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Scheuringer Pflegelotsin: „Es ist keine Schande, wenn man sagt: Ich kann es nicht mehr allein.“

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Scheuringer Pflegelotsin: „Es ist keine Schande, wenn man sagt: Ich kann es nicht mehr allein.“

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    Seit April ist Diana Berghofer als Pflegelotsin in Scheuring tätig.
    Seit April ist Diana Berghofer als Pflegelotsin in Scheuring tätig. Foto: Gemeinde Scheuring

    Diana Berghofer spricht klar und ohne große Umwege, dabei wirkt ihr Blick stets aufmerksam und zugewandt. „Ich bin einfach ein sozialer Mensch“, sagt sie selbst. Seit April ist sie als Pflegelotsin in Scheuring tätig.

    Der Anfang liegt beim Heimatband. Aus einer Idee der Gemeinde wurde mit einem kleinen Team ein Projekt, das sofort auf Resonanz stieß. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger kamen zur ersten Veranstaltung. „Das war schon phänomenal“, sagt Berghofer. Unter dem Motto „Scheuring hilft Scheuring“ soll ein Netzwerk entstehen, das Nachbarschaft wieder greifbar macht. Hilfe anbieten, Hilfe annehmen, ins Gespräch kommen und das möglichst unkompliziert.

    Wie das aussehen kann, zeigt sich schon jetzt. Beim Auftakt halfen Jugendliche älteren Gästen beim Einrichten des Heimatband-Kanals, erste Unterstützungsangebote entstanden direkt vor Ort. Nach einem schweren Herzinfarkt eines Scheuringers organisierte die Dorfgemeinschaft über das Heimatband konkrete Entlastung für die Familie. Für Berghofer sind das genau die Momente, die zeigen, dass die Idee funktioniert.

    Berghofer koordiniert seit April die Quartierpflege im Ort

    Hinzu kommt nun die Quartierpflege, die sie seit April als Pflegelotsin im Ort gestaltet. Ihre Aufgabe ist es, Bedarfe zu erkennen, Hilfe zu koordinieren und Menschen zusammenzubringen. Drei Vormittage pro Woche arbeitet sie in dieser Rolle, parallel bleibt sie in der Verwaltung tätig. Hinter dem Projekt steht ein größeres Konzept. Im Landkreis Landsberg soll die Quartierpflege in den kommenden Jahren flächendeckend aufgebaut werden. Der Hintergrund ist klar: Immer mehr Menschen benötigen Unterstützung, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Die Idee ist deshalb, Hilfe stärker im direkten Lebensumfeld zu organisieren. Bürgerinnen und Bürger übernehmen Aufgaben wie Einkaufen, Fahrdienste oder einfach Zeit für Gespräche. Koordiniert wird das durch Fachkräfte wie Berghofer.

    In der Praxis zeigt sich bereits, wo die Herausforderung liegt. „Eigentlich ist es fast andersherum“, sagt die 56-Jährige. Es gebe viele, die helfen wollen, aber weniger, die sich trauen, Hilfe anzunehmen. Genau hier setzt ihre Arbeit an. Sie möchte Hemmschwellen abbauen und Vertrauen schaffen. „Dass es keine Schande ist, wenn man sagt: Ich kann es nicht mehr allein.“

    Dass sie diesen Zugang hat, kommt nicht von ungefähr. Die gelernte Erzieherin hat lange in der Pfarrei gearbeitet, war im Kindergartenbereich aktiv und hat zahlreiche Projekte im Ort angestoßen. Vieles davon läuft bis heute. Ein Muster ist erkennbar: Auch persönliche Erfahrungen spielen eine Rolle. Sie reagiert auf das, was sie in ihrer eigenen Lebensphase wahrnimmt und gebraucht wird. Früher lag der Fokus auf Kindern und Familien, heute stärker auf älteren Menschen und auf denen, die Unterstützung im Alltag benötigen.

    Pflege und Abschied in der eigenen Familie haben ihr gezeigt, wie schnell man an Grenzen kommt. „Die letzten Jahre waren nie ohne Pflege“, erzählt sie aus ihrem Privatleben. Umso wichtiger ist ihr, dass es Strukturen gibt, die im Alltag helfen. Was sie antreibt, formuliert sie schlicht. „Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu helfen.“

    Veranstaltungen zum Thema Pflege

    • Aktionswoche: Demenzgerecht wohnen in Egling (4. bis 8. Mai): Wie lässt sich das Zuhause gestalten, wenn das Gedächtnis nachlässt? In unserer Musterwohnung zeigen wir praktische Hilfsmittel und Tipps für den Alltag bei Demenz. Man kann einen Alterssimulationsanzug testen und erleben, wie sich körperliche Veränderungen anfühlen. Die Pflegelotsin führt durch die Räume und beantwortet Fragen. Geöffnet: Montag bis Mittwoch 8–13 Uhr, Donnerstag 13.30–18 Uhr, Freitag 14–18 Uhr; Ort: neben dem QuartierPflege-Büro, Hauptstraße 33 in Egling.
    • Einweihung der Ratschbank in Egling am 4. Mai: Pflegelotsin Sarah Geissinger eröffnet die Bank ab 9 Uhr und bietet dort künftig alle 14 Tage Sprechstunden an – für alle Fragen rund um Pflege, ganz entspannt und unkompliziert. Ort: Vor dem QuartierPflege-Büro, Hauptstraße 33 in Egling
    • Informationsabend in Scheuring: Die QuartierPflege stellt sich vor am 6. Mai, ab 18.30 Uhr: Diana Berghofer stellt ihre Arbeit vor – und lädt dazu ein, Fragen zu stellen, ins Gespräch zu kommen und die QuartierPflege kennenzulernen. Mit dabei: Michaela Grabmeier, Pflegelotsin aus Vilgertshofen, berichtet aus der Praxis – wie sich die Unterstützung durch die QuartierPflege im Alltag bewährt hat. Der Pflegestützpunkt Landsberg am Lech ist mit einem eigenen Stand vertreten und erklärt verständlich, wie ein Pflegegrad beantragt wird. Auch Bürgermeister Konrad Maisterl ist dabei. Mehrzweckraum Scheuring, Buchenweg 9 in Scheuring.
    • Wohnen im Alter – So vielfältig wie das Leben am 9. Mai, zwischen 13.30 und 16.30 Uhr: Wie kann ich wohnen, wenn Unterstützung gefragt ist? Welche Hilfsmittel erleichtern den Alltag? Bei dieser Veranstaltung in der Schreinerei Kreitner kann man eine barrierefreie Musterwohnung besichtigen und sich bei verschiedenen Anlaufstellen zu ambulanter Pflege, Demenzwohngemeinschaften und alternativen Wohnformen informieren. Katarina Socher und Michaela Grabmeier stellen die QuartierPflege in Vilgertshofen vor. Ort: Schreinerei Kreitner, Landsberger Straße 15 in Issing.
    • Einweihung der Ratschbank in Issing am 5. Mai, zwischen 9 und 10 Uhr: Pflegelotsin Katharina Socher und Michaela Grabmeier eröffnen die Ratschbank der QuartierPflege und laden ein, das Konzept gemeinsam zu entdecken. Zu festen Zeiten sind sie persönlich vor Ort – für Gespräche und alle Fragen rund um Pflege. Ort: Dorfplatz Issing, Landsberger Str. 5 in Vilgertshofen.
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