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Mindelheim

09.12.2020

Kommt in das Kloster in Mindelheim eine Tagesklinik?

Die Zukunft des Klosters der Maria-Ward-Schwestern im Herzen von Mindelheim ist weiter ungeklärt.

Plus Was soll aus dem leer stehenden Kloster in der Mindelheimer Innenstadt werden? Und kommt die Tiefgarage? Das antwortet die Kölner Firma, die das Gebäude übernommen hat.

Seit die letzten Schwestern im Sommer 2019 das Kloster Maria Ward in der Mindelheimer Altstadt verlassen haben und ein Jahr später auch das Maria-Ward-Internat dicht gemacht wurde, rätseln die Mindelheimer, was aus dem großen Gebäudekomplex wird. Übernommen wurde das Gebäude und der Klostergarten von der Kölner Firma Pro Secur.

Noch ist das Areal und das Kloster aber nicht ins Eigentum von Pro Secur gewechselt. Geschäftsführer Ralf Olbrück teilte auf Anfrage mit: „Congregatio Jesu und die Pro Secur GmbH haben einen notariellen Kaufvertrag unterzeichnet, der, wie anlässlich solcher Projektierungen üblich, aufschiebende Bedingungen enthält. Zur endgültigen notariellen Umsetzung des Vertrages bedarf es daher der Erfüllung dieser vereinbarten Bedingungen“.

Die Kapelle des Klosters soll für Mindelheimer Gläubige zugänglich bleiben

Die Sprecherin des Ordens Congregatio Jesu mit Sitz in München, Schwester Esther Finis, sagt auf Anfrage, die Ordensgemeinschaft habe sichergestellt, dass die Kapelle für die Mindelheimer Gläubigen zugänglich bleibe. Auch habe der Ort wert darauf gelegt, dass das Kloster künftig sozial-caritativ genutzt werde. Für alle Details sei die Firma Pro Secur zuständig.

Geschäftsführer Olbrück schreibt, „unsere favorisierte Planung, die mit Vertretern der Stadt und des Landratsamtes bereits besprochen wurde, bezog sich auf caritativ-kommunale Nutzungen im ehemaligen Kloster“. Leider deckten die maximalen Mieten, die sowohl die Kommune als auch die von Pro Secur angesprochenen caritativen Einrichtungen hätten zahlen können, die notwendigen Investitionen nicht ab, „so dass wir dieses Konzept schweren Herzens nicht weiterverfolgen können oder werden.“

Daher gehen die Planungen von Pro Secur momentan in Richtung betreutes Wohnen, eventuell mit peripheren weiteren Nutzungen, wie beispielsweise einer Tagesklinik. „Wir sind diesbezüglich in Abstimmung mit Betreibern solcher Einrichtungen“, erklärt Olbrück.

Was Bürgermeister Winter über eine Tagesklinik sagt

Bürgermeister Stephan Winter zufolge sind die Planungen für eine Tagesklinik „derzeit noch nicht spruchreif“. Er vertraue darauf, dass Geschäftsführer Olbrück eine altstadtverträgliche Nutzung umsetze. Die Stadt habe auch nie ein Vorkaufsrecht für das Klosterareal besessen, wie immer wieder in der Stadt zu hören ist. Sicher ist, dass es im Klostergarten eine Tiefgarage geben wird. Olbrück sagt, die Schwesternschaft habe Pro Secur „ans Herz gelegt“, gemeinsam mit der Stadt eine Tiefgarage zu betreiben. Den öffentlich zugänglichen Teil müsste die Stadt finanzieren und betreiben. Städtische Vertreter hätten diesen Wunsch frühzeitig an den Orden herangetragen. Zu dieser Zeit sei Pro Secur noch nicht an dem Projekt beteiligt gewesen.

„Wir haben diesen Wunsch aufgenommen und diesen in unsere Planungen einbezogen“, so Olbrück weiter. Für die Realisierung der eigenen Planung bedürfe es keiner öffentlichen, wohl aber einer projektbezogenen Tiefgarage, da die notwendigen Stellplätze ebenerdig nicht alle realisiert werden können.

Die Tiefgarage und ihre Zufahrt steht im Mittelpunkt der Debatte

Die Zufahrtssituation zur Tiefgarage, die im Fokus der Mindelheimer Debatten steht, ist nach Aussage des Geschäftsführers sowohl über die Frundsbergstraße für die öffentliche Tiefgarage und damit über den Stadtgraben als auch über die Fuggerstraße für das Projekt von Pro Secur und damit über die Maximilianstraße realisierbar. Es werde aber nur eine Zufahrt geben, je nachdem, ob eine öffentliche Tiefgarage gewollt ist oder nicht, stellt Olbrück klar. Die Stadt will erst die genauen Planungen von Pro Secur abwarten, ehe eine Entscheidung über eine mögliche Tiefgarage und deren Zufahrt fällt.

Eigene städteplanerische Überlegungen zu dem Klosterareal hat die Stadt nur insofern angestrengt, als sie gerne eine gemeinsame Tiefgarage bauen würde.

Wie berichtet, haben sich Denkmal- und Naturschützer klar gegen die Idee ausgesprochen, die Zufahrt über den sogenannten Holzbaur-Garten zu legen. Auch der Vorstand des Freundeskreises Alt-Mindelheim hat sich für eine Zufahrt über den Stadtgraben ausgesprochen.

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