Am Markustag haben Bruder Antonius (Dieter) Pimiskern und Bruder Jakob (Ralph) Neipp in der Klosterkirche der Erzabtei St. Ottilien ihre ewige Profess abgelegt. Zahlreiche Gläubige sowie Familienangehörige und Freunde der Professen nahmen an der Feier teil, meldet das Kloster.
Von Erzabt Wolfgang Öxler erhielten sie das Stundengebetbuch als Symbol für die zentrale Bedeutung des Gebets im Leben eines Benediktiners. Die Kukulle, den langen, faltenreichen Chormantel, den sie zur zeitlichen Profess noch ärmellos getragen hatten, bekamen die beiden nun mit den typischen weiten Ärmeln.
Mönch zu sein bedeutet einen Weg in die Einfachheit und Freude
In seiner Predigt verwies Pater Klaus Spiegel auf die Symbolik der Kukulle: Sie sei „kein Designerstück“, sondern „ein Zeichen dafür, dass euch Gott mit seiner ganzen Fülle umkleidet“. Das Bekenntnis zum Ordensleben deutete er als „Vergegenwärtigung der Taufe und damit Umbruch in ein neues Leben“. Dies schließe auch den Verzicht auf Selbstbezogenheit und das Loslassen aller vermeintlichen Größe mit ein. „Ein Weg in die Einfachheit und Freude. Ihr vertraut euer Leben ganz Gott an. Er liebt den Menschen, wie er ist - nicht nach unseren Kriterien - und er duldet es nicht, wenn wir uns zu Richtern gegenüber anderen machen.“
Bruder Jakob, Jahrgang 1965, stammt aus Trossingen. Als Sakristan bereitet er die Gottesdienste in der Klosterkirche, der Unterkirche und der Ottilienkapelle vor und pflegt die Gottesdiensträume. Ferner sind seine Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem früheren Berufsleben weiterhin gefragt: Als Mediengestalter erstellt er Plakate und Programmhefte für die Ottilianer Konzertreihe und arbeitet als Friseur für die Gemeinschaft.
Der jüngste Professe trägt am Abend eine rote Laterne zum Abendgebet
Bruder Antonius Pimiskern, Jahrgang 1973, kommt aus Fürstenfeldbruck, wo er in der Behindertenarbeit und Asylberatung tätig war. In St. Ottilien arbeitet der Sozialpädagoge als Erzieher im Tagesheim des Gymnasiums. Er wirkt im Medienteam der Erzabtei mit und bringt als Tonmeister seine Erfahrung bei Veranstaltungen ein. Ebenso engagiert er sich als Feuerwehrmann.
Am Abend des Professfeiertags übernahm Bruder Antonius eine besondere Aufgabe: Als jüngster ewiger Professe trug er gemäß einer Ottilianer Tradition am Ende der Mönchsreihe eine rote Laterne in das Abendgebet. Mit der nächsten ewigen Profess wird diese Aufgabe an den zuletzt eingetretenen Mönch weitergegeben. Bereits am Vorabend hatte die Gemeinschaft drei Kandidaten ins Noviziat aufgenommen – möglicherweise wird einer von ihnen diese Rolle dann übernehmen.
Mit aktuell 70 Mönchen ist St. Ottilien eines der größten Benediktinerklöster Europas. (AZ)
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