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Tipps von einer Expertin: So gelingt der Frühjahrsputz ohne Stress

Interview

So gelingt der Frühjahrsputz ohne Stress

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    Die Hauswirtschaftsexpertin Christina Broda aus Leeder gibt Tipps für den Frühjahrsputz.
    Die Hauswirtschaftsexpertin Christina Broda aus Leeder gibt Tipps für den Frühjahrsputz. Foto: Thorsten Jordan

    Frau Broda, Sie sind ausgebildete Hauswirtschaftlerin und betreiben einen Reinigungsdienst in Leeder. Mal ganz ehrlich: Wie gründlich putzen die Menschen im Raum Landsberg?

    CHRISTINA BRODA: Die meisten Haushalte sind schon grundsätzlich sehr sauber, aber es fehlt häufig eine klare Systematik. Man konzentriert sich im Alltag verständlicherweise auf die sichtbaren Dinge, wie Böden, Arbeitsflächen und Ähnliches. Aber weniger werden sogenannte Kontaktflächen gereinigt, also Lichtschalter, Türgriffe oder Fernbedienungen. Aus hauswirtschaftlicher Sicht ist eine gute Struktur entscheidend. Wer regelmäßige Abläufe hat, muss nicht ständig einen Großputz starten und hat dadurch eine gründlichere Reinigung.

    Gibt es typische Frühjahrsputz-Fehler, die Sie immer wieder beobachten?

    BRODA: Der größte Fehler ist meistens, dass die Leute den Frühjahrsputz als einmalige Großaktion betrachten. Man kennt keinen Herbst- oder Winterputz. Klar, das Frühjahr bringt neuen Schwung und Energie rein. Das führt aber dazu, dass man sich meistens zu viel auf einmal vornimmt und dadurch überfordert ist. Aus fachlicher Sicht der Tipp: Zuerst Dinge aussortieren und Ordnung schaffen, dann die Reinigung. Durch das Aussortieren reduziert sich zudem der Reinigungsaufwand.

    Viele schieben das Putzen ewig vor sich her. Was ist Ihr bester Trick gegen Aufschieberitis?

    BRODA: Eine Liste oder einen Plan schreiben: Wann habe ich das letzte Mal den Kühlschrank gereinigt, das Eisfach aufgetaut oder die Krimskramsschublade, die wohl jeder hat, ausgemistet? Lieber mit 15 oder 20 Minuten anfangen und nur ein Regal anstatt der gesamten Küche vornehmen. Kurz: In kleinen Schritten und mit System arbeiten.

    Für alle, die den Sommer-, Herbst- und Winterputz ausgelassen haben: Wie motiviert man sich trotzdem?

    BRODA: Wer gar keine Lust hat, sollte an die positiven Effekte denken: Nach dem Aufräumen und Putzen fühlt man sich viel wohler in der eigenen Wohnung und lädt lieber Leute ein.

    Sie sprechen das Wohlbefinden an. Wird das Thema Ordnung hierbei unterschätzt?

    BRODA: Ja, absolut. Wenn das Außen sehr unordentlich ist, können wir uns im Innern auch nicht wohlfühlen und fallen lassen. Mit Ordnung bekommt man mehr Leichtigkeit in den Alltag. Es ist auch ein Zeitthema: Wenn alles einen festen Platz hat, muss man nicht suchen und lange überlegen, wo etwas hinkommt. Ein gut organisiertes Zuhause spart langfristig Zeit und reduziert Stress im Alltag.

    Wann ist der Punkt erreicht, an dem man sich Unterstützung holen sollte?

    BRODA: Da gibt es verschiedene Punkte. Etwa, wenn der Haushalt allgemein zur Belastung geworden ist und sich Aufgaben immer weiter aufstauen und man nicht mehr hinterherkommt. Es können aber auch stressige Lebensphasen sein, in denen man punktuell Unterstützung benötigt. Wenn man kleine Kinder hat, viel im Berufsalltag unterwegs ist oder Angehörige pflegt, kann professionelle Unterstützung Struktur in den Haushalt bringen.

    Sie sprechen davon, Hauswirtschaft neu zu denken. Was soll das bedeuten?

    BRODA: Ich will zeigen, dass Hauswirtschaft mehr als Reinigung ist, es geht auch um Ernährung und Alltagsunterstützung. Das Ziel meiner Firma „Next-Level-Hauswirtschaft“ ist es nicht nur den Menschen die Arbeit abzunehmen, sondern auch zu coachen. Ich möchte zeigen, wie man sich selbst und den Haushalt gut organisieren und strukturieren kann, um den Alltag zu erleichtern.

    Haustiere gehören für viele Familien einfach dazu – aber sie bringen Haare, Pfotenabdrücke und manchmal auch Gerüche mit. Haben Sie Tipps für einen sauberen Haushalt mit Hund, Katze & Co.?

    BRODA: Das Problem mit den Tierhaaren kenne ich. Eine große Hilfe für den Alltag ist ein Staubsaugerroboter. Die herumliegenden Haare reduziert man natürlich auch, indem man die Tiere regelmäßig bürstet. Bei Decken, Kissen oder Teppichen auf waschbare Textilien ohne Fransen zu setzen, erleichtert das Leben. Außerdem viel lüften, um die Gerüche zu entfernen. Von Raum- und Textilsprays bin ich hingegen kein Fan, weil sie Duftstoffe beinhalten, die nicht jeder verträgt. Stattdessen hilft auch ein Spritzer Zitrone oder Lavendel.

    Welcher Profi-Tipp löst den größten Aha-Moment bei den Leuten hervor?

    BRODA: Dass der Glasreiniger ein Alleskönner ist, wissen die wenigsten. Man kann ihn für matte Oberflächen verwenden, da er prima Fett entnimmt. Generell benötigt man keine 30 Reinigungsmittel zu Hause.

    Wie viele Flaschen benötigt man wirklich?

    BRODA: Also ich habe fünf bis sechs Flaschen zu Hause stehen, die ich zum Teil selbst zusammenmische. Ich bin sehr darauf bedacht, dass die Mittel recht umweltfreundlich sind. Ich arbeite sehr viel mit Mikrobiom, also mit bakterienhaltigen Reinigungsmitteln. Viele Chemikalien brauchen wir gar nicht beim Reinigen. Zitrone kann man supergut nutzen, um Dinge blank zu polieren, und das glänzt viel schöner und ist besser für das Grundwasser. Ansonsten der besagte Glasreiniger, ein Allzweck-, Toiletten- und Bodenreiniger. Und je nach Bedarf, Spezialmittel, wie Pflege fürs Parkett.

    Zur Person: Christina Broda, 28 Jahre alt, geboren in Landsberg und in Buchloe aufgewachsen, hat in Fuchstal-Leeder mit „Hauswirtschaft next Level kompetent & herzlich“ 2025 eine Firma gegründet und bietet nicht nur klassische Reinigungsdienste, sondern auch Haushaltscoaching an.

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