Wer das Studio von Kosmetik-Ella-Rode in Landsberg betritt, erwartet vermutlich Gesichtsbehandlungen, Pflegeprodukte oder entspannende Wellnessmomente. Die gibt es dort natürlich auch. Doch seit einiger Zeit kommen auch Menschen mit ganz anderen Sorgen durch die Tür: sie sind geplagt von Rückenschmerzen, Migräne, Fibromyalgie oder Nervenschmerzen. Manche haben bereits eine lange Behandlungs-Odyssee hinter sich. Ein weiterer Teil unserer Gesundheitsserie unter dem Motto „Gesund & schön“.
Beim Betreten des Studios fällt der Blick auf ein futuristisch wirkendes Gerät mit zwei Öffnungen für die Hände. „Alpha Cooling“ steht darauf. Eine Entwicklung aus dem Allgäu, genauer gesagt von Markus Deussl, die inzwischen weit über Bayern hinaus Aufmerksamkeit erregt. Die Behandlung wirkt auf den ersten Blick fast zu simpel: Die Anwender legen ihre Hände mehrfach für jeweils zwei Minuten in die Kammern mit leichtem Unterdruck und einer Kühlplatte. Kein Eisbad, keine Ganzkörper-Kältekammer, kein Entkleiden. Dennoch soll der Reiz auf den gesamten Organismus wirken.
Ganz ohne Eisbad oder Kältekammer wird das Blut im Körper gekühlt
In ihrem Studio hat Ella Rode eine Atmosphäre geschaffen, mit der sie ihren Kundinnen und Kunden den Aufenthalt so angenehm wie möglich macht. Sie nimmt sich für jede Person Zeit und beginnt das Erstgespräch mit der Anamnese. „Ich möchte wissen, welche Beschwerden die Menschen haben und ob es Einschränkungen gibt, die eine Alpha-Cooling-Behandlung ausschließen“, erklärt sie beim Besuch unserer Redaktion.
Steht der Behandlung aber nichts im Wege, erklärt Ella Rode die Anwendung ausführlich und hört den Menschen zu. Gerade Schmerzpatienten hätten oft nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch das Gefühl, mit ihrem Leiden allein zu sein, erzählt sie. Dann geht es auch schon los. Platz nehmen auf einem bequemen Stuhl vor dem Gerät, das ein wenig an einen Fahrsimulator erinnert, und die Hände in die Unterdruck-Kammern schieben. Während die Hände heruntergekühlt werden, verändert sich die Stimmung vieler Besucher sichtbar, weiß Rode. „Erst ist da Skepsis, dann kommt die Entspannung“.
Nach zwei Minuten Kühlung kommt eine zweiminütige Phase außerhalb der beiden Kammern, dann beginnt der nächste Zyklus. „Bei mir genießen meine Kunden acht Zyklen, viele andere bieten nur fünf an“, berichtet Ella Rode und erklärt: „Ich möchte, dass die Menschen genügend Zeit habe zu entspannen und bei der Alpha-Cooling-Behandlung ganz bei sich anzukommen.“ Die Idee hinter Alpha Cooling entstand übrigens ursprünglich aus dem Wunsch nach schnellerer Regeneration im Sport, um Schmerzlinderung ging es erst einmal überhaupt nicht. Markus Deussl entwickelte die Technik im Allgäu und kombinierte Kühlung mit Unterdruck. Später bemerkte er offenbar, dass Anwender nicht nur regenerierter waren, sondern auch von Schmerzlinderung berichteten.
Alpha Cooling kann auch bei Sportverletzungen helfen
Mittlerweile wird Alpha Cooling bei verschiedensten Beschwerden eingesetzt, etwa bei Rheuma, Arthritis, Fibromyalgie, Migräne oder Sportverletzungen. Auch Menschen mit Long-Covid-Symptomen suchen Hilfe bei der Methode. Besonders aufmerksam wurde die Öffentlichkeit, nachdem Fernsehsendungen über die „Anti-Schmerzbox aus dem Allgäu“ berichtet hatten. Danach stieg die Nachfrage sprunghaft an.
Eine erste Beobachtungsstudie des Orthopäden Dr. Frank Wolfram deutete zudem darauf hin, dass viele Teilnehmer nach der Anwendung eine deutliche Verringerung ihrer Schmerzen wahrnahmen. Besonders bemerkenswert: Einige berichteten sogar am Folgetag noch von einer spürbaren Verbesserung.
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