Am späten Sonntagnachmittag, dem Vortag von Lichtmess (2. Februar), hatte der freie Seelsorger Ludwig Streicher zu einer Andacht an der Crescentia-Kapelle in Dienhausen eingeladen. Die stimmige Winterlandschaft und das Wetter waren wie geschaffen für diesen Tag, der im Jahreslauf traditionell das Ende der Weihnachtszeit bedeutet. In Bayern war dieser Tag bis zum Jahre 1912 sogar gesetzlicher Feiertag und mit ehemals alten bäuerlichen Bräuchen und Wetterregeln lässt er das nahende Frühjahr erahnen. Im Kirchenjahr wird im Lukasevangelium an die Darstellung Jesu im Tempel erinnert, 40 Tage nach seiner Geburt, wobei er als „Licht der Welt“ dem Propheten Simeon begegnet und von ihm als Erlöser erkannt wird. Gerade in Krisenzeiten werde das Fest Mariä Lichtmess als Mahnung verstanden, die Hoffnung nicht zu verlieren, wie Streicher betonte, und er ermunterte zu Zusammenhalt und gegenseitigem Miteinander.
Eine angezündete Kerze symbolisiere Licht, Hoffnung, Leben und Wärme. Sie stehe für spirituelle Erleuchtung, diene als Zeichen des Gedenkens an Verstorbene und schaffe eine meditative, friedliche Atmosphäre, um die Verbindung zum Göttlichen auszudrücken, Schutz zu erbitten oder als Opfergabe. Traditionsgemäß wurden anschließend die mitgebrachten Kerzen gesegnet. In diesem Zusammenhang erwähnte Streicher außerdem, dass der 2. Februar auch als „Tag des geweihten Lebens“ gefeiert wird. Von Papst Johannes Paul II im Jahre 1997 eingeführt, würdigt er das Leben von Ordensleuten und Gemeinschaften, die ihr Leben Gott weihen. Der Tag betone die Bedeutung von Ordensleuten als „Lichtträger“. Streichers Dank galt abschließend allen Mitwirkenden, besonders dem Ehepaar Birgid und Matthäus Unsin sowie den Gebrüdern Johann und Josef Hafenmayr für die musikalische Begleitung der Feier, und den Teilnehmenden für ihr Kommen. Am Ende der Andacht wurde ebenfalls noch der traditionelle Blasiussegen, dessen Gedenktag am 3. Februar begangen wird, erteilt.
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