Bislang unbekannte Täter sollen das Eingangstor des jüdischen KZ-Friedhofes Kaufering-Nord gestohlen haben, hieß es in einer ersten Pressemitteilung der Polizei Landsberg. Letztlich stellte sich der Fall aber anders dar.
Bei dem Tor handelt es sich um ein eisernes, einteiliges Tor mit eingearbeitetem Davidstern. Zeugen, die Angaben zum Verbleib des Tores oder zum Täter hätten machen können, wurden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Landsberg unter Tel. 08191/9320 in Verbindung zu setzen. Die weiteren umliegenden Gedenkstätten wurden durch die Polizeiinspektion Landsberg überprüft.
Nach Veröffentlichung der Polizeimeldung wies die Stiftung Bayerische Gedenkstätten darauf hin, dass das Tor berechtigt entnommen wurde. Es handelt sich um eine Instandhaltungsmaßnahme, nach der das Tor wieder eingesetzt wird. Der angezeigte Diebstahl wird zur Einstellung an die Staatsanwaltschaft übersandt, verweist die Polizei Landsberg in einer zweiten Pressemitteilung zu dem Vorfall.
In der Gedenkarbeit engagiert ist unter anderem die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne). Sie informiert im Gespräch mit unserer Redaktion, dass ihr das Fehlen des Eingangstores am Freitag aufgefallen sei und sie auch die Umgebung abgesucht habe, ob es dort irgendwo liege. Samstag ging Triebel zur Polizei, um den vermeintlichen Diebstahl zu melden. „Ich habe dort auch angegeben, dass die Stiftung Bayerische Gedenkstätten für den Friedhof verantwortlich ist.“ Triebel zeigte sich erleichtert, dass es sich nicht um einen Diebstahl handelt.
Mit schätzungsweise 3000 begrabenen Toten ist der Kauferinger KZ-Friedhof in der Hurlacher Heide die größte der 14 Ruhestätten in der Region, für in den Außenlagern Kaufering des Konzentrationslagers Dachau umgekommenen Häftlingen.
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