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Diese Bäckerei in Unterdießen hat echt einen Vogel

Unterdießen

Diese Bäckerei in Unterdießen hat echt einen Vogel

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    Stolz präsentieren Tatjana Schmid (links) und Birgit Pfatischer 
vor der Bäckerei ihren Spatzen „Piepo“.
    Stolz präsentieren Tatjana Schmid (links) und Birgit Pfatischer vor der Bäckerei ihren Spatzen „Piepo“. Foto: Andreas Hoehne

    „Kommt ein Vogel geflogen und setzt sich auf meinen Fuß“, heißt es im Volkslied. Anders hingegen in Unterdießen, denn da landet das Spatzenmädchen „Piepo“ im Sturzflug auf der Schulter, der Hand oder dem Kopf der Menschen. Zumeist handelt es sich dabei um die Kundschaft der Bäckerei Pfatischer. „Viele sind einfach erschrocken und versuchen den süßen Vogel zu verscheuchen“, berichtet Inhaberin Birgit Pfatischer, andere kämen dann zusammen mit dem Spatzen in den Laden. Er sei aber vollkommen harmlos und kratze auch nicht, versichert sie mit einem Augenzwinkern.

    Piepo wird von Paar aus Unterdißeen großgezogen

    Wie es dazu kam, dass der kleine Spatz keine Scheu vor Menschen hat und sie sogar liebt, erzählt Tatjana Schmid, die zusammen mit ihrem Mann Stefan in dem Wohnhaus der Bäckerei lebt. Vor etwa drei Monaten habe man den Spatz neben dem Haus gefunden, er war aus dem Nest gefallen. Er habe schon Federn gehabt, berichtet sie, ihn zurückzusetzen sei aber unmöglich gewesen, „da hätten wir das Dach abdecken müssen“. Denn die Spatzeneltern hatten ihren sicheren Brutplatz unter dem Vordach so eingerichtet, dass nur ein schmaler Spalt offen war. Also wurde das Spatzenbaby kurzerhand adoptiert und da man bislang keine Erfahrung damit hatte, begann man sich in Anleitungen für die Vogelaufzucht einzulesen. Zum Glück konnte sie die Chefin von Stefan Schmid, der in Peiting als Automechaniker arbeitet, dabei unterstützen.

    „Piepo“ ist mittlerweile gut bekannt ist in Unterdießen.
    „Piepo“ ist mittlerweile gut bekannt ist in Unterdießen. Foto: Andreas Hoehne

    Gefüttert wurde dann alle zwei Stunden mit einer Spritze, Semmelbrösel mit Milch. Sie habe sogar Regenwürmer in mundgerechte Stücke zerlegt. Da man in die Arbeit musste, habe ihr Mann „Piepo“ mehrere Wochen lang in einer Schachtel mit in die Werkstatt genommen, wo auch die ersten Flugversuche mit erfolgreichen Landungen auf Kollegen und der Kundschaft stattfanden. Daheim habe man das Wohnzimmer zum Spatzenzuhause umfunktioniert, sicherheitshalber alles abgedeckt und in einem Lampenschirm mit Tüchern ein behagliches Nest eingerichtet. Das Fenster halte man weit geöffnet für die Ausflüge des Spatzen, für den Winter müsse man sich da noch etwas einfallen lassen, so Tatjana Schmid.

    Eines Tages wird der Spatz wohl ausfliegen und nicht zurückkommen

    Kürzlich war die Aufregung im Haus groß, denn Piepo war mehrere Tage verschwunden. Entdeckt und abgeholt hat man den Spatzen dann in Oberdießen. „Wie er da hingekommen ist, wissen wir nicht“, erzählt sie, doch jetzt sei er noch häuslicher. Offensichtlich habe die Spatzendame Vorliebe für lange blonde Haare, meinen Tatjana Schmid und Birgit Pfatischer, denn bei ihnen beiden sitzt sie besonders gerne und kuschelt sich auch an. Doch beim Fototermin zeigt Piepo keine „Starallüren“ und nimmt auch bereitwillig auf der Schulter des Berichterstatters mit seiner eher bescheidenen Haarpracht Platz.

    Klar ist Tatjana Schmid, dass ihr Spatz kein Haustier ist und eines Tages dem Ruf der Natur folgen wird, spätestens wenn sich ein Verehrer blicken lässt. Einen pragmatischen Rat hat sie noch für den Fall, dass Piepo auf der fremden Schulter vor Aufregung sein winziges Geschäftchen macht. „Einfach trocknen lassen und dann lässt es sich ganz einfach abbürsten.“

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