In Schwifting wurden, wie berichtet, mehr als 1800 Unterschriften gegen die mögliche Ansiedlung der holzverarbeitenden Firma Steico beim Weiler Stillern gesammelt. Die Petition wurde an den Bayerischen Landtag übergeben. Rund 300 Unterschriften stammen von Penzinger Bürgerinnen und Bürgern. Der Weiler liegt näher an der Schwiftinger als Penzinger Wohnbebauung, weswegen der Widerstand gegen die Ansiedlung des Betriebs, der rund um die Uhr arbeiten soll, dort besonders groß ist. Doch auch in Penzing wird jetzt gegen das Vorhaben mobilisiert und es wird ein Bürgerbegehren ins Gespräch gebracht.
Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern verteilte kürzlich an alle Haushalte der Gemeinde Penzing eine Wurfsendung, in der sie darlegt, warum sie den Standort Stillern für „absolut nicht geeignet“ hält. Kritisiert wird unter anderem ein "überdimensionierter Flächenfraß". Penzings Bürgermeister Peter Hammer sprach zuletzt davon, dass es um 15 bis 20 Hektar gehe. Gegner fürchten, dass Steico das gesamte Areal nutzen will. Das ist 26 Hektar groß.
Dauerlärm und Verkehrschaos durch Steico-Ansieldung?
Die Penzinger fürchten zudem eine deutliche Zunahme des Verkehrs auf der Kreisstraße, die parallel zur A96 verläuft. Es besteht zudem die Sorge, dass die Kreisstraße verbreitert wird, um Begegnungsverkehr von Lkw zu ermöglichen, heißt es in einer Stellungnahme der Initiative. Kritisiert wird auch, dass es sich um ein lärmintensives Gewerbe handele. "Wir haben jetzt schon den Autobahnlärm. Der Dauerlärm der Säge- und Häckselmaschinen käme hinzu und wir hätten die Gerüche und Staubemissionen ,frei Haus'. Über den Produktionsanlagen würde dauerhaft und ständig eine zwischen fünf und 25 Meter hohe Wasserdampfwolke hängen – diese würde dann auf immer unseren Blick nach Süden dominieren und bei entsprechender Windrichtung den Verkehr auf der nur 100 Meter entfernten Autobahn beeinträchtigen (zeitweise Sichtbehinderung; Glatteisbildung im Winter)", schreiben die Gegner der Steico-Ansiedlung.
Informationsfluss wird von Penzingerinnen und Penzingern beklagt
Die Initiatoren beklagen zudem, den aus ihrer Sicht ungenügenden Informationsfluss. Im Juni hatte der Gemeinderat beschlossen, dass ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Die Gegner verweisen darauf, dass Anfang September von der Gemeinde ein weiterer, "noch umfangreicherer Fragenkatalog“ an Steico verschickt worden sei, die Antworten dazu aber noch ausstünden.
„Für den Fall des Falles“ bereite die Gruppe bereits ein Bürgerbegehren vor, heißt es in der verschickten Pressemitteilung. Penzings Bürgermeister Peter Hammer sagt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Das stößt bei mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Unverständnis, nachdem ich mich bereits mehrfach öffentlich dazu geäußert habe, dass das Verfahren ergebnisoffen und der Abwägungsprozess noch lange nicht abgeschlossen ist.“ Der Wunsch der Kritiker scheine zu sein, solche Anfragen ungeprüft, quasi kategorisch und ohne Abwägung abzulehnen. „Das widerspricht meiner Denk- und gewissenhaften Arbeitsweise – so verstehe ich meine Verantwortung nicht.“
Dass 300 Unterschriften gegen die Steico-Ansiedlung aus Penzing stammen, kommentiert der Bürgermeister so: „Es gehört zu meinem Demokratieverständnis, dass man gegensätzlicher Ansichten sein darf. Ich kann nur hoffen, dass diese Menschen umfassend und nicht nur einseitig informiert sind, was mir zum heutigen Zeitpunkt schier unmöglich erscheint, da noch gar nicht alle relevanten Informationen bekannt sind.“