Das Bündnis „Neue Turnhalle“, das von Sportvereinen der Kneippstadt und den Ortsteilvereinen getragen wird, bastelte gestern Nachmittag an ihrem Formulierungstext für ein eigenes Bürgerbegehren. „Ein Ratsbegehren würden wir zwar begrüßen, schon deshalb weil es dann zu keiner Sperrwirkung kommt, die Bauverwaltung also weiter planen und ausschreiben kann. Doch wir bauen nicht darauf, dass das Bürgerforum ihr Bürgerbegehren zurückzieht“, überlegt Jürgen Thiemann. Da die Fragestellung dieses Bürgerbegehrens aber seiner Meinung nach äußerst suggestiv ist („einen anderen Standort gibt es einfach nicht!“), bliebe laut Thiemann nur der Weg eines eigenen Bürgerbegehrens. Prinzipiell sei man aber schon gesprächsbereit, so Hans Kolar, Vorsitzender des TSV.
Der stellvertretende Vorsitzende des Bürgerforums Bad Wörishofen, Heinrich Dietz, will nichts übers Knie brechen. Auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung, ob die Möglichkeit bestehe, dass das Bürgerforum das Bürgerbegehren zurückziehe, antwortete er zurückhaltend. Vorrangig sei wichtig, die benötigten Unterschriften zu bekommen. Am Wochenende werde nochmals mit Nachdruck gesammelt. „Wenn wir die Unterschriftenzahl erreichen, werte ich dies als große Ausdrucks- und Entscheidungskraft“, so Dietz. Kollegial im Vorstand oder vielleicht sogar auf einer Mitgliederversammlung, werde das weitere Vorgehen dann besprochen.
Stadt befürwortet Ratsbegehren
Die Stadt selbst will laut Hauptamtsleiter Werner Würstle auf die Vorsitzenden des Bündnisses „Neue Turnhalle“ und des Bürgerforums zugehen. „Wir würden uns wünschen, nur ein Ratsbegehren abzuhalten, weil es dann eben zu keinen Bauverzögerungen kommt“, so Würstle. Wird ein Bürgerbegehren seitens des Stadtrates zugelassen, tritt automatisch die Sperrwirkung ein und der Bau der Dreifachturnhalle würde sich verzögern. Auch im Fördermitteltopf rutsche Bad Wörishofen dann wieder laut Würstle nach hinten. Grundsätzlich könne die Stadt aber sowieso immer ein eigenes Ratsbegehren einleiten.