Kommentar zum Ganztag an Schulen im Landkreis Landsberg: Wie will denn das warme Mittagessen?
Kommentar
Döner statt Schulessen: Das Problem des Ganztagsangebots an Schulen
Der Landkreis Landsberg treibt einen hohen Aufwand, um Schulen mit warmem Mittagessen zu versorgen. Doch lohnt sich das? Ein Kommentar von LT-Redakteur Thomas Wunder.
Der Landkreis Landsberg treibt einen hohen Aufwand, um Schulen mit warmem Mittagessen zu versorgen.Foto: Franziska Kraufmann/dpa (Symbolbild)
Ab August haben Kinder einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule. Das stellt Kommunen vor Herausforderungen. Schon jetzt fehlt es an Personal und Räumen. Dass auch die Versorgung mit einer warmen Mahlzeit am Mittag zum Problem werden kann, musste jetzt das Landratsamt in Landsberg erfahren. Dabei stellt sich die Frage, ob der Aufwand gerechtfertigt ist.
Schulen mit Ganztagsangebot müssen an allen Tagen des Ganztagsbetriebs ein Mittagessen anbieten. Nimmt man die Zahlen, die das Landratsamt vom Ammersee-Gymnasium und vom Dominikus-Zimmermann-Gymnasium liefert, dann ist das Ergebnis eher ernüchternd, weil nur ein geringer Anteil der Schülerinnen und Schüler das Angebot nutzt. Wer mittags einen Blick in die Metzgereien, Dönerläden oder Supermärkte in Nachbarschaft der Landsberger Gymnasien wirft, weiß, warum. Döner, Leberkäsesemmel oder Sushi sind offenbar beliebter und günstiger als das angebotene Mittagessen.
Keine Frage, Ganztagsangebote sind wichtig, ein warmes Mittagessen auch. Doch bei der Umsetzung stoßen die Sachaufwandsträger schnell an ihre Grenzen. Der Landkreis hat (hoffentlich) eine gute Lösung gefunden, bei der die Küche der Mensa an den Beruflichen Schulen eine wichtige Rolle spielt. Dennoch ist der personelle Aufwand hoch, um nur einen Bruchteil der Schüler zu versorgen. In die Diskussion um die Kreisfinanzen passt, dass der Landkreis auch in diesem Fall die Kosten für eine von Bund und Freistaat auf den Weg gebrachte Entscheidung tragen muss. Wie in vielen anderen Bereichen auch.
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