Anhofen Erinnern Sie sich an das Märchen vom hässlichen Entlein? In Anhofen ist es jetzt Wirklichkeit geworden. Sagt Dieter Preisinger, der örtliche Beauftragte der Teilnehmergemeinschaft für die Dorferneuerung. Und der muss es wissen. Doch auch wenn man nicht wie er jedes Haus und jeden Stein in dem Markt Walder Ortsteil kennt, ist unübersehbar: In den vergangenen 15 Monaten hat sich einiges getan. Gefeiert wurde das mit einem großen Dorffest unter dem Motto „Anhofen im neuen Gewand“.
Das besteht freilich nicht aus den Fahnen, die zur Feier des Tages am Straßenrand flatterten, sondern aus 520 Metern neuer Straße, 410 Metern Gehwegen, einer neuen Brücke über die Neufnach, einem Durchlass für den Mühlbach, sowie jeder Menge neuer Kanäle, Leitungen und Kabel. Das mag nicht allzu glamourös klingen, doch wertvoll ist es allemal: Deutlich über zwei Millionen hat das „neue Gewand“ laut Bürgermeister Walter Wörle gekostet, vom gesteigerten Wohnwert gar nicht zu reden.
In Anbetracht des Ergebnisses waren all die Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten der Bauphase schnell vergessen: Der Regen und die Kälte, die gleich zu Beginn die Arbeiten bremsten, die Trockenheit, die das Dorf mit einer Staubschicht überzog, die belasteten Böden, deren Entsorgung die Kosten in die Höhe trieb, das Fehlen genauer Pläne für die alten Leitungen und Rohre.
Die Anwohner haben all das geduldig er- und die Dorferneuerung nach Kräften mitgetragen. Einhellig galt der Dank der Ehrengäste, darunter die Bundes- und Landtagsabgeordneten Stephan Stracke, Franz-Josef Pschierer und Bernhard Pohl, Landrat Hans-Joachim Weirather, Ferdinand Bisle vom Amt für ländliche Entwicklung, Architekt Franz Arnold und der Bauleiter der Firma Riebel, Johannes Schmid, deshalb der Bürgerschaft. „Wenn es überall so wäre wie in Anhofen, wäre das Bauen leicht“, lobte dieser.
Dass die Anhofener nicht nur geduldig sind, sondern auch richtig feiern können, bewiesen sie bei dem gelungenen Dorffest – zugleich Geburtstagsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Staudenbahn. Der 200-Einwohner-Ort hatte dazu, musikalisch umrahmt vom Musikverein Markt Wald, für hunderte von Besuchern ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt: Es gab ein Bulldog-Oldtimertreffen, einen Streichelzoo, Ponyreiten und Kutschfahrten, Vorführungen des Radfahrvereins Markt Wald mit einer Gruppe Hochradfahrer, eine Präsentation des Defibrillators und eine Ausstellung, die die Geschichte der Staudenbahn und die Dorferneuerung dokumentierte.
Die ist noch nicht zu Ende. In Schnerzhofen und Steinkirch gehen die Bauarbeiten weiter. Mit der gleichen Energie wie in Anhofen, wie Dieter Preisinger versprach.
Bei uns im Internet
Bilder vom Dorffest finden Sie unter
www.mindelheimer-zeitung.de