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Landkreis Unterallgäu

18.04.2020

Die Gartensaison ist eröffnet

Die Hauswirtschafterin Jutta Friebe aus Anhofen hegt und pflegt ihren großen Garten. Jetzt im Frühjahr stehen besonders viele Arbeiten an. Weil sie im Herbst nicht umgräbt, um Insekten einen Unterschlupf zu bieten, muss sie nun ihre Beete vorbereiten.
Bild: Friebe

Plus Die Tage werden länger und wärmer. Hauswirtschafterin Jutta Friebe nennt Tipps für das häusliche Grün. Welche Pflanzen jetzt ins Freie dürfen.

Die Sonne lacht und die Temperaturen steigen – das Frühjahr beschert ein ideales Wetter für jeden Naturfreund. Für viele heißt es jetzt: Raus in den Garten, die Beete vorbereiten, pflanzen, sähen und gießen. Ob Blumen oder Gemüse, viel kann man nicht falsch machen, wenn man ein paar Dinge beachtet. Hauswirtschafterin Jutta Friebe hat selbst einen großen Garten samt Bauerngarten und erklärt, wie sie ihn hegt und pflegt.

Rückblick aufs vergangene Gartenjahr

Bevor die Gartenexpertin die anstehenden Arbeiten anspricht, blickt sie zurück auf das vergangene Jahr. „Im Herbst lasse ich die Blütenstände und Gräser stehen, damit Vögel sich die Samen holen können und Insekten einen Unterschlupf finden.“ Deshalb schneidet Friebe nun im Frühling die Sträucher zurück. Was über den Winter erfroren ist, sollte auch entfernt werden. Die Buchsbäume bestreut Friebe mit Algenkalk. „Das soll den Buchsbaumzünsler fernhalten und als Dünger dienen.“

Halbsträucher wie Lavendel, oder Ysop schneidet Friebe auf ein bis zwei Drittel zurück. Forsythien und Winterjasmin werden jetzt nach der Blüte geschnitten. Die Rosen waren schon im März dran. Friebe erklärt: „Zu diesem Zeitpunkt haben die Forsythien geblüht, was der ideale Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist.“

Der Kompost sollte jetzt umgesetzt werden

Der Kompost sollte jetzt im Frühjahr umgesetzt werden – vorausgesetzt, es haust kein größerer tierischer Bewohner darin. „In meinem Kompost wohnt ein Igel. Erst wenn es wärmer wird, werde ich ihn zum Umzug bewegen.“ Grundsätzlich legt Friebe großen Wert darauf, dass ihr Garten ein guter Lebensraum für Lebewesen ist. Eichhörnchen, Vögel und Insekten sollen ausreichend Nahrung finden. Auch Wasserschalen an heißen Tagen sind wichtig.

Insektenhotels steht die Expertin eher kritisch gegenüber. Die Löcher seien oft viel zu grob gearbeitet, sodass sich die Insekten die Flügel verletzen können. Friebe setzt lieber auf natürliche Lebensräume. „Totholz im Garten ist wichtig.“

Viele Pflanzen zu unrecht als "Unkraut" bezeichnet

Es gibt Pflanzen, die zu unrecht als „Unkraut“ bezeichnet werden, sagt die Hauswirtschafterin. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag für ein Gleichgewicht in der Natur.“ Sie stellen oftmals die einzige Nahrung für manche Insekten dar oder werden, wie etwa die Brennnessel, für die Eiablage genutzt.

