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Die Wahlperiode in Greifenberg endet teils missvergnüglich

Greifenberg

Die Wahlperiode in Greifenberg endet teils missvergnüglich

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    Ein Leserbrief, der die in Greifenberg nicht mehr vorhandene Gastronomie (das Foto zeigt den ehemaligen Gasthof zur Post) zum Ausgangspunkt von Kritik an Zweitem Bürgermeister Hagen Adler machte, hat jetzt auch im Gemeinderat ein Echo ausgelöst.
    Ein Leserbrief, der die in Greifenberg nicht mehr vorhandene Gastronomie (das Foto zeigt den ehemaligen Gasthof zur Post) zum Ausgangspunkt von Kritik an Zweitem Bürgermeister Hagen Adler machte, hat jetzt auch im Gemeinderat ein Echo ausgelöst. Foto: Gerald Modlinger

    In ganz kleiner Besetzung trat der Greifenberger Gemeinderat in seiner letzten Sitzung der Wahlperiode zusammen. Als Zweiter Bürgermeister Hagen Adler die Sitzung eröffnete, waren acht von 15 Kommunalpolitikern anwesend, man war also gerade so beschlussfähig. „Das Gremium hat sich etwas verdünnisiert“, sagte Adler dazu. Mit ein paar Minuten Verspätung traf noch Andreas Albrecht ein, dennoch übertraf die Zahl der Zuhörer die Zahl der Gemeinderatsmitglieder deutlich.

    Auch wenn die Runde klein war, wurde eine letzte große Ausgabe getätigt, und am Ende des öffentlichen Teils sorgte noch ein in unserer Zeitung erschienener Leserbrief für mehrere Wortmeldungen. Die große Ausgabe bezog sich auf die Sanierung des Kindergartens Windradl: Der Gemeinderat beauftragte neue Fenster und Türen zum Preis von 476.000 Euro, die Kosten liegen damit um 20.000 Euro über der Kostenberechnung.

    Es hätte zwar noch einen günstigeren Anbieter gegeben, dessen Angebot etwas unter der Schätzung lag, berichtete Zweiter Bürgermeister Adler. Allerdings habe dieser nicht alle Formblätter abgegeben und so habe dieser von der Vergabe ausgeschlossen werden müssen.

    Ein Leserbrief sorgt im Greifenberger Gemeinderat für Gesprächsstoff

    Für noch etwas mehr Gesprächsstoff sorgte am Ende des öffentlichen Sitzungsteils ein Leserbrief. Dessen Autor Rudolf Habermann brachte darin zum Ausdruck, dass der derzeitige Zweite Bürgermeister, der diese Funktion in der neuen Wahlperiode weiterhin ausüben möchte, von einer anderen Person abgelöst werden sollte, weil es diesem an „klarer Haltung, Standvermögen und Weitsicht“ fehle.

    Das sei „unterste Schublade“, sagte dazu der zum Bürgermeister gewählte Roman Albrecht. Hagen Adler habe als Vertreter der krankgeschriebenen Bürgermeisterin Patricia Müller einen „sehr guten Job“ gemacht. Es sei sehr schade, wenn jemand nicht das Gespräch suche und mit Unwissenheit solche Äußerungen mache. Mit Blick auf den Vorwurf, Adler kümmere sich nicht entschieden genug um eine Gastronomie im Dorf, verwies Albrecht darauf, dass Adler wegen der früheren Badgaststätte das Gespräch mit dem Landrat gesucht habe. Wenn dieser aber sage, der Landkreis mache diesbezüglich nichts, dann „kann der Zweite Bürgermeister nichts dazu sagen, weil es nichts zu sagen gibt, wenn man von Dritten abhängig ist“.

    Während die meisten am Ratstisch zustimmend klopften, merkte Dr. Bernhard Gall an, bei dem Leserbrief handle es sich um eine „rein private Sache“: Deshalb sei darüber auch nicht im Gemeinderat zu sprechen.

    Die ausscheidenden Gemeinderäte sollen beim Dorffest verabschiedet werden

    Zweiter Bürgermeister Adler sagte, er sei darüber enttäuscht, dass ein ehemaliger Gemeinderat so etwas geschrieben habe. Dieser müsse eigentlich wissen, wie in den kommunalen Gremien gearbeitet wird. Rudolf Habermann gehörte von 1984 bis 1990 dem Gemeinderat an. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass die A96 in ihrer heutigen Form erbaut und die Ersatzstraße nicht durch das Dorf geführt wurde. Bis heute verfolgt er die Gemeindepolitik und ist Mitglied der Wählervereinigung „L(i)ebenswertes Dorf“, wie er bestätigt. Der Leserbrief habe aber nichts mit dieser Mitgliedschaft zu tun. „Ich lasse mich nicht von irgendwelchen Gruppierungen beeinflussen“, betont er.

    Die für die letzte Sitzung angedachte offizielle Verabschiedung der sieben ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder fand nicht statt, da von diesen lediglich zwei zur Sitzung gekommen waren. Das Dorffest am 1. Mai stelle aber einen würdigen Rahmen dar, dies zu tun, meinte Adler.

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