"Demokratie leben" wurde am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien in die Tat umgesetzt, als die AG Demokratieförderung ein Planspiel für die gesamte Mittel- und Oberstufe veranstaltete. "Die Initiative und die komplette Organisation lag bei den Schülerinnen und Schülern. Ich habe sozusagen für zwei Vormittage die Macht an die Betroffenen abgegeben - und sie haben das eindrucksvoll genutzt", fasst Schulleiter Andreas Walch das Ergebnis dieses Projekts im Rahmen vieler Impulse zur Demokratieerziehung zusammen. So wurden Rollen verteilt, Gremien gebildet, Experten geladen, Verantwortlichkeiten und Diskussionsregeln geklärt und schließlich in vielen Abstimmungen konsensfähige Resolutionen verabschiedet. Die Planspielleiterin Lena Frank aus der 13. Klasse war selbst überrascht: "Es hat wunderbar geklappt. Es herrschte wirklich überall großer Ernst und hohe Disziplin und das Ergebnis ist ein gewichtiges Statement in Richtung Schulpolitik."
Offenbar hat das Streitthema einen Nerv getroffen: "Leistungskultur". Es ging um das Dilemma, in einer Leistungsgesellschaft als Lernende gefordert zu sein und sich gleichzeitig vom Druck der Anforderungen häufig überlastet zu fühlen. Damit kamen Aspekte der Lehrpläne, Notengebung und vor allem die Leistungsmessung ausführlich zur Sprache und wurden mit bedenkenswerten und konkreten Lösungsvorschlägen versehen. Dieser schwierige Themenkomplex wurde dann am Abend noch in einer Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten vertieft, zu der wiederum die AG Demokratieförderung geladen hatte. Neben der Schülervertreterin Ines Kamperschrör und dem Mathematik- und Sportlehrer Sebastian Haberl waren als Personen der Bildungspolitik Gabriele Triebel (Grüne), Dr. Ute Eiling-Hütig (CSU) sowie die wissenschaftliche Schulentwicklungsexpertin Dr. Lisa Gutschik zu Gast. Man war im lebhaften Austausch über den dringenden Reformbedarf bei vielen pädagogischen Praktiken und auch eine Anpassung mancher Leistungsmessungs-Prinzipien wurde gefordert.
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