Auf große Resonanz stieß der Vortrag von Dr. Hans Alzinger über Leben, Werk und politisches Engagement der Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz. Der Sprecher der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus, Ingo Lehmann, freute sich über die zahlreichen Interessierten, die den Weg ins Restaurant Il Lago di Garda gefunden hatten.
Dr. Alzinger zeichnete den Lebensweg der 1867 in Königsberg geborenen Künstlerin nach, deren zeichnerische Begabung früh erkannt und gefördert wurde. Nach Studien in Königsberg, Berlin und München heiratete sie den Arzt Karl Kollwitz und zog mit ihm nach Berlin. Dort gelang ihr 1897 mit dem druckgrafischen Zyklus „Ein Weberaufstand“ der künstlerische Durchbruch. Es folgten weitere bedeutende Werkgruppen wie der Zyklus „Bauernkrieg“.
Der Erste Weltkrieg, in dem ihr Sohn Peter mit nur 18 Jahren fiel, prägte Käthe Kollwitz tief und führte sie zum Pazifismus. Als erste Frau wurde sie in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen und zur Professorin ernannt. Ihr künstlerisches Schaffen verband sich zunehmend mit sozialem und politischem Engagement – etwa in der Internationalen Arbeiterhilfe oder der Deutschen Liga für Menschenrechte.
1933 unterstützte Kollwitz den „Dringenden Appell“ zum Zusammenschluss der linken Parteien. Die Repressionen des NS-Regimes folgten unmittelbar: erzwungener Austritt aus der Akademie, Verhöre durch die Gestapo, zeitweilige Flucht in die Tschechoslowakei. Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ wurden zahlreiche ihrer Werke aus deutschen Museen entfernt. Die Ereignisse der Reichspogromnacht erschütterten sie zutiefst. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie nach Nordhausen und später nach Moritzburg bei Dresden, wo sie am 22. April 1945 verstarb.
„Wir danken Dr. Hans Alzinger sehr herzlich für diesen eindrucksvollen Abend“, sagte Ingo Lehmann, Sprecher der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus. „Sein Vortrag hat nicht nur das Leben von Käthe Kollwitz lebendig werden lassen, sondern auch gezeigt, wie eng Kunst, Humanität und politisches Engagement miteinander verbunden sind.“
Dieser Inhalt wird uns zur Verfügung gestellt
Sie haben das Wort! Vereine, Schulen, Kirchen sowie andere Gruppierungen und Einrichtungen aus der Region können ihre Texte und Bilder über unser Portal unter www.azol.de/upload hochladen.
Unsere Redaktion prüft, was veröffentlicht werden kann - in der Zeitung und Online -, nimmt aber keine redaktionellen Veränderungen vor. Wir freuen uns auf Ihre Neuigkeiten!
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren