Die erste Sitzung des neuen Kauferinger Marktgemeinderats hatte es sofort in sich: Gleich bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters kam es zur Kampfabstimmung zwischen CSU und SPD. Am Ende setzte sich der erfahrene Thomas Wiesmann durch.
Mit 24 anwesenden Mitgliedern war der neue Marktgemeinderat Kaufering in seiner konstituierenden Sitzung vollständig beschlussfähig. Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD) sprach in seiner Antrittsrede von der „bedeutendsten Sitzung der Legislaturperiode“. Der Rat müsse Entscheidungen treffen, die weit über die kommenden sechs Jahre hinausreichen. Salzberger verwies auf große Herausforderungen wie die demografische Entwicklung, den Umgang mit Ressourcen und die Verantwortung für die Gemeindefinanzen. „Wir sind verantwortlich für Kaufering“, sagte er und appellierte an die Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg. „Parteipolitik einpacken und gemeinsam auf Sachpolitik konzentrieren.“
Im Anschluss übernahm Dominik Leder die Sitzungsleitung. Der neue Geschäftsleiter des Marktes Kaufering, wurde von Salzberger scherzhaft als „fleißigste Person heute“ bezeichnet. Elf neue Mitglieder des Marktgemeinderats wurden anschließend vereidigt: Nikolas Löwenthal, Dr. Franziska Süß, Oliver Maylandt, Daniel Schneider, Dr. Werner Zwickl und Tobias Helmer von der CSU, Flora Kurz und Maximilian Wiesmann von der SPD, Manfred Huber (Kauferinger Mitte), sowie Florian Mailänder und Simon Frohnwieser von Jungen Union.
Salzberger machte früh deutlich, dass er weiterhin zwei stellvertretende Bürgermeister für notwendig hält. „Selbst drei wären knapp, wenn einer krank und einer im Urlaub ist“, sagte er. Gegen die Regelung gab es keine Einwände, der Beschluss fiel einstimmig.
Bürgermeisterkandidat Löwenthal unterliegt bei Abstimmung im Marktgemeinderat
Spannend wurde es anschließend bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters. CSU-Fraktionssprecher Stephan Nitsche schlug den Bürgermeisterkandidaten Nikolas Löwenthal vor, Markus Wasserle schlug für die SPD Thomas Wiesmann vor. Das Ergebnis: Von 24 Stimmberechtigten gab es einen ungültigen Stimmzettel. Löwenthal erhielt zehn Stimmen, Wiesmann setzte sich mit 13 Stimmen durch. Die bisherige Zweite Bürgermeisterin Gabriele Hunger übergab ihm anschließend symbolisch den Schlüssel.
Damit ging das Amt trotz des starken CSU/JU-Ergebnisses bei der Kommunalwahl an die SPD. Löwenthal zeigte sich nach der Wahl enttäuscht. „Wir sind die stärkste Kraft im Gremium“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Für ihn gehöre es „zum guten Ton“, dass die CSU den Zweiten Bürgermeister stellt. Löwenthal sprach jedoch von einer „Topbesetzung“ bei den Referaten. Insgesamt freue er sich auf die Arbeit im neuen Rat. Nach Monaten auf den Zuschauerplätzen habe sich die erste Sitzung als Mitglied „richtig angefühlt“.
2. Bürgermeister betont Unerfahrenheit von Löwenthal
Wiesmann erklärte auf Anfrage unserer Redaktion: Bereits in einer Vorbesprechung mit den Fraktionssprechern habe man angekündigt, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. „Der Zweite Bürgermeister sollte schon ein bisschen Erfahrung haben“, so Wiesmann, der dem Marktgemeinderat seit 2002 angehört. Der 57-jährige IT-Spezialist gilt als kommunalpolitisch erfahren und gut vernetzt. Wiesmann ist Ur-Kauferinger, sein Vater saß bereits 36 Jahre im Gemeinderat. Löwenthal sei hingegen „noch sehr unerfahren“, zudem sei „im Wahlkampf auch ein bisschen Porzellan zerbrochen worden“. Wiesmann sagte weiter: „Wir haben von Anfang gesagt, dass ihm Erfahrung fehlt. Hätte es einen anderen Kandidaten der CSU gegeben, wäre es vielleicht anders ausgegangen.“
Auch sein Sohn Maximilian Wiesmann gehört nun dem Gremium an. Der 32-Jährige ist wie sein Vater IT-Spezialist und rückte für Salzberger nach, der erneut zum Ersten Bürgermeister gewählt worden war.
Bei der Wahl des Dritten Bürgermeisters setzte sich Tobias Kirchberger (Grüne) gegen Oliver Maylandt (CSU) durch. Von 24 gültigen Stimmen entfielen 13 auf Kirchberger, zehn auf Maylandt, eine Stimme erhielt Manfred Huber von der Kauferinger Mitte.
Anschließend beschloss der Rat die Besoldung des Ersten Bürgermeisters. Die Einstufung in Besoldungsgruppe B2 wurde einstimmig angenommen. Damit erhält Salzberger rund 8900 Euro brutto monatlich. Die Dienstaufwandsentschädigung in Höhe von 600 Euro wurde mit 19:4 Stimmen beschlossen, die Grünen stimmten dagegen.
Auch die Entschädigung der ehrenamtlichen weiteren Bürgermeister wurde geregelt. Sie erhalten weiterhin monatlich 325 Euro, mit denen sämtliche Dienstgeschäfte abgegolten sind. Ab dem ersten Tag einer Urlaubs- oder Krankheitsvertretung des Ersten Bürgermeisters wird zusätzlich eine Entschädigung von 140 Euro pro Kalendertag gewährt.
Huber gehört nach sechs Jahren Pause wieder dem Marktgemeinderat an. Der 59-jährige IT-Spezialist war bereits von 2014 bis 2020 Mitglied des Gremiums und hatte den Wiedereinzug bei der vergangenen Wahl verpasst. In der Sitzung brachte er mehrere Anträge ein, die unter anderem auf zurückhaltendere Entschädigungen und sparsamere Regelungen abzielten. Seine Vorschläge fanden jedoch keine Mehrheit.
Auch die Referentenposten wurden vergeben. Stephanie Rauch übernimmt den Bereich Gleichstellung und Personal. Für Jugend wurde Florian Mailänder gewählt, kulturelle Angelegenheiten übernimmt weiterhin Dr. Thomas Harbich. Das Referat Landwirtschaft, Forsten und Wasserschutzgebiet war das Einzige, über das abgestimmt werden musste. Oliver Maylandt setzte sich dabei mit 14 zu 10 Stimmen gegen Gabriele Triebel durch. Simon Frohnwieser übernimmt das Vereinswesen, Elke Koch den Bereich Schule, Claudia Dahme Senioren, Dr. Franziska Süß Kindertagesstätten sowie Markus Wasserle Gewerbe und Wirtschaft.
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