30000 Verstöße wurden im vergangenen Jahr vom Ordnungsamt der Stadt Landsberg bearbeitet, davon ereigneten mehr als die Hälfte (18000) im fließenden Verkehr. Eine Bilanz, mit der Referatsleiter Ernst Müller aber gut leben kann, wurden doch neuralgische Punkte wie zum Beispiel vor Kindergärten oder Schulen durch die Messungen zum Teil deutlich entschärft.
Vor rund zwölf Jahren ist die Stadt Landsberg in die kommunale Verkehrsüberwachung eingestiegen. Der Grund war damals die steigende Zahl von Unfällen, deren Ursache in der deutlichen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit zu suchen war. Vor zwei Jahren wurde für 195 000 Euro ein eigenes Messfahrzeug angeschafft, seither ist es im Stadtgebiet im Einsatz. In der jüngsten Bauausschusssitzung präsentierte Ernst Müller nun auf Anfrage von Grünen-Stadtrat Ludwig Hartmann Zahlen und Erfahrungen, die im Zeitraum von Januar bis 31. Dezember 2011 gemacht wurden.
Sein persönliches Fazit lautet dabei: „Wo intensiv gemessen wurde, da gehen die Verstöße deutlich zurück.“ Augenfälligstes Beispiel sei die Von-Kühlmann-Straße mit dem Messpunkt „Evangelischer Kindergarten“. Als dort die Geschwindigkeitsmessungen aufgenommen wurden, lag die Zahl der Verstöße zwischen 200 und 220 pro Tag. Ernst Müller setzte gerade in der Anfangsphase auf intensive und kurze Intervalle. Das Resultat: Inzwischen liegt die Zahl der Verstöße konstant zwischen 70 und 80.
Dass sich dennoch keine Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen, erklärt er am Beispiel Holzhauser Straße. Trotz intensiver Messungen und deutlich sichtbarem Messfahrzeug bewege sich die Zahl der Überschreitungen konstant zwischen 140 und 150 pro Tag.
In der Gesamtbetrachtung halte sich die Beanstandungsquote (Zahl der in einem Zeitraum gemessenen und beanstandeten Fahrzeuge) in Grenzen. Sie lag im vergangenen Jahr bei 18182 beanstandeten Fahrzeugen. Das entspricht einer Quote von 2,7 Prozent. Ernst Müller: „Laut Statistik beginnt der kritische Wert erst ab zehn Prozent.“
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