Landsberg bekommt ein Technologietransferzentrum (TTZ) der Hochschule Augsburg. Ziel ist es, dort für kleine und mittelständische Unternehmen innovative Lösungen in den Zukunftsfeldern Datenwissenschaften und autonome Systeme zu entwickeln. Professor Frank Danzinger, Präsidialbeauftragter für Technologie und Innovation an der Hochschule Augsburg, stellte das Projekt nun im Kreisausschuss vor und klärte unter anderem Fragen zur Finanzierung.
Die TTZ sind wissenschaftsgestützte Innovationstreiber für die regionale Wirtschaft. Sie richten sich insbesondere an mittelständische Unternehmen, die über keine eigene Forschungsabteilung verfügen und mit dem TTZ die Möglichkeit erhalten, gezielte anwendungsbezogene Forschungsaufträge zu erteilen. Das Interesse der Firmen und Betriebe im Landkreis Landsberg an einer Kooperation ist groß. Laut Danzinger könnten nach aktuellem Stand die Bedarfe von mehr als 20 Unternehmen abgedeckt werden.
Vom Freistaat Bayern gibt es eine Anschubfinanzierung
Unter anderem würden die Felder Forschungsarbeit, Entwicklung, Weiterbildung und Lehre sowie Existenzförderung abgedeckt. Ein konkreter Starttermin wird Danzinger zufolge im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres angestrebt. Zuvor werde es noch den offiziellen Förderbescheid geben – dieser sei mit viel Bürokratie verbunden. Erfahrungsgemäß brauche der Anlauf "ein bisschen Zeit". Am Grundausbau könnten rund zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beteiligt sein, im weiteren Verlauf könnte sich die Anzahl dann in Richtung 20 Beschäftigte verschieben.
Vonseiten des Freistaats Bayern gebe es eine Anschubfinanzierung in Höhe von bis zu 7,5 Millionen Euro. Dadurch werden in den ersten fünf Jahren die Laborausstattung und die Personalkosten finanziert. Später müsse sich das Landsberger TTZ dann selbst tragen. "Bisher ist das immer gelungen und wir gehen davon aus, dass es auch hier klappt", so Frank Danzinger.
Das Technologietransferzentrum in Landsberg wird als große Chance gesehen
Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, die benötigten Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen beziehungsweise anzumieten. Die Mietkosten teilen sich die Stadt und der Landkreis Landsberg. Wie André Köhn, Wirtschaftsförderer bei der Stadt, auf Nachfrage mitteilt, benötige das TTZ in der Summe etwa 600 Quadratmeter für eine Werkhalle und Büroräume. Der Bereich Data Science könnte sich im neuen Landsberger Stadtviertel Urbanes Leben am Papierbach Platz finden, der Bereich autonome Systeme auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Penzing, sagte Landrat Thomas Eichinger (CSU) unlängst gegenüber unserer Redaktion. Noch seien die Standorte aber nicht fix.
In der Sitzung des Kreisausschusses sagte Eichinger, dass die Unternehmen große Hoffnungen in die Ansiedlung des TTZ setzten und dieses zu einer "Attraktivierung des Standorts" beitrage. Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sieht eine große Chance für die Stadt und den Landkreis. Mit der Hochschul-Außenstelle werde ein weiteres Bildungsangebot geschaffen und damit eine Lücke geschlossen.