Dass Windräder zur Energiewende beitragen können, da sind sich eigentlich alle Gemeinderäte in Türkheim und Ettringen einig. Die Frage ist nur, ob im Wertachtal dafür genügend Wind weht. Und wo die Windräder stehen könnten – schließlich sind sie nicht gerade Schmückstücke in der Landschaft. Die Gemeinderatssitzungen in Ettringen und Türkheim haben jetzt gezeigt: Als ein möglicher großer Standort kristallisiert sich im Wertachtal eine Fläche westlich der Sendeanlage heraus – sie liegt auf den Gemarkungen von Ettringen, Türkheim und Amberg.
Hier sieht zumindest der Regionalverband Donau-Iller eine Fläche der Kategorie 2, das heißt ein „potentiell geeignetes Gebiet mit bekanntem Konflikt“. Dieser „bekannte Konflikt“ ist eben der Sender Wertachtal: Die Betreiberfirma Media Broadcast sagt nämlich, Windräder würden den Funkbetrieb stören; deshalb sei ein Abstand von mindestens drei Kilometern nötig. Ob das stimmt, müsse der Regionalverband überprüfen, sagte der Türkheimer Bürgermeister Sebastian Seemüller.
Einen Vorteil habe die Fläche jedenfalls, meinte er: Sie sei schon ein „belastetes Gebiet“ – schließlich stehen dort auch schon die Funkmasten mitten in der Landschaft. Das Gebiet liegt allerdings nur zu einem Bruchteil auf Türkheimer Flur und die Windräder wären hier den Orten Ettringen und Amberg viel näher. Die Türkheimer Gemeinderäte entschieden jedenfalls mit 18 zu zwei Stimmen, die Fläche dem Regionalverband als möglichen Standort zu melden; in Ettringen fiel der Beschluss einstimmig.
Neben dem Gelände beim Wertachtalsender sieht der Regionalverband sowohl in Türkheim als auch in Ettringen noch einen zweiten möglichen Standort für Windkraft vor. Wo die sind, das lesen Sie in der Samstagsausgabe der Mindelheimer Zeitung.