Wer am Samstagnachmittag nach dem 8:2-Sieg gegen die SpVgg Langerringen in die Gesichter der Kauferinger Spieler und von Trainer Alex Wagner (35) schaute, wusste sofort: Keiner konnte sich richtig über den tollen Saisonabschluss freuen. Denn die Superserie von 19 Spielen in Folge ohne Niederlage wurde nicht mit der Meisterschaft und dem direkten Wiederaufstieg, sondern nur mit Platz zwei und (hoffentlich) vier Relegationsspielen „belohnt“.
Während beim Meister TSV Bobingen die „Landesliga-Korken“ knallten, gab’s beim VfL zum Frust-Abbau erst mal ein paar Biere und Leberkäs-Semmeln. Nix Saisonende, schon am Mittwoch geht’s weiter: Um 18.30 Uhr steigt in Kaufering das erste Relegationsspiel um den Aufstieg in die Landesliga. Da kommt der Landesliga-15. FC Ehekirchen nach Kaufering (Rückspiel am Samstag um 16 Uhr). Sollte der VfL diese erste Runde überstehen, wartet entweder der Landesliga-16., der TSV Niedersonthofen oder Bezirksliga Nord-Vizemeister, der VfR Neuburg/Donau auf Kaufering.
Mit Ehekirchen trifft der VfL Kaufering auf einen alten Bekannten
Mit Ehekirchen trifft die Wagner-Truppe auf einen alten Bekannten. Sechsmal standen sich die beiden Teams in den Spielzeiten 2022/23, 2023/24 und 2024/25 bereits in der Landesliga gegenüber. Dabei gab es unter den Trainern Ben Enthart, Sebastian Bonfert, Christian Feicht und Franco Simon zwei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen.
Auch Wagner machte schon Bekanntschaft mit der Mannschaft aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Erst im Februar, in der Wintervorbereitung, siegten die Kauferinger 4:2. Für Ehekirchen traf dabei der Stürmer doppelt, auf den die VfL-Abwehr am Mittwoch ganz besonders aufpassen muss: Der Bayernliga-erfahrene Christoph Hollinger (27), der spielende Co-Trainer, ist mit 16 Toren und acht Assists der Unterschiedsspieler und mit Abstand gefährlichste Akteur im FCE-Dress.
„Er und sein Bruder Julian stehen seit Jahren für Ehekirchen“, weiß Kauferings Sportlicher Leiter Uli Stengelmair, der den Aufstiegs-Relegations-Modus nicht unbedingt als sehr glücklich ansieht: „Vier schwere Spiele mit weiten Auswärtsfahrten sind Wahnsinn.“ Zumal den Spielern danach auch noch zwei Wochen fußballfreie Zeit fehlen.
In der Abstiegs-Relegation geht es einfacher zu: Langerringen, Kauferings Gegner von Samstag, spielt am Mittwoch auf neutralem Platz (in Walkertshofen) gegen Dinkelscherben. Der Sieger bleibt in der Bezirksliga, der Verlierer steigt ab. Ende der Saison.
Für VfL-Trainer Alex Wagner sind die Relegationsspiele „Bonusspiele“. Ist es da ein Vor- oder ein Nachteil, gegen eine Mannschaft spielen zu müssen, die man seit Jahren kennt? „Weder noch“, sagt Wagner. „Wir wissen über sie genauso viel wie sie über uns. Da hat keiner einen Vorteil.“
Coach Alex Wagner hofft auch auf die Unterstützung der Kauferinger Fans
Der Coach war mit seinen Jungs am Samstag noch beim Pizzaessen und hat festgestellt, dass die erste Enttäuschung bald verflogen war: „Alles wieder positiv. Nach dieser überragenden Rückrunde gehen wir mit einem guten Gefühl in die Relegation.“ Und er wiederholt noch einmal: „Ich bin wahnsinnig stolz auf dieses super Team.“
Die tolle Einstellung der Jungs zeigt auch, dass Stürmer Niki Neuhaus (22) trotz gebrochener Rippe gegen Langerringen auflief und auch gegen Ehekirchen auf die Zähne beißen wird. „Er wollte unbedingt spielen“, erzählt Wagner. Auch Stengelmair zieht den Hut: „Respekt! Das zeigt, dass er mit dem Herzen dabei ist.“ Wie ja das ganze Team.
Wagner: „Es werden spannende Spiele. Und wir wollen am Mittwoch den Grundstein für die zweite Etappe legen. Die Jungs haben richtig Bock, jeder weiß, um was es geht.“ Seine Bitte an die Kauferinger: „Kommt und unterstützt uns. Das hat die Mannschaft wirklich verdient.“
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