Endlich wieder öffentliches Leben, mag sich die eine oder der andere Eresinger gedacht haben und besuchte die Bürgerversammlung im Saal des "Alten Wirts". Die persönliche Begegnung stand eindeutig an erster Stelle, Wortmeldungen positiver oder kritischer Art zum Bericht des Bürgermeisters blieben aus. Michael Klotz ist seit zwei Jahren Bürgermeister der Gemeinde Eresing. Dass er jetzt erstmals zu einer eigentlich jährlich verpflichtenden Bürgerversammlung einlud, ist – natürlich – der Pandemie geschuldet. Und in den vergangenen drei Jahren hat sich einiges getan - auch bei der Einwohnerzahl.
In guter Eresinger Tradition trug Klotz zunächst einen umfassenden, alle wichtigen Informationen beinhaltenden Bericht vor. Erste interessante Zahl: Die Gemeinde hat die 2000-Einwohner-Grenze überschritten. Ganz aktuell leben in dem Ort 2026 Bürger. Damit die dörfliche, ortsbildprägende Struktur erhalten bleibt, soll laut Klotz eine Sanierungssatzung für den Altort erlassen werden. Für Grundstückseigentümer in diesem Gebiet werde es demnächst eine Informationsveranstaltung geben. Zur Trinkwasserversorgung sagte der Bürgermeister, sie sei gut und reichlich. Allerdings müsse auch an die Zukunft gedacht und eine Notversorgung sichergestellt werden. Eresing habe deshalb erneut Gespräche mit der Nachbar- und VG-Gemeinde Windach aufgenommen, bezüglich eines Anschlusses von Eresing an den neuen Windacher Brunnen im Schöffeldinger Wald. Für Pflaumdorf werde ebenfalls an einer Trinkwasser-Notversorgung gearbeitet.
Anrufsammeltaxis fahren weiter und der Bus von Eresing zur S-Bahn öfter
Die Radwegeverbindungen von und nach Eresing sollen optimiert werden. So sind laut Klotz die notwendigen Beschlüsse und Grundstückskäufe für die Realisierung eines Radwegs nach Windach erledigt. Die weitere Realisierung laufe über Windach. Am asphaltierten Lückenschluss des Radwegs von Eresing nach Ramsach werde derzeit von den beteiligten Gemeinden gearbeitet. ÖPNV: Die Verträge bezüglich des Anrufsammeltaxis wurden bis zum kommenden Frühjahr verlängert und der Landkreis möchte die Buslinie 91 weiter ausbauen. So sollen eine morgendliche Lücke geschlossen und mittags vier zusätzliche Fahrten angeboten werden. Zum Haushalt 2022 konnte der Bürgermeister nichts sagen, er befinde sich derzeit noch in Aufstellung. Die Finanzwirtschaft sei aber stabil und genehmige einen optimistischen Blick in die Zukunft.
Nach dem Bericht des Bürgermeisters sprach Detlef Däke über abgeschlossene, laufende und zukünftige Projekte der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Ammersee, in der 18 Gemeinden mit rund 80.000 Einwohnern zusammengeschlossen sind. Bis zum Jahresende, nimmt der LAG-Manager an, sind zwei Millionen Euro aus den Fördertöpfen abgeschöpft.
Altbürgermeister Josef Loy bekommt ein Gemälde überreicht
36 Jahre Bürgermeister einer Gemeinde: Josef Loy kann auf eine solch lange Zeit zurückblicken. Den Titel Altbürgermeister hat er schon, jetzt konnte ihm, zwei Jahre nach seinem Ausscheiden, endlich auch ein Geschenk der Gemeinde überreicht werden. Es ist ein von Anita Braunschmidt gemaltes Bild der Eresinger Dorfmitte. Loys Nachfolger Michael Klotz würdigte die Verdienste Loys in den 36 Jahren vom 3. Mai 1984 bis zum 30. April 2020 mit einigen beeindruckenden Zahlen. Loy habe 52 Gemeinderatsmitglieder erlebt, zu 665 Sitzungen eingeladen und 10.000 Tagesordnungspunkte gemeinsam mit dem Gemeinderat bearbeitet.
Drei Projekte hob der amtierende Bürgermeister besonders hervor: den Kanalbau während der 1990er-Jahre, den nicht unumstrittenen Kauf des Vogelwirts mit Neugestaltung zum „Alten Wirt“ mit Dorfgemeinschaftshaus und den Kindergarten, wo es zunächst mit nur einer Gruppe losging.
Nach einer Wortmeldung war bei der Bürgerversammlung alles gesagt
Eine Wortmeldung gab es: Lothar Bergmann möchte eine Kneippstelle in Eresing installieren. Die Einrichtung sei eine gute Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen, so Bergmann. Er ist derzeit auf der Suche nach einem Grundstück und Mitstreitern. Auch eine Gründungsversammlung für die Initiative am 1. Juni ab 19.30 Uhr beim „Alten Wirt“ ist bereits geplant. Ein weiterer Schmerz von Lothar Bergmann: Als Beauftragter für die Schulweghelfer ist er auf der Suche nach engagierten Ehrenamtlichen, die sich dieser morgendlichen Aufgabe annehmen können.