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Singen macht froh: Die lange Geschichte des Gesangvereins Frohsinn aus Landsberg

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Singen macht froh: Die lange Geschichte des Gesangvereins Frohsinn aus Landsberg

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    Der Gesangsverein Frohsinn aus Landsberg blickt auf eine lange Geschichte zurück: Ralf Dunzweiler, Gerhard Becher, Rudolf Weigel und Hannelore Weigel proben gern neue Lieder im kleinen Kreis am Klavier der Weigels.
    Der Gesangsverein Frohsinn aus Landsberg blickt auf eine lange Geschichte zurück: Ralf Dunzweiler, Gerhard Becher, Rudolf Weigel und Hannelore Weigel proben gern neue Lieder im kleinen Kreis am Klavier der Weigels. Foto: Dagmar Kübler

    Singen macht froh, hält jung und schult den Geist – und dennoch gibt es bei klassischen Gesangsvereinen wie dem Gesangverein Frohsinn Landsberg immer wieder eine Delle beim Nachwuchs. 40 Frauen und acht Männer, der Verein ist bei den Aktiven etwas ins Ungleichgewicht geraten. Dabei wurde er von Männern gegründet.

    Als „Arbeitergesangverein Frohsinn Landsberg“ wurde er 1919 bei einer Versammlung im Gasthof Schafbräu ins Leben gehoben, vor allem aus den Reihen der SPD heraus. Als Gegenreaktion auf den seit 1872 bestehenden Männerchor Gemütlichkeit, denn dieser stand nur für Geschäftsleute und Beamte offen. Jeder sollte singen können, so die Devise von „Frohsinn“ – aber zuerst einmal waren es auch dort nur Männer. Die Treffen fanden in Wirtshäusern statt, im Schafbräu, Christeiner, Süßbräu oder im Gasthaus Siebentisch. Ob die Männer nun eher dem Bier zusprachen und nicht so recht bei der Sache waren? Auf jeden Fall kamen 1926 Frauen dazu, um den Chor zu verstärken und die Männer auf Vordermann zu bringen.

    Zwei Protokollbücher voller Anekdoten und Fotos

    Das ging nicht lange gut, und so hatte der Chor in Bezug auf die Besetzung eine wechselvolle Geschichte. Ab 1986, als Sybille Neunzert die Chorleitung übernahm, durften die Frauen dann bleiben und überhaupt ging es aufwärts mit der Sangesqualität. Neunzert war die erste Frau als Dirigentin und wurde deshalb von den Männern scharf beobachtet. 1933 erging es dem Gesangsverein wie vielen, er musste seine Tätigkeit einstellen und wurde 1946 unter dem Namen „Frohsinn“ neu gegründet. Zwei Protokollbücher decken die Zeit bis 1952 ab, geschrieben mit Tinte in Sütterlinschrift, voller Anekdoten und Fotos, die zeigen, dass beim Singen allerhand los war. So gab es 1950 ein Sängertreffen in Landsberg, der Georg-Hellmeir-Platz war voll besetzt, die Zeitung titelte: „500 Sänger huldigten dem deutschen Lied“.

    Heute zählt der Gesangverein Frohsinn rund 70 Mitglieder. Mit dabei sind sogar Nachfahren der Vereinsgründer. So Gerhard Becher (76), der in Landsberg als langjähriger Eismeister im Sportzentrum bekannt ist. Sein Großvater Josef war nicht nur Mitgründer, sondern auch Vorstand bis 1950. Er wurde in diesem Amt von seinem Sohn Mathias Becher 1960 abgelöst. Als in dessen Familie am 2. August 1950 Sohn Gerhard geboren wird, wurde dieses Ereignis sogar im Protokoll vermerkt: mit dem Hinweise, dass er doch so bald wie möglich in den Verein eintrete – was er später auch tat, denn Singen im Wirtshaus versprach Geselligkeit.

    Gründungsmitglied Thomas Wunder mit Gattin Kunigunde Wunder, geborene Wunder. Das Bild hängt bei Familie Weigel.
    Gründungsmitglied Thomas Wunder mit Gattin Kunigunde Wunder, geborene Wunder. Das Bild hängt bei Familie Weigel. Foto: Dagmar Kübler

    Auch Hannelore Weigels Großvater Thomas Wunder war einer der Gründerväter. Seine Frau Kunigunde war eine geborene Wunder und trug diesen Namen von da an als Mädchen- und Familiennamen. Hannelore und Rudolf Weigel sind feste Größen im Gesangverein Frohsinn und stellen ihren großen Naturgarten alljährlich für das legendäre Grillfest zur Verfügung, bei dem Gerhard Becher nicht für das Eis, sondern auch für den Grill zuständig ist. Becher Tenor, Weigel Bass, beide mit ähnlichem Humor ausgestattet, sorgen auch bei Auftritten für lustige Einlagen, so mit „Blödsinn-Liedern“ wie „De dumme Deif‘l“ über zwei Dorfdeppen. Seit drei Jahren verstärkt Ralf Dunzweiler (63) den Verein, und zwar als erster Vorstand – in der Nachfolge von Klaus Müller – und Bass.

    Singstunden als Geschenk zum 60. Geburtstag

    Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass man zum Singen nie zu alt ist: „Zu meinem 60. Geburtstag hat mir meine Frau Singstunden bei Ludmilla Wachs geschenkt“, erinnert sich Dunzweiler, der mit Singen bis dato maximal im Auto oder unter der Dusche zu tun hatte. Wachs, die Gesang an der Städtischen Musikschule Landsberg unterrichtete und den Chor vom Gesangsverein Frohsinn leitet, entdeckte sein Talent, und wenige Monate später sang er schon Soli vor Publikum.

    Drei Generationen einer Familie auf einem Foto aus dem Jahr 1965: Auf dem Bild zu sehen sind Mathias Becher (Vierter von links, hinten), Gerhard Becher (Zweiter von links, vorne) und Josef Becher (Vierter von links, zweite Reihe).
    Drei Generationen einer Familie auf einem Foto aus dem Jahr 1965: Auf dem Bild zu sehen sind Mathias Becher (Vierter von links, hinten), Gerhard Becher (Zweiter von links, vorne) und Josef Becher (Vierter von links, zweite Reihe). Foto: Dagmar Kübler

    Auf eine spezielle Stilrichtung lässt sich der Verein nicht festlegen: Von geistlichem Liedgut hin zu festlichem Gesang und fröhlichen Belcanto-Liedern ist das Repertoire groß. Gesungen wird zu verschiedenen Anlässen, so für Senioren im Pfarrsaal der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, in den Gängen des Klinikums Landsberg, in Seniorenheimen, bei Maiandachten und zum Erntedank in der Wallfahrtskirche in Vilgertshofen. Oder an besonderen Orten wie dem Naumburger Dom bei Vereinsausflügen. Wer den Chor hören möchte, hat dazu bei der Messe in Vilgertshofen am 28. Juni um 10 Uhr Gelegenheit. Neue Vereinsmitglieder, die Geselligkeit und Singen verbinden möchten, sind willkommen. Weitere Informationen im Internet unter www.gv-frohsinn-ll.de.

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