn bei manchen sind Umwege notwendig und auch Tiefen zu überwinden, um letztlich zum „Traumberuf“ zu gelangen. Erst kürzlich konnte sie sich mit einer ehemaligen Schülerin darüber freuen, dass diese nun, acht Jahre nach ihrem Schulabschluss, die Prüfung zur „Gesundheits- und Krankenpflegerin“ geschafft hatte. „Das werden wir nach Corona gebührend feiern“, erzählt Friedrichsdorf begeistert.

Schüler haben sehr unterschiedliches Bildungsniveau

Ab 2015 begleitete die Ummendorferin auch Schüler der Übergangsklassen als Unterstützung der Lehrkraft zwei bis drei Mal pro Woche. Dort wurden unbegleitete minderjährige Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und Ägypten auf den deutschen Schulunterricht vorbereitet. Später wurde die Klasse noch internationaler, es kamen junge Menschen aus den Balkanstaaten, Polen, Italien, Nigeria, Mexiko und Indien dazu. „Teilweise konnten sie kein Wort Deutsch und auch ihr Bildungsstand war sehr unterschiedlich“, erinnert sich die Helferin.

Mit der Mittelschule zog auch Roswitha Friedrichsdorf in den Neubau im Westen von Landsberg mit um und unterstützte die „Deutschlernklassen“. Die Jugendlichen lernten in Kleingruppen unbefangen und frei zu sprechen und sich nach und nach in der Schulfamilie wohlzufühlen. Mit der Methode des „sinnentnehmenden Lesens“ brachte sie die Schüler in die Lage, Texte nicht nur zu lesen, sondern auch zu verstehen und den Sinn mit eigenen Worten wiederzugeben.

Sie greift gerne aufs Landsberger Tagblatt zurück

Gerne nutze sie auch die Capito-Seiten des Landsberger Tagblatts, die stets großes Interesse fanden. Regelmäßig besuchte sie mit bis zu zehn Schülern die Stadtbibliothek und vermittelte ihnen dort Interesse und Freude am Lesen. „So entstanden auch Freundschaften unter den Schülern“, so Friedrichsdorf, die sich darauf freut, nach Corona ihre ehrenamtliche Tätigkeit wieder aufzunehmen, für die sie sehr dankbar ist. Was man dafür braucht? „Idealismus, Geduld und Liebe zu den Jugendlichen“, zählt die 69-Jährige auf. „Aber man bekommt auch viel zurück. Jugendliche sind immer erfrischend, und die Arbeit ist sinnerfüllend und zukunftsorientiert.

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