Wenn eine Gemeinde eine Kinderkrippe baut, wird das vom Bund großzügig gefördert. Der Türkheimer Gemeinderat hat jetzt beschlossen, dass er an der Kita St. Elisabeth noch mehr machen will, als gefordert und gefördert wird – und lässt sich das gut 83 000 Euro zusätzlich kosten.
Im September hatte der Gemeinderat entschieden, dass Türkheim eine weitere Krippengruppe für Kinder bis drei Jahre bekommen soll. Sie soll an der Kindertagesstätte St. Elisabeth entstehen und zum 1. September 2013 in Betrieb gehen. Dazu soll die Kita im Osten mit einem Längstrakt erweitert werden.
Architekt Günter Benziger hat einen Gruppenraum, einen Ruheraum, einen Elternbereich und einen Waschraum eingeplant. Die bestehende Krippengruppe soll in den hinteren Teil des Gebäudes ziehen, sodass die beiden Krippengruppen räumlich beieinander liegen und einen gemeinsamen Wasch- und Garderobenbereich haben.
Für den Krippenneubau hat Marktbaumeister Robert Joder Kosten von 452 000 Euro errechnet. Dazu kommen 41 000 Euro für Arbeiten im bestehenden Kindergarten. Förderfähig sind aber nur 410 000 Euro, erklärte Joder. Die Marktgemeinde hat nämlich etwas großzügiger geplant als gesetzlich vorgesehen. Zum Beispiel soll der Gruppenraum größer werden, erklärte Kita-Leiter Michael Helfert in der Gemeinderatssitzung: Die vorgeschriebenen 40 Quadratmeter für Aufenthalts- und Ruheraum zusammen seien für 15 Kinder „sehr beengt“, meinte er.
Außerdem sollen auch die Bedingungen an dem bestehenden Gebäude in der Blumenstraße verbessert werden: Es wird einen zweiten Fluchtweg (in Richtung Osten) geben, eine behindertengerechte Toilette wird eingebaut. Über eine neue Treppe soll außerdem die Galerie erschlossen und dort ein Personalraum geschaffen werden – den gibt es zurzeit nämlich gar nicht.
Durch den Anbau wird außerdem der Mehrzweckraum wieder für seinen eigentlich Zweck frei – zurzeit ist dort die erste Krippengruppe untergebracht, was aber von Anfang an nur eine Übergangslösung war, betonte Bürgermeister Sebastian Seemüller.
Durch diese zusätzlichen Maßnahmen entstehen Mehrkosten von knapp 84 000 Euro, erklärte Joder. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu, das Geld bereit zu stellen. Vertreter aller Fraktionen betonten, das sei eine sinnvolle Investition in die Zukunft und nötig, um die Kita auf den neuesten Stand zu bringen.
Von den förderfähigen Kosten in Höhe von 410 000 Euro übernimmt der Bund wahrscheinlich drei Viertel. Somit bleibt der Gemeinde hier ein Eigenanteil von rund 103 000 Euro. Der nächste Schritt ist jetzt der Förderantrag: Der muss bis zum 30. April bei der Regierung von Schwaben sein.