Zwölf Jahre leitete Georg Epple als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde Apfeldorf. Auf der Bürgerversammlung wurde ihm jetzt der Ehrentitel Altbürgermeister von seinem Nachfolger Gerhard Schmid verliehen. Der Gemeinderat hatte die Ehrung beschlossen. Epple war bei der vergangenen Kommunalwahl im März 2020 nicht mehr angetreten. Ein häufiger von Epple geäußerter Wunsch erfüllt sich inzwischen und stellt die Kommune zugleich vor Herausforderungen.
„Dass du es geschafft hast, dass sich ein Arzt bei uns niederlässt, ist ein Verdienst, das immer mit deinem Namen verbunden sein wird“, so Schmid. Die Gemeinde profitiere zudem davon, dass es Epple gelungen sei, dass Apfeldorf zum Raum für besonderen Handlungsbedarf erklärt worden sei. „Deswegen bekommen wir beispielsweise bei der Erneuerung der Trinkwasserversorgung Zuschüsse.“ Sein Vorgänger sei „beharrlich bis zur Lästigkeit“ gewesen, so Gerhard Schmid und betonte, dass er sich damit auf eine Aussage von Landrat Thomas Eichinger beziehe. Damals sei es um die Erweiterung der Kläranlage gegangen.
Eine Waldgruppe im Apfeldorfer Kindergarten?
Auch seien in der Zeit seines Vorgängers zwei Baugebiete ausgewiesen und der Kindergarten zweimal erweitert worden, verwies Schmid. Tanja Annibalini, Leiterin des Kindergartens, sagte scherzhaft, dass sich die Aufrufe von Georg Epple in der Vergangenheit, die Bürgerinnen und Bürger mögen für Nachwuchs sorgen, nun bemerkbar machten. „Wir haben 50 Kindergarten- und 13 Krippenkinder und sind erstmals an der Auslastungsgrenze.“ Hintergrund des Aufrufs war in der Vergangenheit die Sorge, dass Apfeldorf keine eigene Schule mehr haben könnte, würden nicht mehr Kinder geboren. Im vergangenen Jahr kamen 16 Apfeldorfer Babys auf die Welt, informierte Bürgermeister Gerhard Schmid. Laut Annibalini gibt es Überlegungen, eine Waldgruppe zu gründen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. „Wir befragen demnächst die Eltern dazu, ob Interesse besteht.“
Apfeldorfs Grundschule hat seit acht Jahren keine Schulleitung
Ute Eckebrecht-Worbs, Schulleiterin in Denklingen und aktuell auch in Apfeldorf, berichtete bei der Bürgerversammlung, dass es heuer nur eine erste Klasse gibt, weil sich vergleichsweise viele Eltern dafür entschieden hätten, den Nachwuchs noch ein Jahr im Kindergarten zu lassen. Sie hoffe zudem, dass wieder eine Schulleiterin gefunden werde. Die Stelle in Apfeldorf sei inzwischen schon acht Jahre vakant. „Es wurde mehrfach erfolglos ausgeschrieben. Während der Corona-Pandemie war die Schulleitung auch nicht unbedingt ein toller Job. Vielleicht findet sich jetzt jemand, wo es abklingt.“ Sie dankte der Gemeinde auch dafür, dass die Bücherei verlagert und so ein weiterer Raum genutzt werden konnte während der Phase des Wechselunterrichts und weniger Schüler daheim bleiben mussten.
Ute Eckebrecht-Worbs bedankte sich bei der Gemeinde zudem für die Dienstgeräte fürs Lehrerkollegium, die Zusage, dass Digitaltafeln angeschafft werden und Tablets, mit denen dann die Kinder der vierten Klasse arbeiten sollen. Die Schulleiterin berichtete, dass derzeit 90 Kinder aus Apfeldorf und Kinsau die Grundschule besuchten. Die Prognose fürs Schuljahr 2024/25 gehe von 120 Kindern aus.