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Rainer Walch war maßgeblich an den Kunstnacht-Anfängen beteiligt

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Rainer Walch war maßgeblich an den Kunstnacht-Anfängen beteiligt

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    Silvia Großkopf (links) und Almut Walch mit Gemälde von Rainer Walch in der  Zedergalerie Landsberg
    Silvia Großkopf (links) und Almut Walch mit Gemälde von Rainer Walch in der Zedergalerie Landsberg Foto: Christian Rudnik

    Als der 2019 verstorbene Künstler Rainer Walch Mitte der 1990er-Jahre nach Landsberg zog, führte die Bildende Kunst eher ein Schattendasein im Landkreis, erinnert sich seine Witwe Almut Walch. „Einmal im Jahr einen Abend nur der Bildenden Kunst widmen“, das zu realisieren, war ihm ein großes Anliegen, so Almut Walch. Als er den damaligen Marketingleiter der Stadt, Raimund Stolz auf dem Christkindlmarkt 2000 traf, nutzte er die Gelegenheit, über seine Vorstellungen zu sprechen, und fand ein offenes Ohr.

    In Künstlerkreisen standen Mitstreiterinnen und Mitstreiter mit der gleichen Idee bereits in den Startlöchern. Zusammen stellten sie dem seinerzeitigen Oberbürgermeister Ingo Lehmann das Kunstnacht-Projekt vor und konnten ihn von der Idee überzeugen. Das Zusammenspiel aller Akteure klappte hervorragend, und bereits 2001 gab es die erste Lange Kunstnacht. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Erfolgskonzept ständig weiter, die ersten Führungen mit Sigrid Knollmüller zeigten überwältigende Resonanz.

    Der verstorbene Rainer Walch in der Zedergalerie in Landsberg.
    Der verstorbene Rainer Walch in der Zedergalerie in Landsberg. Foto: LT (Archiv)

    Als nächstes Vorhaben initiierte Rainer Walch 2002 den Landsberger Kunstsommer, abwechselnd in der Säulenhalle und in der von ihm 1999 gegründeten Kunstschule ART Haus. Die ersten Sommerakademien entstanden und 2003 bildete sich ein loser Zusammenschluss von Künstlerinnen und Künstlern, die 2012 den Kunstverein Landsberg e. V. gründeten, dem Rainer Walch bis zu seinem Tod 2019 vorstand. „Er hätte noch so viele Pläne und Ideen gehabt“, berichtete Alma Walch, die mehr als 30 Jahre an seiner Seite verbrachte. Über zehn Jahre gab er als Dozent an der VHS sein Gespür für Farben, Formen und kreative Ausdruckskraft weiter.

    Noch heute ist die leuchtende Farbigkeit seiner Zeichnungen und Plakate nicht nur auf der Landsberger Wiesn zu finden. Der 1942 in Frankfurt am Main geborene Rainer Walch entdeckte schon früh seine schöpferische Tiefe. Bereits als Kind begann er allerorts Skizzen zu erstellen und beachtliche Radierungen zu kreieren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der renommierten Frankfurter Staedelschule und schloss dieser noch ein betriebswirtschaftliches Studium an. 

    Das Aquamarinblau ist in fast allen großformatigen Bildern zu finden

    Der lebhafte Künstler mit dem flotten, durch Acryl unterstützten Malstil engagierte sich mit Leidenschaft für sein Metier. Er sah seine Kunst als Dialog mit den Betrachtenden, den Formen und Farben. Während eines Schaffensprozesses entwickelte er bereits ein neues Motiv, eine fortsetzende Expression oder Variante. Sein Wissen, seine Neugierde und sein künstlerisches Potenzial hielten ihn davon ab, sich mit immer Wiederkehrendem zu beschäftigen. Eine Konstante ist lediglich das Aquamarinblau, das auf fast allen seinen meist großformatigen Bildern zu finden ist.

    Im Rahmen der 25. Langen Kunstnacht am 20. September, ab 18.30 Uhr widmet sich die Ausstellung „Stationen“ in der Zedergalerie seinem vielseitigen Wirken. Silvia Großkopf, die erste Vorsitzende des Galerievereins und ihr Stellvertreter Bert Braxenthaler haben aus dem umfangreichen Nachlass circa 30 Exponate ausgewählt, die einen umfassenden Einblick in die Entwicklung des vielseitigen Malers und Zeichners geben. „Es war uns wichtig, den künstlerischen Werdegang zu dokumentieren“, so Silvia Großkopf, die zusammen mit Almut Walch „Tulpen“ von 2006 in der Zedergalerie vorstellte. Daneben erwarten die Besucherinnen und Besucher eine Auswahl von frühen Exponaten mit realistischen Sujets, über experimentelle Varianten im Materialmix wie „Der Dirigent“ von 2012, bis hin zu seinen letzten beeindruckenden Arbeiten, auf denen die dominierende Freiheit der Farbe zum Motiv wird.

    Die Ausstellung „Stationen“ bleibt im Anschluss an die Lange Kunstnacht am Samstag, 20. September, noch bis zum 4. Oktober in der Zedergalerie zugänglich. Interessierte sind zu einer Matinee mit Führung am 27. September eingeladen.

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