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Feuerteufel im Raum Mindelheim: Die Lust am Zündeln

Feuerteufel im Raum Mindelheim

Die Lust am Zündeln

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    Dieser Wagen ist in Mindelheim in Flammen aufgegangen.
    Dieser Wagen ist in Mindelheim in Flammen aufgegangen. Foto: Thomas Pöppel

    Mit Hochdruck arbeitet die Kripo Memmingen an der Aufklärung der beiden Brandstiftungen von Mindelheim, die sich in der Nacht auf Sonntag ereignet hatten. Eine heiße Spur war bis gestern noch nicht dabei. Alle, die in den vergangenen Jahren als Brandstifter in der Region bekannt geworden sind, wurden überprüft. Keiner von ihnen kommt für die aktuellen Taten in Frage.

    Wie berichtet, waren innerhalb kurzer Zeit gegen zwei Uhr in der Nacht auf Sonntag zwei Pkw in Flammen aufgegangen. Schaden: 25 000 Euro. Die Autos waren im Inselweg und in der Stephanstraße in Mindelheim abgestellt. Sie waren nur etwa 100 Meter voneinander abgestellt.

    Spektakulärer Fall in Bad Wörishofen

    Mit Brandstiftungen hat es die Polizei immer wieder zu tun. Spektakulär war ein Fall vom 26. Mai 2016 in Bad Wörishofen. Dort brannte auf dem Bahnhofsparkplatz ein Reisebus aus. Das Feuer hatte auf den Dachstuhl des benachbarten Parkhauses übergegriffen. Der Schaden betrug mehr als eine Million Euro. Der oder die Täter konnten bisher nicht dingfest gemacht werden.

    In Mindelheim hat an Pfingsten 2014 ein Brandstifter einen Großbrand an der Landsberger Straße verursacht. Der damals 22-Jährige hatte auf dem Gelände einer Autowerkstatt Kartonagen angezündet. Das Feuer griff schnell auf andere Kartons, ölverschmierte Lappen, Autos, Carports und schließlich das Wohnhaus über.

    Das Gebäude wurde durch die Hitze so stark zerstört, dass es am Ende abgerissen werden musste. Insgesamt entstand ein Schaden von mehr als 555 000 Euro. Wie sich herausstellte, hatte der junge Mann zuvor bereits mehrfach in einer Gaststätte gezündelt. Im April 2015 wurde er deshalb wegen mehrfacher Sachbeschädigung und schwerer, vorsätzlicher Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

    Mehr als zwei Jahre Haft

    Dieser Täter wurde später noch einmal auffällig. Im Oktober 2015 kam es gegen 0.40 Uhr zu einem Feuer an einem Mindelheimer Schrebergarten nahe des Forum-Parkplatzes: eine Blättergirlande aus Kunststoff über dem Tor und eine Kunststoffabdeckung an einer Holzpalisade brannten.

    In der Nähe des Tatorts hatte eine Polizeistreife den jungen Mann aufgegriffen. Erst wenige Tage zuvor hatten im Norden der Stadt ein Carport in der Martin-Schorer-Straße und eine mobile Toilette gebrannt - doch diese beiden Brände stritt der Mindelheimer ab. Diese Taten sind bisher nicht geklärt. Dass er das Feuer an dem Schrebergarten gelegt hatte, gab der junge Mann hingegen recht schnell zu.

    Heuer im April wurde der inzwischen 24-Jährige zu einer Gesamtfreiheitsstrafe zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Seine Bewährung hatte er verwirkt, weil er in der Bewährungszeit wieder straffällig geworden war.

    Im Februar 2015 war es sogar ein Feuerwehrmann, der nach dem Faschingsumzug in Stockheim zündelte. Der damals 28-Jährige legte zwei Brände in der Kirche. Nur dank des beherzten Eingreifens des Mesners konnte verhindert werden, dass der hölzerne Hochaltar in Flammen aufging. Der Täter wurde später in Memmingen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

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