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Schutz für Bayerns älteste Kulturerbe-Stätten: Wenn Nager und Pfahlbauten aufeinandertreffen

Landkreis Landsberg

Wenn Biber und 6000 Jahre alte Pfahlbauten aufeinandertreffen

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    Das Freigelände des Steinzeitdorfs Pestenacker mit den Nachbauten jungsteinzeitlicher Gebäude. Links: Schilder weisen nun auf die neuen Schutzzäune in den Bachböschungen hin.
    Das Freigelände des Steinzeitdorfs Pestenacker mit den Nachbauten jungsteinzeitlicher Gebäude. Links: Schilder weisen nun auf die neuen Schutzzäune in den Bachböschungen hin. Foto: BLfD

    Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) informiert in einer aktuellen Mitteilung über eine besondere Herausforderung an einer der ältesten Kulturerbestätten Bayerns: 2025 wurden am Loosbach auffällig aktive Tiere gemeldet, genau dort, wo sich in Pestenacker und Unfriedshausen im Landkreis Landsberg Fundstellen des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ befinden.

    Biber gefährden Bodendenkmäler in Pestenacker und Unfriedshausen

    Für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ist nach der Meldung der nagefreudigen Tiere klar: Hier treffen zwei Schutzgüter direkt aufeinander. Unter der Erde liegen hervorragend erhaltene Spuren jungsteinzeitlicher Siedlungen, besonders gut bewahrt durch feuchte Böden. Genau diese Bedingungen machen die Flächen aber auch für die geschützten Biber attraktiv, deren Grab- und Bautätigkeit die empfindlichen archäologischen Schichten gefährden: UNESCO-Welterbe trifft auf Naturschutz. So ist in Pestenacker nicht nur ein bestehender Schutzzaun beschädigt, sondern auch ein großer Biberdamm entstanden. Ebenso in Unfriedshausen nehmen die Nager-Aktivitäten zu.

    Die Lösung entsteht im engen Schulterschluss der Gemeinden, des Landratsamtes Landsberg, des Naturschutzes und dem BLfD: Der Schutzzaun in Pestenacker wird erneuert, in Unfriedshausen ein weiterer errichtet. Planung und Umsetzung erfolgen in enger Abstimmung mit dem BLfD, um Eingriffe in die Bodendenkmäler zu vermeiden und gleichzeitig den Anforderungen des Artenschutzes gerecht zu werden. Ergänzend werden regelmäßige Kontrollen etabliert.

    „Dass sich heute ausgerechnet Biber in 6000 Jahre alten Siedlungsspuren wohlfühlen, ist natürlich eine besondere Herausforderung. Umso schöner ist es, dass hier alle an einem Strang gezogen und eine Lösung gefunden haben, die Natur und Welterbe gleichermaßen schützt“, wird Dr. Veronika Fischer, Welterbekoordinatorin am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, in der Pressemitteilung zitiert. Das BLfD begleitete die Maßnahmen fachlich und unterstützte sie finanziell mit einem Zuschuss von 50 Prozent. Die übrigen Kosten tragen die Gemeinden Weil und Geltendorf.

    Übrigens: Im Steinzeitdorf Pestenacker findet zum UNESCO-Welterbetag am Sonntag, 7. Juni, von 13 bis 17 Uhr ein besonderes Programm statt. (AZ)

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