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Asyl: Die Hilfsbereitschaft ist da

Asyl

Die Hilfsbereitschaft ist da

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    Rund 30 zusätzliche Asylbewerber werden in Türkheim erwartet. Die Bürger sammeln Ideen, wie den Neuankömmlingen geholfen werden kann.
    Rund 30 zusätzliche Asylbewerber werden in Türkheim erwartet. Die Bürger sammeln Ideen, wie den Neuankömmlingen geholfen werden kann. Foto: Kaya

    „Es ist ein Thema, das uns alle angeht.“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Sebastian Seemüller die zahlreichen Zuhörer, die ins Pfarrheim gekommen waren, um sich über die Neuankömmlinge in ihrer Gemeinde zu informieren. Aufgrund mangelnder Unterkünfte hatte der Wertachmarkt lange nur wenige Flüchtlinge aufnehmen können. Nun gibt es neue Kapazitäten und innerhalb kurzer Zeit werden über 30 Männer aus Syrien, dem Senegal oder aus Albanien nach Türkheim kommen. Bereits bekannt war, dass sie in ehemalige Gasträume an der Wörishofer Straße einziehen werden, die derzeit umgebaut werden (wir berichteten). Nun wurde kurzfristig ein weiteres Gebäude in derselben Straße angemietet, wie Seemüller bekannt gab. Bereits seit längerer Zeit leben zudem mehrere Familien in der Nähe des Kreisaltenheims.

    Zwar waren viele der Zuhörer wohl auch aus Neugier auf die Neu-Türkheimer gekommen. Da vier der Neuankömmlinge selbst dabei waren, um sich vorzustellen, konnte diese Neugier sofort befriedigt werden. Einige waren aber auch gekommen, um ihre Hilfsbereitschaft auszudrücken.

    Bereits während des Vortrags, den Sarah Dillmann von der Flüchtlingsberatungsstelle der Caritas in Mindelheim hielt, gab es häufig Einwürfe aus dem Publikum. Wo man Spenden abgeben könne, wurde da etwa gefragt. Wie man sich als Sprachlehrer engagieren könne, wollte ein anderer Zuhörer wissen. „Da sie ohne viele Habseligkeiten nach Deutschland kommen, ist es erstmal am wichtigsten, sie mit Winterkleidung zu versorgen“, betonte Diakon Gerhard Rummel, der gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde und anderen Engagierten bereits erste Ideen gesammelt hatte.

    Auf einem Wunschzettel hatte man aufgeschrieben, was am dringendsten gebraucht wird (siehe Infokasten). Für das neue Jahr gibt es aber auch bereits Pläne. Eine Art Teestube als regelmäßiger Treffpunkt ist ebenso angedacht, wie die Organisation in einem Helferkreis, sowie die Anstellung eines Minijobbers, der die Hilfe koordinieren soll. Hierfür hat die Gemeinde bereits Mittel bereitgestellt (wir berichteten).

    „Am wichtigsten ist es aber, mit den Leuten zu reden, Kontakte zu knüpfen, sie zu integrieren“, meinte die Sozialpädagogin Dillmann. So würden nicht nur Vorurteile abgebaut, auch das Erlernen der Sprache klappe so besser. Maßnahmen könnten hier die Schaffung gemeinnütziger Tätigkeitsbereiche oder die Einbindung in Vereine sein. Heidi Zacher wusste hier etwa zu vermelden, dass der Bayerische Landes-Sportverband den Mitgliedsbeitrag für jeden Asylbewerber übernehme, der einem Sportverein beitreten möchte. Auch Vertreter der Kindergärten und Schulen kamen zu Wort und schilderten ihre Integrationsbemühungen.

    Noch stehe man am Anfang, sagte Sebastian Seemüller abschließend. Die Situation müsse sich erst entwickeln. „Es gibt noch viel zu besprechen. Wir haben aber den Vorteil, dass wir von anderen Gemeinden lernen können. Wir müssen deren Fehler nicht noch einmal machen“, so der Bürgermeister. Ein Willkommensfest für neue und alte Türkheimer soll bereits der nächste Schritt in Sachen Zusammenarbeit sein.

    Dass im Anschluss bereits Zuhörer und Asylbewerber beieinander standen und sich unterhielten, darf als Zeichen eines guten Beginns gewertet werden.

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