Mit der diesjährigen Verleihung des VR-Sozialpreises der VR-Bank Landsberg-Ammersee sind seit 2010 insgesamt 35 dieser Auszeichnungen an soziale Projekte vergeben worden. Einreihen in die Riege durften sich am Mittwochabend das Projekt SAM (Soforthilfe am Menschen) sowie das Theaterprojekt, die beide in der Lebenshilfe Landsberg entstanden sind. Auch die Ehrenamtlichen des Kreisseniorenheims Vilgertshofen und die Lauffreunde der FT Jahn Landsberg gehören zu den Ausgezeichneten.
Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 23 Projekte um den VR-Sozialpreis beworben, der mit einem Preisgeld von insgesamt 7200 Euro dotiert ist. Mit dem ehrenamtlichen Projekt „Soforthilfe am Menschen“ unterstützt die Lebenshilfe Landsberg Eltern mit schwerbehinderten und schwerkranken Kindern, die nicht selten vor existenziellen Grenzsituationen stehen. Bei Sam werden beispielsweise Paten ausgebildet, die in betroffenen Familien für regelmäßige Entlastung sorgen können. Wie die Gäste der Preisverleihung im Landratsamt Landsberg erfuhren, baut das Team von Sam derzeit eine kostenlose Krisenhotline für Betroffene auf. Bereits 2014 war SAM mit dem Sozialpreis der VR-Bank Landsberg-Ammersee ausgezeichnet worden.
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Und auch das Theaterprojekt der Lebenshilfe Landsberg, die im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern konnte, gehört zu den Preisträgern 2019. Gerade Menschen mit Behinderung hätten es verdient, im Rampenlicht zu stehen und die volle Aufmerksamkeit eines großen Publikums zu genießen, sagte Stefan Jörg, der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Landsberg-Ammersee in seiner Laudatio.
Damit Senioren ein Lächeln auf den Lippen haben
„Die Ehrenamtlichen im Kreisseniorenheim Vilgertshofen“ sind etwa 25 Frauen und Männer, die mit ihrem Engagement den Bewohnern des Heims ein Stück mehr Lebensfreude und Lebensqualität schenken wollen. Die Veranstaltungen mit Musik, Vorträgen oder Ausflügen seien das „Zuckerl auf dem Alltag“, hieß es in der Vorstellung dieses Projekts.
In der 2018 neu eingeführten Kategorie Sport durften sich die Lauffreunde der FT Jahn heuer über ihren Preis freuen. Mit ihrem „etwas anderen Silvesterlauf“, einem Benefizlauf zugunsten karitativer Einrichtungen sind beispielsweise bei der jüngsten Veranstaltung 6000 Euro erlaufen worden, wie es hieß.
Viele Ehrengäste kommen zur Preisverleihung
Wie wichtig der VR-Sozialpreis der VR-Bank Landsberg-Ammersee für die Region und weit darüber hinaus ist, bestätigte auch dieses Jahr die Liste der Ehrengäste. Neben der stellvertretenden Landrätin Ulla Kurz, Landsbergs Drittem Bürgermeister Axel Flörke und den Landtagsabgeordneten Alex Dorow und Gabriele Triebel hatte es sich die bayerische Familienministerin Kerstin Schreyer nicht nehmen lassen, trotz Terminfülle an der Verleihung teilzunehmen. Ihr blieb nach einer Sitzung im Landtag kaum Zeit zum Durchschnaufen, bevor sie in ihrer Festrede die herausragende Bedeutung des Ehrenamts in Bayern würdigte. „Jeder Zweite in Bayern der älter als 40 Jahre ist, übt ein Ehrenamt aus“, betonte die Ministerin, die es gerade noch rechtzeitig in den Sitzungssaal des Landratsamtes geschafft hatte.
Sie und ihre Landtagskollegen stellten immer wieder mit Erstaunen fest, dass es in anderen Bundesländern nicht annähernd diese Ehrenamtskultur gebe, wie in Bayern. „Das macht unser Bayern so reich.“ Die Vielfalt der Ehrenämter biete für jeden die Möglichkeit, sich da zu engagieren, wo er sich am besten aufgehoben fühle. Sie wisse aber auch, dass die Politik gefordert sei, optimale Rahmenbedingungen für das Ehrenamt zu schaffen. In Bayern sei man da auf einem guten Weg, ist Schreyer überzeugt und nannte den bayerischen Ehrenamtspreis, die Ehrenamtskarte oder die bayerische Zukunftsstiftung Ehrenamt. „Wenn es das Ehrenamt nicht gäbe, müssten wir es erfinden“, so die Ministerin, die ihre Rede mit einem Zitat von Adolf Kolping beendete: „Wenn jeder auf seinem Platz das Best tut, wird es auf der Welt bald besser aussehen.“
Auch die Hauptakteure des Abends arbeiten ehrenamtlich
Gruß- und Dankesworte richteten auch Ulla Kurz und Axel Flörke an die Gäste der Preisverleihung. „Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie sie“, betonte die stellvertretende Landrätin und Flörke wünschte sich, dass der Fokus des Ehrenamts sich noch stärker auf junge Menschen richten soll. „Wir sollten darauf achten, dass sich ehrenamtliches Engagement auf die Jüngeren überträgt, damit auch die in Zukunft Freude am Leben schenken können, an sozial benachteiligte Menschen.“
Gastgeber des Abends war die VR-Bank Landsberg-Ammersee, allen voran Vorstandsvorsitzender Stefan Jörg, der die besonders hohe Dichte an Ehrenamt im Landkreis Landsberg in den Fokus seiner Begrüßung stellte. „Hier wird geholfen, ganz selbstverständlich.“ Besonders freue es ihn, dass der 2010 ins Leben gerufene VR-Sozialpreis Anreiz für so manches neue Projekt im Landkreis gewesen sei. Durch den Abend führte Moderator und LT-Redakteur Dominic Wimmer. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Gospel-Chor „The Sweet60s“ und für das leibliche Wohl der ländliche Schmankerl-Service Lech-Ammersee. Passend zum Thema Ehrenamt: Alle Hauptakteure beim VR-Sozialpreis traten unentgeltlich auf, wie Stefan Jörg betonte.