Die Pläne für die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Kaufering werden konkreter. Nach einer Sitzung des Marktgemeinderats hat Pfarrer Engelbert Birkle auf Nachfrage den aktuellen Stand der Überlegungen erläutert. Im Mittelpunkt steht ein Neubau am bisherigen Standort, der deutlich kleiner ausfallen soll als die bestehende Kirche.
Künftig sollen dort rund 230 Gläubige Platz finden. Damit passt sich das Konzept stärker an die Größe der Gemeinde an. Gleichzeitig soll das Gelände neu gedacht werden: Die frei werdenden Flächen sind als Begegnungsort vorgesehen, unter anderem mit einem franziskanischen Garten als Raum der Ruhe und Besinnung. Auch kulturelle Nutzungen wie Konzerte und Vorträge sind Teil der Planungen.
Landesamt für Denkmalpflege stuft Kirche nicht als Denkmal ein
Die Kirche selbst soll nach den Vorstellungen der Pfarrei stärker als multifunktionaler Raum genutzt werden. Pfarrer Birkle spricht von einem sozialen Zentrum für den Ort. Ergänzt wird das Baukonzept durch nachhaltige Elemente wie eine Photovoltaikanlage auf der Südseite des Daches.
Ein wichtiger Punkt ist inzwischen geklärt: Das Landesamt für Denkmalpflege hat mitgeteilt, dass keine Denkmaleigenschaft besteht. Damit entfällt das denkmalrechtliche Verfahren, und die Planungen können grundsätzlich weiterverfolgt werden.
Der Zeitplan bleibt ambitioniert. Ein Abriss der bestehenden Kirche ist frühestens für 2026 oder 2027 vorgesehen, der Neubau könnte 2027 starten. Eine Einweihung im Jahr 2028 gilt als möglich, sofern die weiteren Schritte planmäßig verlaufen.
Auch die Finanzierung ist weiterhin ein zentrales Thema. Die Gesamtkosten werden auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Rund 4,5 Millionen Euro sollen über Kirchensteuermittel gedeckt werden, die Pfarrei selbst muss etwa 1,5 Millionen Euro aufbringen. Laut Birkle verfügt die Pfarrei derzeit über Rücklagen von rund 100.000 Euro. Ansonsten sollen unter anderem durch Grundstücksverkäufe (Pfarrgarten und eine Wohnung in der Welfenstraße), Zuschüsse und Spenden die Finanzierung ermöglichen.
Heiligenfiguren könnten Platz in Partnergemeinden finden
Offen bleibt der Umgang mit Teilen der Ausstattung. Besonders die rund 30 Jahre alte Orgel sorgt für Überlegungen. Das Instrument ist für den kleineren Neubau zu groß und könnte in einer Kirche in Augsburg eine neue Heimat finden. Dort laufen jedoch noch Gespräche, eine Entscheidung steht aus. „100.000 Euro für die Orgel stehen derzeit im Raum“, teilt Birkle mit.
Auch das große Altar-Mosaik benötigt einen alternativen Platz. Pfarrer Birkle nennt hierfür die Friedhofskirche: Teile des Mosaiks könnten dort eine neue Heimat finden, sofern diese Baumaßnahme finanziert werden kann. Und für die acht großen Heiligenfiguren wird in europäischen Partnergemeinden nach möglichen Standorten gesucht.
Ein besonderes Anliegen bleibt zudem der Erhalt des beliebten Flohmarkts im Kirchenkeller. Birkle hofft, dass Kirche und Kommune gemeinsam nach einer neuen Lösung suchen.
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