Tempo 30 gilt seit einigen Wochen nicht nur im Dorfgebiet von Hausen, sondern auch außerhalb – und zwar auf dem zur Gemeinde Geltendorf gehörenden Teil der Straße nach Eismerszell. Denn diese befindet sich in einem baulichen Zustand, der eine entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzung offenbar notwendig macht. Ein Dauerzustand soll das jedoch nicht bleiben: In der jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Straße umfassend instand zu setzen.
„Im Winter hat die Ortsverbindungsstraße auf unserem Gemeindegebiet den Geist aufgegeben“, so beschrieb Tiefbauplaner Thorsten Glatz die Situation auf der wenig befahrenen landkreisübergreifenden Straße. Der Asphalt sei aufgesprungen, um das Unfallrisiko aufgrund der Schlaglöcher zu reduzieren, sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet worden, der Bauhof kontrolliere die Strecke regelmäßig, um die Löcher provisorisch zu verfüllen. Nachdem die Straße vor 15 Jahren „notdürftig geflickt“ wurde, sei nun eine umfassende Erneuerung notwendig. Die Straße kranke vor allem an der nicht vorhandenen Frostsicherheit und an einem nur wenige Zentimeter schwachen Asphaltbelag.
Ober- und Unterbau müssen umfassend erneuert werden
Glatz‘ Planung sieht einen neuen Belag mit 14 Zentimeter Trag- und vier Zentimeter Tragdeckschicht vor. Auch der Boden müsste bis in einer Tiefe von 40 bis 50 Zentimetern verbessert werden. Möglicherweise müsse aber nicht das gesamte Material ausgetauscht werden, denkbar wäre auch, es mit Zusatzstoffen zu verbessern und wieder einzuarbeiten. Was wirtschaftlich günstiger ist, müsse geprüft werden. Daneben wies Glatz darauf hin, dass sich im Straßenkörper Teerrückstände befinden. Wie damit umzugehen ist, werde mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt.
Die voraussichtlichen Kosten der Instandsetzung des 1,7 Kilometer langen Straßenabschnitts schätzte Glatz auf 1,5 Millionen Euro. Allerdings müsse die Gemeinde diesen Aufwand nicht allein tragen. Es könne mit einer staatlichen Förderung in Höhe von 40 bis 80 Prozent der Kosten gerechnet werden.
Zwei Gemeinderäte hinterfragen die geplante Sanierung
„Muss das sein?“, fragte angesichts der Kosten und der finanziellen Lage der Gemeinde Geltendorf Thomas Stoklossa (Unabhängige Bürger). Skeptisch äußerte sich auch Wilfried Pinther (Grüne). Ihm behagte insbesondere die Breite der Straße von 4,70 bis fünf Meter nicht. Diese reiche für den landwirtschaftlichen Verkehr nicht aus. Traktoren und Gespanne würden im Begegnungsverkehr aufs Bankett ausweichen, das dabei kaputtgehe. „Das ist ein reines Geldgrab, und der einzige Grund für die Sanierung ist der 810er-Bus, der Hausen bedient“, meinte Pinther. Bei der Straßenbreite sei alles ausgereizt, machte der Planer klar, und die von Pinther geschilderte Problematik des landwirtschaftlichen Verkehrs könne auch auf Kreisstraßen nicht gelöst werden.
„Was sein muss, muss sein“, erwiderte Bürgermeister Robert Sedlmayr (ÖDP) auf die Einwände, und Johanna Rill (CSU) ergänzte: „Wir können nicht einfach die Straße kappen und sagen, die gibt‘s nicht mehr.“ Verkehrliche Infrastruktur sei eine kommunale Pflichtaufgabe.
Am Ende sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, nun die weiteren Leistungsphasen beim Tiefbauplaner abzurufen, die Arbeiten auszuschreiben und zu vergeben, sofern eine Förderung von mindestens 40 Prozent gewährleistet und die Baukosten nicht mehr als zehn Prozent über der vorliegenden Schätzung liegen.
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