Bei der Auswahl der Pflanzen macht Friebe den Spagat zwischen Nutz- und Zierpflanze: Nutzpflanzen für den menschlichen Verzehr und Zierpflanzen für das Auge und zugleich mit Nutzen für die Tierwelt. „Ich suche gezielt heimische Pflanzen aus, die pflegeleicht sind. Das erleichtert die Arbeit und erspart mir und der Umwelt den Umgang mit Spritzmittel.“

Über Fruchtfolge und Mischkultur

Damit im Gemüsebeet die Ernte ein Erfolg wird, achtet die Gartenexpertin auf ein paar Regeln. Den Boden etwa lockert sie vor der Aussaat nur oberflächlich und entfernt das Unkraut. „Ich beachte die Fruchtfolge und setze auf Mischkultur.“ Auch im Gemüsebeet sind Blumen manchmal sinnvoll, sagt Friebe. So können Nützlinge angelockt oder Schädlinge vertrieben werden. „Tagetes zwischen die Möhren gesät helfen gegen die Möhrenfliege.“

In Friebes Blumenbeeten darf so manches Kraut wachsen und dient gleichzeitig der gesunden Ernährung: Girsch als Kräutlein für den Salat und junge Brennnesselblätter im Entschlackungstee. Gerade zur Ernte bereit ist der gesunde Bärlauch. „Diesen ernten wir schon seit ein paar Wochen. Ich habe auch schon Bärlauchpesto gemacht und eingefroren.“

Vlies gegen Bodenfrost

Gelbe Rüben und Spinat hat die Hobbygärtnerin schon im Beet angesät. „Nachts bei niedrigen Temperaturen decke ich sie mit Vlies ab.“ Im unbeheizten Glashaus wächst der erste Kopfsalat heran. Rukula kann schon geerntet werden. Salatpflanzen müssen jetzt laufend angesät werden. Tomaten und Paprika werden im Haus auf der Fensterbank vorgezogen. Die dürfen nur tagsüber raus, denn die mediterranen Gewächse vertragen keine Temperaturen unter zehn Grad.

Wegen der Corona-Pandemie haben in Bayern bis Montag alle Garten- und Baumärkte für den Ladenverkauf geschlossen. Für Jutta Friebe war das bisher keine Not. Sie plant ohnehin ihren Garten im Winter und besorgt die Samen immer im Voraus. „Was fehlt ist Blumenerde für die Sommerblumen im Topf.“ Mit eigenem Kompost behilft sich die Gärtnerin und mischt ihre Blumenerde selbst. Ihr Motto in diesen Tagen lautet: „Was man nicht hat, braucht man nicht.“

Viele Gärtnereien und Fachmärkte verkaufen ab Montag Gemüse-Jungpflanzen. Diejenigen, die noch nichts angesät haben, können ihre Beete dann mit vorgezogenen Pflanzen füllen.

Gartentipps im Überblick

  • Zeitpunkt: Viele Gewächse können jetzt ins Beet gepflanzt werden, sie sollten bei drohendem Bodenfrost mit einem Vlies abgedeckt werden. Mediterrane Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Aubergine, Zucchini, Gurken oder Kürbis sollten nicht vor den Eisheiligen ausgepflanzt werden.
  • Düngen: Wer seine Obst- und Gemüsepflanzen überdüngt, schadet nicht nicht nur den Pflanzen, sondern zieht damit oftmals Schädlinge an. Lieber über die Kulturdauer verteilt düngen. Dafür eignet sich ideal Brennnesseljauche. Urgesteinsmehl im Jauchetopf bindet unangenehme Gerüche.
  • Fruchtfolge: Bei vielen Gewächsen, sollte man auf die Fruchtfolge achten, sonst können sich Bodenkrankheiten bilden, die über viele Jahre andauern. Abhilfe kann die Mischkultur schaffen, bei der sich idealerweise verschiedene Pflanzensorten gegenseitig positiv beeinflussen.
  • Gießen: Es empfiehlt sich, in den frühen Morgenstunden zu gießen, damit die Pflanzen an heißen Tagen gestärkt sind. Abends werden Schnecken angezogen. Die Blätter sollten beim Gießen trocken bleiben, das beugt Sonnenbrand und Pilzkrankheiten vor. Gegen eine Austrocknung des Bodens hilft eine Mulchschicht.
  • Schädlinge: Gegen viele Schädlinge helfen biologische Mittel, manche kann man selbst herstellen. Gegen Schnecken hilft frischer Grasschnitt, der diese anzieht und von den Pflanzen fernhält. Schneckenkorn wird oftmals von Vögeln gefressen.

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