Vier Jahre nach der Entscheidung für den Glasfaserausbau beginnt in Obermeitingen die Umsetzung des Projekts. Wie die Gemeinde mitteilt, startet die Telekom am 8. Juni mit den Bauarbeiten. Mehr als 700 Haushalte und Betriebe sollen künftig von der neuen Infrastruktur profitieren. Glasfaser gilt als leistungsfähiger, stabiler und energieeffizienter als das bisherige Kupfernetz.
Dass die Nachricht in Obermeitingen für Erleichterung sorgt, hat mit der Vorgeschichte zu tun. Der Ausbau beschäftigt die Lechfeld-Gemeinden seit Jahren. Bereits 2021 hatten sich Obermeitingen, Untermeitingen, Graben und Klosterlechfeld für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Telekom entschieden. Nach den damaligen Planungen sollte das Projekt Anfang 2022 starten und Ende 2024 abgeschlossen sein.
Stattdessen kam es zu einer Reihe von Verzögerungen. Als die Arbeiten in Untermeitingen begonnen hatten, stellte die Gemeinde nach eigenen Angaben zahlreiche Mängel fest. Leitungen seien bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt worden, Kabel teilweise nicht tief genug verlegt worden. Zudem entstanden demnach Schäden an Straßen, Grundstücken und Gärten. Die Gemeinde verhängte einen Baustopp. Im Juni 2024 meldete schließlich das von der Telekom beauftragte Bauunternehmen Insolvenz an. Die Bürgermeister der vier Lechfeld-Gemeinden gingen daraufhin gemeinsam an die Öffentlichkeit und forderten verlässliche Informationen sowie einen realistischen Zeitplan.
Fachfirma überwacht Bauarbeiten an der Via Claudia
Der Obermeitinger Bürgermeister Martin Knischewski, der seit Mai im Amt ist, hat die Entwicklung bis dahin selbst als Bürger verfolgt. „Man wurde immer wieder vertröstet“, sagt er rückblickend. Von den Problemen auf den Baustellen und der Insolvenz des Subunternehmens habe er wie viele andere Einwohner hauptsächlich aus den Medien erfahren. Umso überraschender sei die Entwicklung der vergangenen Wochen gewesen. Kurz nach den Kommunalwahlen habe die Telekom einen Gesprächstermin angefragt. Wenig später sei der Starttermin festgestanden. „Dass es dann doch tatsächlich jetzt so schnell ging, war sehr positiv überraschend“, sagt Knischewski.
Nach seinen Worten habe er in den Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass die Verantwortlichen das Projekt in der Region zügig voranbringen wollen. Offene Fragen sieht die Gemeinde derzeit nicht mehr. Als letzter möglicher Verzögerungsgrund galt die archäologische Begleitung einzelner Bauabschnitte. Weil Obermeitingen im Bereich der historischen Via Claudia liegt und mehrere Bodendenkmäler eingetragen sind, müssen Arbeiten an fünf Stellen fachlich überwacht werden. Inzwischen wurde dafür ein Unternehmen gefunden.
Obermeitinger Anwohner müssen mit Sperrungen und Behinderungen rechnen
Der Ausbau im Gemeindegebiet erfolgt abschnittsweise und soll nach Angaben der Telekom innerhalb von etwa einem Jahr abgeschlossen werden. Zunächst werden die Hauptleitungen von Untermeitingen kommend entlang der Hauptstraße in Richtung Süden verlegt. Anschließend wird das Netz über den Dornbuschweg sowie die Lechfelder Straße weiter ausgebaut. Danach arbeiten zwei Bautrupps parallel in den östlichen Ortsbereichen. Im letzten Bauabschnitt wird das Gebiet vom Kirchberg aus in Richtung Süden erschlossen.
Während der Bauarbeiten müssen sich Anwohner auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Nach Angaben der Gemeinde kann es abschnittsweise zu einseitigen Straßensperrungen kommen. In einzelnen Fällen seien auch kurzzeitige Vollsperrungen möglich. Die Erreichbarkeit der Grundstücke solle jedoch jederzeit gewährleistet bleiben. Einschränkungen seien lediglich während der unmittelbaren Arbeiten an einzelnen Anwesen zu erwarten.
Wer noch einen Glasfaseranschluss erhalten möchte, muss diesen aktiv beauftragen. Das ist nicht nur über die Telekom möglich, sondern auch über Kooperationspartner wie 1&1, Vodafone oder Telefónica. Der Hausanschluss ist nach Angaben der Gemeinde bei rechtzeitiger Beauftragung derzeit noch kostenlos. Wer sich erst nach Abschluss der Bauarbeiten entscheidet, muss möglicherweise zusätzliche Anschlusskosten tragen.
In den kommenden Tagen werden zudem Vertriebsmitarbeiter im Auftrag der Telekom in Obermeitingen unterwegs sein. Sie informieren an den Haustüren über Anschlüsse und Tarife. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Mitarbeiter Telekom-Kleidung tragen und sich mit einem Lichtbildausweis sowie einem Autorisierungsschreiben ausweisen können. Die Beauftragung eines Anschlusses bleibt freiwillig.
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