Der Windacher Gemeinderat hat den Haushalt für das Jahr 2025 einstimmig verabschiedet und dem Finanzplan für 2026 bis 2028 zugestimmt. Kämmerer Marcel Quäschning präsentierte die Zahlen des Etats.
Mit geplanten rund 8,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen steht die Gemeinde Windach weiterhin auf einem sehr soliden Fundament. Die zweitgrößte Einnahme bildet mit rund 3,7 Millionen Euro der gemeindliche Einkommensteueranteil. Gegenüber 2024 hat sich der Verwaltungshaushalt von 15,2 Millionen auf 15,9 Millionen Euro erhöht, wie Quäschning mitteilte. Im Vermögenshaushalt sind 12,5 Millionen Euro verankert, im Vorjahr waren es knapp zehn Millionen Euro.
Ansatz und Ergebnis können ziemlich weit auseinander liegen
672.500 Euro können vom Verwaltungshaushalt dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. „Das sind im Verhältnis zu den fast 16 Millionen Euro Einnahmen im Verwaltungshaushalt nur etwa vier Prozent. Unter fünf Prozent wird von der Rechtsaufsicht gerne als kritisch beurteilt“, erklärte der Kämmerer. Das ist der veranschlagte Wert, der sich aber zum Jahresabschluss noch verändern kann, meistens zum Positiven für die Kommunen. So war im Windacher Haushalt 2024 die Zuführung mit 1,3 Millionen Euro angesetzt, tatsächlich betrug der Überschuss, der in die Rücklage fließen oder für Investitionen verwendet werden kann, rund vier Millionen Euro.
Zu den größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt gehören die Kreisumlage mit 5,7 Millionen Euro, die Personalausgaben mit 2,8 Millionen Euro, die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft mit einer Million Euro und die Gewerbesteuerumlage von ebenfalls einer Million Euro.
Bis 2028 wird Windach voraussichtlich 18 Millionen Euro Rücklage haben
Um die im Vermögenshaushalt abgebildeten Investitionen zu finanzieren, werden für das Jahr 2025 rund 7,7 Millionen Euro aus der Rücklage entnommen. Weitere Einnahmepositionen sind Förderungen vom Freistaat Bayern für den Rathaus-Umbau, die Sanierung des Schlossmarktes sowie die Förderung für den kommunalen Wohnungsbau (insgesamt vier Millionen Euro). Hinzu kommt die Zuführung vom Verwaltungshaushalt. Marcel Quäschning wies darauf hin, dass bis zum Jahr 2028 die Summe der allgemeinen Rücklage bei knapp 18 Millionen Euro liege.
Im Vermögenshaushalt nehmen die rund 8,3 Millionen Euro für Bauprojekte die größte Position bei den Ausgaben ein. Die wichtigsten sind: Nahwärmeversorgung Hechenwang (über zwei Millionen Euro), Umbau des Rathauses (über eine Million Euro), Sanierung des Schlossmarktes (über eine Million Euro) sowie der Neubau des Bauhofs. Außerdem sind 2,2 Millionen Euro für ein Darlehen an die Gemeindewerke Windach zur Sanierung der Schlossgaststätte eingestellt sowie Zuweisungen für Investitionen in Höhe von 1,2 Millionen Euro. „Das sind in der Regel die Zuschüsse, die die Gemeinde an die Gemeindewerke für die Renovierung der Schlossgaststätte weitergibt“, erläutert Quäschning.
Warum die Gemeinde Windach auch mehr als zwei Millionen Euro Schulden hat
Der Schuldenstand der Gemeinde beträgt zum 31. Dezember 2025 laut Plan rund 2,4 Millionen Euro. Dass Windach bei diesen hohen Rücklagen überhaupt Schulden mache, begründet der Kämmerer damit, dass die Gemeinde vor einigen Jahren ein Darlehen für den kommunalen Wohnungsbau aufnahm, um die Förderungen zu erhalten. „Laut Finanzplan kommen von 2026 bis 2028 keine neuen Schulden hinzu, sodass der Schuldenstand zum 31. Dezember 2028 bei 2,1 Millionen Euro liegen wird“.
Kämmerer Quäschning empfahl der Gemeinde, Ausgaben zu kürzen, Einnahmepotentiale auszuschöpfen (Steuerhebesätze, Gebühren) und freiwillige Leitungen kritisch zu betrachten. Mit Blick auf den Vermögenshaushalt schlug er vor, neue Projekte erst nach Abschluss von bereits begonnenen Maßnahmen umzusetzen, Investitionen zu überdenken und auch die Folgekostenbetrachtung sollte in Zukunft eine Rolle spielen.
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