Zu beiden Seiten des Lechs kümmerten sich fleißige Helferinnen und Helfer seit den Morgenstunden, um die vier Altäre für eine festliche Fronleichnamsprozession herzurichten. So gestaltete das engagierte ehrenamtliche Damenteam um Annette Forstner vom Pfarrgemeinderat der Stadtpfarrkirche zu den Heiligen Engeln die beiden Altäre in der Katharinenstraße wunderschön. Ehe die Frauen zum Gottesdienst in die Stadt radelten, musste der prächtige Blütenteppich vor der Karolinenbrücke besprüht werden, damit die noch vorbei brausenden Autos das Kunstwerk nicht verwirbelten. Um die perfekte Ausstattung der beiden Altäre auf der anderen Lechseite kümmerten sich mit weiteren Helfern Kirchenpfleger Stefan Arnold von der Heilig-Kreuz-Kirche und Mesner Thorsten Poth von Mariä Himmelfahrt. Vor dem dortigen Pfarrhof legte Uli Kwiedor, die seit 20 Jahren den Frühschoppen nach der Prozession organisiert, noch letzte Hand an, während ihr Ehemann Andreas einige gelbe Bänder in die von der Stadt aufgestellten jungen Birken hängte.
Derweil füllte sich die Stadtpfarrkirche mit Gläubigen. Die Fahnenabordnungen der Feuerwehr und des Heimat- und Volkstrachtenvereins Edelweiß platzierten sich um den Altar, zu dem weihrauchumhüllt 20 Ministrantinnen und Ministranten beider Pfarreien mit den Stadtpfarrern Gregory Herzel und Michael Zeitler sowie Diakon Martin Bauer zogen. Die Chöre beider Stadtpfarrkirchen umrahmten die Messe.
Jesus wird in festlicher Kleidung durch die Landsberger Straßen getragen
„Gott will bei uns sein, um uns zu stärken, zu führen und uns Kraft zu geben“, betonte Stadtpfarrer Michael Zeitler. In seiner Predigt, die unter dem Motto „Kleider machen Leute, Glaube bedeutet Leben“ stand, beleuchtete Stadtpfarrer Gregory Herzel die Aussage auch aus Sicht der kirchlichen Liturgie und etwas schmunzelnd aus eigenen Erfahrungen und fragte, „passt es noch, was ich im Schrank habe?“. „Wir wollen äußerlich zum Ausdruck bringen, was wir innerlich fühlen. Heute, an Fronleichnam, tragen wir Jesus in festlicher Kleidung hinaus in unsere Straßen.“
Dort warteten bereits Musiker der Stadtjugendkapelle und der Stadtkapelle unter der Leitung von Daniela Sparrer, zusammen mit dem Mann für alle (Not-)Fälle, Phillip Hartmann, der die Aufstellung der Fronleichnamsprozession koordinierte. Auf Fahnen, Kreuze und Heiligenfiguren folgte der Baldachin, unter dem Stadtpfarrer Zeitler mit der Monstranz schritt.
Musiker, Politiker, Ministranten, Kommunionkinder und ein Heer singender und betender Gläubiger versammelte sich vor dem ersten Altar gegenüber dem Klostereck, an dem Schwester Antonia vom Kloster der Dominikanerinnen in ihren Fürbitten um den Segen für die Kirche und ihre Verantwortlichen bat. Am zweiten Altar gegenüber der Katharinenkirche ersuchte Annette Forstner um Frieden für die Stadt und die ganze Welt. Auf dem Weg zurück zum dritten Altar wurde die Gottesmutter Maria mit Gebeten und Musik gegrüßt. Christiane Mayer appellierte, die Schöpfung zu bewahren und erflehte den Segen für Felder und Fluren.
Vor dem Rathaus tragen die Bürgermeister die Bitten vor
Weiter ging die Prozession zur letzten Station vor dem Historischen Rathaus. Am Altar erbaten die Bürgermeister Moritz Hartmann und Felix Bredschneijder den Segen für alle Verantwortlichen der Stadt, für Feuerwehr, Rettungskräfte, Kinder, Jugendliche, Einsame, am Rande der Gesellschaft lebende, für Geflüchtete, damit sie eine neue Heimat finden, einfach für alle Menschen der Stadt.
Die Bilder der Fronleichnamsprozession in Landsberg
Nach dem „Te deum“ und dem Eucharistischen Schlusssegen, nahmen viele Prozessionsteilnehmer den Weg über die Kirche Mariä Himmelfahrt, wo sie sich applaudierend für die Feier bedankten, um von dort zum Frühschoppen im Pfarrhof zu gelangen.
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