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21.03.2008

Für zwei Euro künftig freie Fahrt durch den Pfändertunnel

Unterallgäu/Bregenz Die neue Vignette gilt 24 Stunden auf dem Autobahn-Abschnitt Hörbranz-Hohenems und kostet zwei Euro pro Fahrtrichtung. Das Pilotprojekt endet im Sommer 2013 mit der Fertigstellung des vierspurigen Pfändertunnels. Bei einer "wesentlichen Mehrbelastung für angrenzende Gemeinden" wird die Korridorvignette vorzeitig gestoppt.

Nach über zehn Jahren Diskussion ist eine Lösung gefunden, die den Großraum Lindau/Bregenz von zusätzlichem Verkehr durch Vignettenflüchtlinge entlasten soll.

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Ab dem Spätsommer, voraussichtlich September, können Autofahrer mit dem Zwei-Euro-Ticket kurzzeitig die Vorarlberger Autobahn benutzen und so schneller die Schweiz oder den Bregenzwald erreichen.

Bei einer Pressekonferenz in Bregenz wurde erläutert, wie das Projekt umgesetzt wird. Der Geschäftsführer der Asfinag Maut Service GmbH, Walter Riepler, spricht von einer "kundenorientierten Lösung" und einer "zeitlich befristeten Alternative zu den bestehenden Vignetten". Befristet deshalb, weil diese "Sonderlösung" spätestens mit der Fertigstellung des vierspurigen Pfändertunnels im Sommer 2013 enden wird. Ab diesem Zeitpunkt rechnet man mit weniger Staus vor dem Pfändertunnel und demzufolge auch mit weniger Vignettenflüchtlingen.

Für zwei Euro künftig freie Fahrt durch den Pfändertunnel

An den Enden des 23 Kilometer langen Korridors, also am Autobahnübergang Hörbranz und der Autobahnauffahrt Hohenems werden für die Käufer der Korridorvignette spezielle Spuren eingerichtet, wo sie aus Automaten ein Ticket ziehen können. Die Bauarbeiten sollen im April beginnen und Ende Mai beendet sein. Riepler beziffert die Projektkosten mit 2,5 Millionen Euro. Den Ausfall an Mauteinnahmen schätzt die Asfinag auf rund eine Million Euro pro Jahr.

Bei Mehrbelastung wird Projekt gestoppt

"Sollte die Korridorvignette eine dauerhafte und wesentliche Mehrbelastung für angrenzende Gemeinden bringen, wird das Projekt vorzeitig gestoppt", betont Riepler. Hintergrund sind Proteste von Gemeinden entlang der Grenze Vorarlberg/Schweiz, die im Zuge der neuen Vignette eine massive Verkehrszunahme befürchten. Daher sollen, wie der Verkehrsplaner des Landes Vorarlberg, Christan Rankl erklärte, die Auswirkungen der Korridorvignette hinsichtlich Entlastung und Mehrbelastung im Rahmen einer Studie untersucht werden.

Die notwendigen Daten würden anhand von Verkehrszählungen, Befragungen sowie den Vignetten-Verkaufsdaten erhoben, so Rankl. Einen Zwischenbericht zur Begleitstudie soll im Frühjahr 2009 vorgelegt werden, ein Jahr später folgt der Schlussbericht. Fällt einer der Berichte überwiegend negativ aus, wird die Korridorvignette gestoppt, sind sich die Beteiligten einig.

Blitzumfrage: 90 Prozent würden mit Vignette Autobahn nutzen

Parallel zur offenen Frage der Verkehrsentlastung oder -mehrbelastung lässt sich nur schwer vorhersagen, wie stark die Korridorvignette in Anspruch genommen werden wird. Eine Blitzumfrage der Asfinag unter 300 Autofahrern hat ergeben, dass nach Einführung der neuen Vignette 90 Prozent die Autobahn benützen und nicht auf Nebenstraßen ausweichen würden.

Eine Untersuchung des Bregenzer Ingenieurbüros Köll fällt wesentlich nüchterner aus: Nur zehn Prozent derer, die über Bregenz-Hard-Höchst in die Schweiz fahren, würden die neue Korridorvignette kaufen. Bei denen, die den Bregenzwald oder südliche Gemeinden in Vorarlberg ansteuern, sind es 50 Prozent.

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