Die Bienen summen, die Käfer graben sich durch die Erde und die Vögel haben reichlich Auswahl beim Futter, so ungefähr sieht wohl das Idealbild der Menschen aus, die das Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“, bekannt geworden unter dem Motto "Rettet die Bienen", unterzeichnet haben. Ein Pilotprojekt in diese Richtung starten jetzt je ein Landwirt aus Kaufering und Epfenhausen gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck (AELF). Das Vorhaben wurde jetzt im Gemeinderat Kaufering vorgestellt.
Die Flächen des Marktes seien gut geeignet, äußerte Tilo Scholze vom AELF zu Beginn. Zwar seien 70 Prozent Grünflächen, was etwas unter dem Schnitt im Freistaat liege, dafür würden aber 50 Prozent landwirtschaftlich genutzt, was überdurchschnittlich sei. "Wichtig ist, dass wir Lebensräume für die Wildtiere vernetzen. Das ist bisher zu wenig der Fall", so Scholze.
Mehrere Maßnahmen zwischen Epfenhausen und Kaufering geplant
Der Kauferinger Landwirt und Kreisobmann Johann Drexl, der auch im Marktgemeinderat für die CSU sitzt, erläuterte was geplant ist. "Wir wollen Hecken pflanzen, mit Totholz Lebensraum für die Wildtiere schaffen, Blühstreifen anlegen und einen 40 Zentimeter hohen Wall aufpflügen." Dieser sei auf der Südseite dann trockener wegen der stärkeren Sonneneinstrahlung und habe somit eine andere Struktur als die Nordseite. "Die Tiere können sich dort ihre Nische suchen." Der Wall könnte aus Sicht des Kreisobmanns auch die Funktion des Windbrechers haben.
Auch solle das Gras an den Feldwegen bis Juni oder Juli stehen bleiben, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Und Haufen aus Lesesteinen sind vorgesehen. Umgesetzt werden soll das Projekt im Bereich der Kapelle St. Wallpurga, die sich zwischen Kaufering und Epfenhausen befindet. Aus dem Penzinger Ortsteil macht Landwirt Peter Thoma mit. Geht es nach Drexl, soll die "bislang sehr aufgeräumte" Landsberger Platte mehr Struktur bekommen. Zwischen Lech im Westen und Verlorenem Bach im Osten solle wieder eine Verbindung für die Wildtiere entstehen.
Westerholz und Lechleite sollen Teil des Projektes werden
Scholze mahnte an, möglichst großräumig zu denken. Das Westerholz und die Lechleite sollten möglichst einbezogen werden. Die Landwirte seien zwar die wichtigste Gruppe, weil ihnen der Grund gehöre, es sei aber durchaus sinnvoll, auch Imker oder Jäger mitzunehmen bei dem Projekt, sagte er. So sieht es auch Johann Drexl, der eine Informationsversammlung für die Grundbesitzer bis hinauf nach Egling organisieren möchte, wie er ankündigte. Scholze verwies darauf, dass auch das Amt für Ländliche Entwicklung eingebunden sei und es auch Ausgleichzahlungen und Fördermittel gebe.
Gemeinderätin Gabriele Triebel (Grüne) lobte den Ansatz und verwies darauf, dass Käfer und andere Tiere nicht an Gemeindegrenzen stoppten und äußerte, dass auch über eine Einbeziehung der Magerrasenflächen auf Kauferinger Flur nachgedacht werden sollte. ""Wir haben bislang noch keinen Masterplan und sind froh, dass wir zwei Landwirte dafür gewinnen konnten, um etwas Neues zu schaffen", antwortete Scholze. Er verwies auch darauf, dass es bereits geschützte Flächen im Landkreis gebe, die in der Verantwortung der Unteren Naturschutzbehörde lägen.