Unterkammlach „Kommen Sie und tanzen Sie den Moonwalk!“ Der King of Pop, Michael Jackson, im Vereinsheim von Unterkammlach? Moderatorin Julia Steidele forderte die Gäste auf, im Saal zu tanzen, während die Stammkapelle ein Medley bekannter Melodien des Popkönigs spielte. Sie hatte vollkommen Recht, doch das letzte freie Eckerl vor der Bühne wäre für einen echten Moonwald zu klein gewesen. Der Saal war zur großen Freude der Gastgeber „gespickt“ voll. Das Jahreskonzert war wieder ein voller Erfolg.
Zunächst waren es die „Kammlacher Jungmusikanten“, die ihr Können unter Beweis stellten. Zum ersten Mal dirigierte Teresa Hintner die Jugendlichen aus Unter- und Oberkammlach. Der heftige Applaus zeigte, die Gäste waren sich einig, die anstehende Dirigentenprüfung würde sie mit Bravour bestehen. Die jungen Musikanten spielten „A Good Start“ von Luigi di Ghisallo, die „Pirates Overtüre“ von Thomas Doss, die zweite Nationalhymne Englands „Land of Hope and Glory“ von Alfred Bösendorfer und zeigten auch, dass sie im Land der Polkas zu Hause sind. Alexander Pfluger hatte „Spring Break“ komponiert. Die Stammkapelle brach dann mit „Towards A New Horizon“ von Steven Reineke zu anderen Horizonten auf. „One Moment in Time“ war eine Hommage an Whitney Houston. Die Musiker begeisterten mit der „Steeephans Polka“ von Alexander Pfluger ebenso wie mit den Melodien über die italienische Stadt „Chantueri“ von Lorenzo Pusceddu.
Für die Alphörner musste umgebaut werden
Zurück ins „Schwabenland“ (Kurt Gäble) erinnerte das dreisätzige Werk an die schwäbische Kultur, die Menschen und deren Lebensfreude. Eine „Begegnung“ der besonderen Art fand mit den Solisten an drei Alphörnern statt. Das war eine logistische Meisterleistung. Die ersten Gäste räumten ihre Plätze, drei kleinere Tische wurden aufgestellt, um den Alphörnern eine passende Auflage zu bieten. Albrecht Roman jun., Herbert Singer und Christoph Steidele spielten so gut, dass das begeisterte Publikum sie aufforderte, diese „Begegnung“ zu wiederholen.
Dirigent Roman Albrecht führte die Musikanten und Gäste zu immer neuen Ufern. Dazu gehörten der „Astronauten-Marsch“ von Josef Ullrich und die flotte Polka „Dudàckà“ von Jaroslav Novàk, bei der die Solisten Michaela Steidele und Jürgen Groth an ihren Klarinetten und der Vorsitzende Karl Fesenmeier sowie Daniel Waigel an den Flügelhörnern glänzten. Schließlich war es Zeit „Time To Say Goodbye“ zu sagen, doch das ging nicht ohne Zugaben. Andreas Schuster, Vorsitzender des Bezirks 10 Mindelheim vom Allgäu Schwäbischen Musikbund, lobte „Die Blasmusik ist bei uns in!“ Der Musikverein Unterkammlach zeichne sich durch Kontinuität und seine hervorragende Jugendarbeit aus. Der Verein sei „ein homogenes, stimmiges Orchester“, das 1987 lediglich 25, jetzt aber 60 Musikanten habe. Das sei auch ein Verdienst des Dirigenten, der für 25 Jahre als Dirigent besonders geehrt wurde.
Selbstverständlich sangen alle Anwesenden zum Abschluss den Bayernmarsch, in dem es heißt: „Unser Freistaat, unsre Leute reichen allen gern die Hand. Früher galt es, gilt auch heute: Unser Stolz bleibt unser Land!“