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Maschinenring Mindelheim: Von Landwirten für Landwirte

Maschinenring Mindelheim

Von Landwirten für Landwirte

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    Dr. Reinhold Bäßler führt die Geschäfte des Maschinenrings.
    Dr. Reinhold Bäßler führt die Geschäfte des Maschinenrings. Foto: Foto: home

    Mindelheim Der Maschinenring Mindelheim feiert 40. Geburtstag: Zeit, um mit Geschäftsführer Dr. Reinhold Bäßler auf die Veränderungen in der Landwirtschaft zu blicken.

    Seit 40 Jahren gibt es den Maschinenring Mindelheim. Was hat sich seitdem in der Landwirtschaft getan?

    Dr. Reinhold Bäßler: Der Strukturwandel setzt sich fort: Betriebe wachsen in der Fläche und in der Viehzahl. Seit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz setzen die Landwirte auch auf neue Produktionszweige. Das bedeutet, dass man größere, schlagkräftigere Maschinen braucht und mehr Arbeitsstunden investieren muss.

    Warum wurde der Maschinenring damals vor 40 Jahren gegründet?

    Bäßler: Das Hauptargument für die 85 Gründungsmitglieder war die Organisation der Betriebshilfe. Das heißt: Ist ein Landwirt krank oder verletzt, kommt jemand von einem anderen Hof und übernimmt die anfallende Arbeit. Die Betriebshilfe ist auch heute noch ein wichtiger Teil unserer Aufgaben.

    Inwiefern?

    Bäßler: Wir haben 42 Helfer, die wir in den Betrieben einsetzen können. Sie kümmern sich um Tiere, Außenwirtschaft und Haushalt. Durchschnittlich sind die Helfer bis zu vier Wochen in einem Betrieb, es gibt aber auch längere Einsätze. Wir unterscheiden zwischen sozialer Betriebshilfe, wenn jemand krank ist oder es einen Todesfall in der Familie gibt, und zwischen wirtschaftlicher Betriebshilfe.

    Was heißt das Letztere?

    Bäßler: Das bedeutet, dass jemand Hilfe benötigt, um Arbeitsspitzen abzufangen, oder – was immer häufiger vorkommt – um Urlaub zu machen oder ab und zu ein freies Wochenende zu haben.

    Und was hat der Maschinenring mit Maschinen zu tun?

    Bäßler: Wir haben selbst keine Maschinen, aber wir vermitteln welche an die Landwirte. Der Mähdrescher ist ein typisches Beispiel: Den kauft sich heute kaum noch jemand selbst. Wir vermitteln den Landwirt an einen Lohnunternehmer, der einen Mähdrescher hat, und kümmern uns anschließend um die Abrechnung. Im Jahr kommen wir so auf eine Verrechnungssumme von etwa fünf Millionen Euro. Außerdem betreuen wir drei Außenwirtschaftsgemeinschaften. Das heißt: Mehrere Betriebe haben eine Maschine gekauft und wir kümmern uns um das Geschäftliche.

    Was machen Sie sonst noch?

    Bäßler: Wir übernehmen die Geschäftsführung von „Urlaub auf dem Bauernhof im Unterallgäu“ und ermöglichen Landwirten über die „Maschinenring Mindelheim GmbH“ Zusatzeinkünfte.

    Wie funktioniert das?

    Bäßler: Nicht-landwirtschaftliche Betriebe wenden sich an uns, wir vermitteln Landwirte weiter, die Dienstleistungen wie Winterdienst oder Grünflächenpflege übernehmen.

    Sie sind ja nicht der einzige Maschinenring in Deutschland. Was macht den Mindelheimer Verein aus?

    Bäßler: Von den Mitgliedern her liegen wir im bayerischen Schnitt. Unser Verrechnungswert liegt aber weit oben und wir sind stark, was die Betriebshilfestunden angeht. Das liegt auch daran, weil es viel Milchvieh gibt, das versorgt werden muss.

    Wie geht es in Zukunft weiter?

    Bäßler: Der Maschinenring wird bleiben. Ändern wird sich sicher die Akquise von neuen Betriebshelfern. Dass ein Landwirt dem anderen hilft, wird immer schwieriger, weil der – je größer die Betriebe werden – auch auf seinem eigenen Hof anpacken muss. Neue Modelle sind gefragt. Ich denke, es wird sich herauskristallisieren, dass wir Betriebshelfer anstellen, die selbst keinen landwirtschaftlichen Betrieb führen. (home)

    Fest Das 40-jährige Bestehen wird am Sonntag, 29. Mai, von 9.30 Uhr an im Klostergut Lohhof gefeiert. Es gibt einen Festgottesdienst, Grußworte und ein Mittagessen sowie am Nachmittag Oldtimer, eine Maschinenausstellung, Vorführungen und ein Kinderprogramm.

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