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Kaufering

06.02.2020

Welche Lösung funktioniert am Kauferinger Unfallschwerpunkt?

Die Kreuzung Augsburger Straße/Viktor-Frankl-Straße in Kaufering gilt als Unfallschwerpunkt. Ein Kreisverkehr soll das Problem lösen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Ein Kreisverkehr soll einen Unfallschwerpunkt in Kaufering entschärfen. Warum auch die Firma Hilti berücksichtigt werden muss.

Der Abzweig von der Augsburger Straße in die Viktor-Frankl-Straße am südlichen Ortsausgang von Kaufering ist ein Unfallschwerpunkt. Daran änderte sich auch nach mehrfacher Umrüstung der Ampelanlage auf der alten B17 nichts. Ein Kreisverkehr soll es richten. Im aufgestellten – aber noch nicht beschlossenen – Haushalt der Marktgemeinde ist Geld für das Bauvorhaben eingestellt.

Die vorgesehenen 20000 Euro sind Planungskosten für eventuelle Sonderwünsche der Marktgemeinde bei der Realisierung, informiert Bauamtsleiter Andreas Giampa. Zuständig für den Knotenpunkt ist der Landkreis, da dort zwei Kreisstraßen aufeinandertreffen. Kaufering unterstütze die verkehrssichere und leistungsfähige Gestaltung der Kreuzung aber, so Giampa. Die angedachte Kreisverkehrslösung ist eingebettet in ein Gesamtkonzept, das unter anderem auch die Zufahrt zur Firma Hilti umfasst.

Bei der Besprechung des Haushalts im Finanzausschuss informierte Giampa über den aktuellen Stand. „Das Projekt ist grundsätzlich förderfähig, aber nicht in der vorgelegten Form.“ Die Regierung von Oberbayern möchte, dass zwei Spuren in den Kreisel und zwei auch wieder hinausführen. Ein Ingenieurbüro sei mit den Planungen beauftragt. „Wir rechnen im Jahr 2021 mit einer Entscheidung.“

Welche Lösung funktioniert am Kauferinger Unfallschwerpunkt?

Giampa sagt gegenüber dem LT, dass er einen sogenannten Turbokreisverkehr entwickelt habe, dessen Kapazität von einem Büro nachgerechnet „und für sehr gut befunden“ worden sei. Diese Knotenpunktform sei in Bayern aber noch nicht in den Regelwerken enthalten, es gebe dazu nur ein Arbeitspapier der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Seine Lösung hatte Giampa Ende 2018 den Marktgemeinderäten präsentiert. Dabei ist vorgesehen, dass die Abbiegespur aus Richtung Landsberg mit integriert wird. Sie erhält einen eigenen, inneren Kreisel, der sich wie bei einer Schnecke nach außen, auf den äußeren Kreisel fortsetzt. Fährt jemand fälschlicherweise auf der Abbiegespur Richtung Bahnhof, so bleibt er im Kreisverkehr und kann nach einer Umrundung weiter Richtung Kaufering fahren.

Der Kreisverkehr soll aber nicht nur die Zahl der Unfälle reduzieren, sondern den Verkehr auch aus Kaufering heraushalten. Das Problem schilderte Zweite Bürgermeisterin Gabriele Triebel gegenüber dem LT im vergangenen September: Autofahrer aus dem Landsberger Norden, die im Gewerbegebiet einkauften oder arbeiteten, „fahren nicht auf die A96 und dann auf die B17 neu, sondern über die Augsburger Straße und durch Kaufering zur Anschlussstelle Hurlach“.

Rund 22000 Fahrzeuge fahren täglich auf der Augsburger Straße südlich der Viktor-Frankl-Straße. Der diskutierte Kreisverkehr im Süden der Gemeinde soll den Verkehr über die Viktor-Frankl-Straße nach Westen Richtung B17 lotsen. Für Gabriele Triebel ist wichtig, dass auch der Radverkehr beachtet wird: Es gibt auf beiden Seiten der Augsburger Straße zwischen Landsberg und Kaufering Radwege.

Giampa sagt, dass die überarbeiteten Pläne für den Kreisverkehr vorgestellt würden, sobald ein mit allen abgestimmtes Konzept vorliege. „Meine Einschätzung ist, dass ein realistischer Baubeginn im Frühjahr 2022 sein könnte, da vorher auch Zuschüsse genehmigt sein müssen. Falls unter Abwägung aller Gesichtspunkte eine kleinere Lösung zum Tragen kommt, könnte diese früher umgesetzt werden.“

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