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Windach: Ein Windacher Pferd nimmt am Oktoberfest teil

Windach

Ein Windacher Pferd nimmt am Oktoberfest teil

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    Beim Pferderennen beim ersten Oktoberfest in München 1810 war auch eine Stute aus Windach dabei.
    Beim Pferderennen beim ersten Oktoberfest in München 1810 war auch eine Stute aus Windach dabei. Foto: Stadtmuseum München

    Am Samstag beginnt wieder das Oktoberfest. Als das allererste Mal auf der 1810 auf der Wiesn gefeiert wurde, dürfte das auch in Windach Ortsgespräch gewesen sein. Denn beim damaligen Pferderennen war auch der damalige Wirt beteiligt.

    Dieser war Anton Braun, er wurde am 27. Juli 1772 in Schwifting geboren. Seine Eltern waren Maria Johann Georg Braun. Der Vater verstarb allerdings schon, als Anton erst zehn Jahre alt war. In Windach war zur gleichen Zeit Simon Huber der Besitzer der hiesigen Gaststätte (heute Gasthof am Schloss). Als seine Frau Magdalena jedoch verstarb und die Ehe kinderlos geblieben war, heiratete Simon Huber ein zweites Mal, nämlich die Witwe Maria Braun aus Schwifting, die auch ihren Sohn Anton mit in die Ehe brachte.

    Die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen war 1810 ein Riesen-Event

    Anton Braun wuchs somit nicht nur in der Gastwirtschaft auf, sondern wurde schließlich selbst der Wirt in Windach. Aus seiner Ehe, die er mit Rosina Freytag aus Alling geschlossen hatte, entsprangen sieben Kinder: fünf Söhne und zwei Töchter.

    Im Jahr 1810 gab es im Königreich Bayern eine viel umjubelte Hochzeit: Am 12. Oktober heiratete Kronprinz Ludwig Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Eine solch wichtige Hochzeit musste groß gefeiert werden. Der Kavallerie-Major Andreas von Dall’Armi unterbreitete König Maximilian I. Joseph den Vorschlag, ein großes Pferderennen auf der damals noch freien Wiese zwischen München und Untersendling stattfinden zu lassen. Die Wiese wurde später zu Ehren der Braut in „Theresienwiese“ umbenannt. Und dieses Pferderennen gilt, da es im Oktober stattfand, auch als das erste Oktoberfest.

    Pferdezucht und Pferderennen waren das Hobby des Windacher Wirts

    In Windach lief zur gleichen Zeit die Gaststätte von Anton Braun offensichtlich ganz gut. Anton Braun war mittlerweile 38 Jahre alt. Und er hatte ein großes Hobby und konnte sich dieses auch leisten: Pferdezucht und Pferderennen. So meldete sich Braun zu diesem Rennen an. Auf der Teilnehmerliste ist er unter der Nummer 24 aufgeführt: Anton Braun, der Wirt aus Windach bei Landsberg, wird als Pferde-Eigentümer und Rennmeister angegeben. Das Pferd, das er ins Rennen schickte, war eine schwarze, in Bayern gezogene Stute, sechs Jahre alt und 14 Fäuste (1,46 Meter) groß. Geritten wurde das Pferd von dem 15-jährigen Peter Bramberger aus Mittel-stetten. 40.000 Zuschauer waren bei dem Pferderennen anwesend und verfolgten die 30 Pferde auf der 3270 Meter langen Laufbahn.

    Die Platzierung, die Anton Brauns Stute erzielte, ist nicht bekannt, aber sie kam nicht unter den ersten zwölf Pferden ins Ziel, da nur die ersten zwölf mit Preisen aus der Hand des Staatsministers Maximilian Graf von Montgelas bedacht wurden und überliefert sind. Aber immerhin: Ein Windacher Gastwirt war aktiv am ersten Oktoberfest beteiligt.

    Im darauffolgenden Jahr nahm Anton Braun nochmals an diesem Pferderennen teil. Dieses Mal war der Rennbube Johann Beinhofer aus Windach. Dessen Urgroßvater heiratete einst – aus Utting stammend – in Windach ein. Mittlerweile lebt bereits die zehnte Generation Beinhofer auf dem Stofflbauer-Anwesen in Windach.

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