Union und SPD haben sich auf eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes geeinigt. Die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, fällt weg. Was die geplanten Änderungen für die Bürgerinnen und Bürger bedeuten, darüber hat unsere Redaktion mit Andreas Weigand, Geschäftsführer von KLIMA³, der Energieagentur der Landkreise Landsberg, Starnberg und Fürstenfeldbruck, gesprochen.
Die Bundesregierung hat Eckpunkte zu einem neuen Heizungsgesetz beschlossen. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
ANDREAS WEIGAND: Es gibt bisher nur Eckpunkte, keinen ausformulierten Gesetzentwurf. Deshalb ist eine abschließende Einschätzung nicht möglich. Unabhängig davon bleibt aber das übergeordnete Ziel bestehen: Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden, und der Gebäudesektor spielt dabei eine zentrale Rolle. Was wir jetzt benötigen, ist kein weiterer Kurswechsel, sondern Verlässlichkeit. Das Handwerk und wir erleben Verunsicherung bei Kundinnen und Kunden.
Treten die erneuerbaren Energien damit in den Hintergrund?
WEIGAND: Grund zur Sorge besteht, aber auch wenn Öl- und Gasheizungen weiter eingebaut werden können, wie es im Eckpunktepapier heißt – die Richtung bleibt klar: Fossile Energieträger werden durch den steigenden CO₂-Preis und europäische Klimavorgaben zunehmend teurer. Wer heute in eine neue Heizung investiert, sollte diese langfristigen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Heizen mit erneuerbarer Energie – etwa über Wärmepumpen, Wärmenetze oder hybride Lösungen – ist deshalb kein politischer Trend, sondern eine strukturelle Entwicklung, die nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern effizienter und wirtschaftlicher als Heizen mit fossilen Energieträgern.
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